Daewoo Nubira

Daewoo Nubira Daewoo Nubira

Daewoo Nubira

— 07.07.2003

Koreaner für Einsteiger

Vier Türen und viel Platz für wenig Geld. Mit dieser Formel soll der Daewoo Nubira neue Kunden finden. Die Rechnung könnte aufgehen.

Erinnerungen an den Alfa 75 werden wach

Das Wichtigste vorweg: 14.390 Euro kostet der neue Nubira in SE-Version. Ein Kampfpreis. Klar, was sonst? Schließlich baut ihn Daewoo. Doch die Koreaner schicken hier keinen Kleinwagen auf die Straße, sondern eine 4,50 Meter lange Kompaktlimousine, die länger ist als der VW Bora. Und der kostet in seiner günstigsten Ausführung rund 3000 Euro mehr.

Auf deutschen Straßen ist der Volkswagen wohl nicht zuletzt deshalb so selten wie inzwischen ein Käfer. Daewoo dagegen will mit dem Nubira kräftig wachsen. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Seit acht Monaten gehört der Autobauer zum GM-Konzern, und der Nubira ist das erste Modell, das von der Kooperation mit dem größten Hersteller der Welt profitiert.

Das wird schon bei der ersten Musterung deutlich sichtbar. Pininfarina hat die klassische Stufenheck-Karosserie gezeichnet, die entfernt an den Alfa 75 der 80er Jahre erinnert: hohes Heck, keilförmige Seitenlinie, dynamisch konturierte Front. Aber natürlich ist der Nubira kein Romeo, sondern eher ein Biedermann. Doch das muss nichts Schlechtes sein.

Interieur, Motor und Fahrleistungen

Im Gegenteil: Das Blechkleid ist schnörkellos und solide. Nur die Einpassung der Heckleuchten am Testwagen wirkte nachlässig. Der insgesamt wertige Eindruck setzt sich innen fort. Drei schöne Rundinstrumente liegen klar im Blick des Fahrers. Alle Hebel und Schalter sind tadellos bedienbar. Die Sitze okay. Was braucht man mehr?

Ein wenig Luxus vielleicht? Auch den gibt es. Schon in der Basisausführung sind E-Fensterheber vorn, Zentralverriegelung, Funköffner für den Kofferraum, verstellbares Lenkrad sowie elektrisch einstellbare Außenspiegel serienmäßig. Im Topmodell 1.8 CDX mit 122 PS gibt es sogar Fünffach-CD-Wechsler, Lenkradfernbedienung, Regensensor und tempoabhängige Servolenkung. Preis: 16.550 Euro.

Der größere Motor bietet aber keine spürbaren Vorteile. Mit 194 km/h liegt sein Höchsttempo nur sieben Stundenkilometer über dem 109 PS starken 1,6-Liter. Beim Beschleunigen wirkt der kleinere Motor etwas rauer, aber subjektiv agiler. Das Geräuschniveau ist insgesamt in beiden Modellen erfreulich niedrig. Weder Wind- noch Abrolllärm werden zu Störfaktoren. Bis Tempo 120 bleibt auch der Motor angenehm leise.

Fahrwerk, Komfort und Sicherheit

Ähnlich viel Wert haben die Ingenieure auf die Optimierung des Fahrwerks gelegt. "Es soll europäisch sein", stand im Lastenheft. Diese Forderung erfüllt der Nubira zufriedenstellend. Gegenüber der Korea-Version wurden die Federraten um zehn Prozent erhöht sowie straffere Dämpfer eingebaut.

Querfugen und Kopfsteinpflaster meistern Achsen und Aufhängungen gut, überstehende Gullydeckel und tiefe Schlaglöcher poltern aber spürbar in der Karosserie. Und: In schnellen Wechselkurven schaukelt sich der Viertürer kräftig auf. Dank ausgeprägter Untersteuerneigung bleibt er aber stets beherrschbar.

Das Fahrwerk ist jedenfalls gut genug, um brenzlige Situationen auch ohne ESP zu meistern. Muss es auch. Denn außer ABS sind keine Elektronik-Fahrhilfen erhältlich. Trotzdem ist der Nubira ein sicheres Auto (vier Airbags serienmäßig). Und ein faires Angebot: Mehr Auto fürs Geld muss man lange suchen.

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