Dacia Sandero Diesel im Test

Dacia Sandero Diesel im Test

Dacia Sandero Dacia Sandero Dacia Sandero

Dacia Sandero Diesel: Test

— 24.04.2017

Rechnet sich der Billig-Diesel?

Günstiger als Dacia bietet hierzulande niemand einen Diesel an. Wir klären, ob der Sandero vielfahrende Pfennigfuchser glücklich macht.

Heinz könnte heulen. Er pendelt jeden Tag 70 Kilometer zur Arbeit – und hört immer öfter, dass ein Elektroauto dafür doch perfekt wäre. Stimmt! Doch dann sieht er die Preise für die Stromer, und da hilft auch keine staatliche Prämie, Heinz braucht Hilfe. Und AUTO BILD liefert sie. Wieso nicht einen sparsamen Dacia Sandero dCi 90 nehmen?

Der Sandero Diesel ist praktisch und vor allem billig

Billiger als der Sandero in Topausstattung Lauréate für 12.050 Euro ist hierzulande kein Diesel. Abgesehen vom Sandero Stepway mit gleichem Motor. Der kostet 11.750 Euro, bietet aber nur Basisausstattung sowie "SUV-Look", den keiner braucht. Der 90-PS-Diesel kommt mit knapp 1,2 Tonnen Sandero gut klar, das Platzangebot reicht für die Fahrgemeinschaft, klare Bedienung und gute Ausstattung versüßen den Arbeitsweg. Das schaffen auch die mit 22 Cent pro Kilometer niedrigen Gesamtkosten (inkl. Wertverlust). Und die haben wir mit dem Testverbrauch von 5,2 l/ 100 km gerechnet. Wer sich bewusst zurückhält, schafft ganz locker auch eine Vier vor dem Komma. Beim einfachsten, aber fast doppelt so teuren Golf Diesel (1.6 TDI/115 PS ab 23.100 Euro) werden 32 Cent/km fällig.
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Zum kleinen Preis darf man nicht allzu viel erwarten

Die Sandero-Sitze sind schwach konturiert, seine Federung ist hölzern und die Geräuschdämmung mau.

Okay, im Gegenzug müssen wir im Dacia mit einfachen und schwach konturierten Sitzen sowie einem eher rustikalen Federungskomfort leben, verzichtet der Sandero auf übermäßige Geräuschdämmung. Auf der täglichen Tour zur Arbeit kein großes Problem, doch bei der jährlichen Urlaubsfahrt in den Süden kann das nerven. Genauso wie zurückhaltende Internetportale. Für den Sandero bietet meinauto.de etwa gerade mal 1,9 Prozent Nachlass – beim Golf gibt es rund 20 Prozent. Und bei der Finanzierungsfrage verstehen Dacia-Dealer keinen Spaß. 2,49 Prozent effektiver Jahreszins – da kann Heinz auch bei der Hausbank fragen. Ein SCR-Kat fehlt dem dCi 90 leider, Dieselfahrverbote in Ballungsräumen könnten Heinz also aussperren. Was ebenfalls zum Heulen wäre.
Fahrzeugdaten Dacia
Modell Sandero dCi 90
Motor Vierzylinder, Turbo
Einbaulage vorn quer
Ventile/Nockenwellen 2 pro Zylinder/1
Nockenwellenantrieb Zahnriemen
Hubraum 1461 cm³
kW (PS) bei 1/min 66 (90)/4000
Nm bei 1/min 220/1750
Vmax 173 km/h
Getriebe Fünfgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Trommel
Testwagenbereifung 185/65 R 15 T
Radgröße 6,5 x 15"
Abgas CO2 90 g/km
Verbrauch* 3,7/3,4/3,5 l
Testverbrauch
Sportverbrauch** 6,8 l/100 km
Testrunde*** 5,2 l/100 km
Sparverbrauch**** 4,6 l/100 km
Tankinhalt 50 l/Diesel
Kältemittel/Klimaanlage R1234yf
Vorbeifahrgeräusch 74 dB(A)
Anhängelast gebremst/ungebremst 1060/580 kg
Kofferraumvolumen 320-1200 l
Länge/Breite/Höhe 4057/1733-1984/1523 mm
Grundpreis 12.050 Euro
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km (Herstellerangabe); ** 54 km Autobahn, davon 20 km Vollgas; *** Durchschnitt der 155-km-Testrunde von AUTO BILD; **** 101 km Stadt und Land mit wenig Gas
Gerald Czajka

Gerald Czajka

Fazit

Der Sandero-Diesel macht Autofahren beeindruckend günstig. Allerdings wären mehr Komfort und eine bessere Abgastechnik wünschenswert. Fairerweise muss aber auch gesagt sein: Einen zukunftssicheren SCR-Kat bieten leider auch manche anderen, viel teureren Diesel nicht.

Autoren: Gerald Czajka, Mirko Menke

Stichworte:

Kompaktklasse

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