Daihatsu gegen Mazda, Suzuki, Toyota

Vergleich Daihatsu YRV, Mazda Demio, Suzuki Ignis, Toyota Yaris Verso Vergleich Daihatsu YRV, Mazda Demio, Suzuki Ignis, Toyota Yaris Verso

Daihatsu gegen Mazda, Suzuki und Toyota

— 26.02.2002

Vier für alle Fälle

Ob Mountainbike, Leiter oder Farbeimer: Diese vier Japaner sind auf alle Fälle vorbereitet. Nur beim Preis machen sie sich klein.

Alltags(raum)wunder zu günstigen Preisen

Der mobile Mensch von heute hat Ansprüche. Und stellt sie auch. Wenn ein Hersteller passen muss - selber schuld. Mit der Nische in der Nische sind wir auf dem besten Weg zum maßgeschneiderten Automobil. Das Auto für alle Fälle wird Realität. Klein und handlich, aber mit riesigem Platzangebot — und das bitte zum Freundschaftspreis.

Dass uns gerade vier japanische Hersteller bei der Suche nach dem idealen Typ weiterhelfen, wundert da kaum. Daihatsu, Mazda, Suzuki und Toyota haben solche kleinen Autos im Programm, die groß auftrumpfen, aber nicht gleich die Welt kosten.

Schon für 22.400 Mark gibt es den fünftürigen Suzuki Ignis, die anderen folgen mit gehörigem Abstand: 27.290 Mark kostet der Mazda Demio Exclusive, 700 Mark mehr der Daihatsu YRV CXS. Teuerster ist in diesem Vergleich der Toyota Yaris Verso Linea sol mit 29.430 Mark. Dafür ist er auch mit Abstand am raffiniertesten gebaut. Womit wir nicht das Design meinen.

Clevere Kniffe und Mulden

Nein, der Yaris hat — zusammen mit dem YRV — nicht nur das größte Platzangebot, er nutzt diesen Raum auch am besten. Der Trick dabei ist der doppelte Boden im Fond. Dort entsteht entweder eine tiefe Mulde — so sitzt es sich entspannt und auffallend aufrecht —, oder es verschwinden dort die beiden äußeren Sitze, sie werden einfach hineingefaltet. In ein paar Minuten lässt sich so der stattliche Gepäckraum (390 Liter) in einen Mini-Möbeltransporter verwandeln. Dann schluckt der Yaris 1930 Liter.

Dem am nächsten kommt noch der Mazda Demio mit maximal 1298 Liter Stauraum. Im Mindestfall immer noch 330. Hier wird die Rückbank jedoch nicht versenkt, sondern einfach nach vorn geklappt. Der Demio verfügt über ein anderes Talent: Bei ihm lassen sich alle Sitze zu einer Liegefläche umlegen. Der Orthopäde unseres Vertrauens wird diese Schlafstatt sicher nicht empfehlen — wegen der vielen Unebenheiten und Wülste. Aber immerhin, wo gibt es so etwas heute sonst noch?

Einen anderen Trick hat der Mazda mit dem Daihatsu gemeinsan: die verschiebbare Rückbank. So lassen sich leicht ein paar Zentimeter gewinnen. Und der Kofferraum des YRV braucht jeden zusätzlichen Zentimeter Stauraum dringend. Mit minimal 166 Liter Fassungsvermögen scheint er eher als ein größeres Handschuhfach ausgelegt. Das Platzangebot hinten ist deshalb aber umso besser. Und man sitzt hier ein bisschen wie im Reisebus: Die hintere Sitzbank liegt etwas höher als die Vordersitze, das erlaubt eine schöne Rundumsicht.

Solchem Einfallsreichtum mag der Suzuki nicht folgen: Der Ignis ist hinten merklich enger als die anderen. Und hier lässt sich nur ganz brav die Lehne der Rückbank umklappen, mehr geht nicht. Die Konstrukteure haben trotzdem nachgedacht, das ist zu spüren. Denn die entstehende Ladefläche liegt in bequemer Höhe und ist vollkommen eben, unter dem Laderaum findet sich noch eine praktische Ablage. Besonders groß ist das Gepäckabteil aber auch hier nicht: Nur 181 Liter passen rein; auch nicht viel, aber immerhin eine Kulturtasche mehr als im winzigen Daihatsu-Abteil.

Daihatsu sorgt für Durchzug

Der YRV hat dafür in einem anderen Punkt die Nase vorn: Sein 1,3-Liter ist mit 87 PS der Kräftigste des Quartetts, der Daihatsu im Durchzug auch am besten. Allerdings lärmt der Motor bei seinen Anstrengungen gehörig. Auch das Fahrwerk könnte noch Feinarbeit vertragen: Der YRV kämpft mit erheblichen Traktionsproblemen, er federt recht unbeholfen. Die Lenkung arbeitet zu gefühllos. Mit nur einem PS weniger folgt der Toyota dem Daihatsu auf dem Fuß: Sein 1,3-Liter leistet 86 PS. Nach Messwerten etwas langsamer, fährt sich der Yaris Verso trotzdem agiler — obwohl er wirklich nicht so aussieht. Aber direkte Lenkung und angenehme Federung ergeben in der Summe ein handliches Fahrverhalten.

Der Suzuki fährt beim Spurt von null auf Tempo 100 sogar allen anderen davon: 11,0 Sekunden sind ein guter Wert für den 1,3-Liter mit 83 PS. Er reagiert am bissigsten aufs Gas, dreht leicht und locker und bleibt dabei leise. Passend zum agilen Motor das Fahrverhalten: Die Lenkung spricht schnell und genau an, der Ignis fährt sich ähnlich leichtfüßig wie der Yaris. Die Federung nimmt Querfugen zwar stoßig, arbeitet aber etwa auf dem Standard des Toyota.

Gerade im Vergleich merken wir dem Mazda sein Alter an. Der Demio wird seit 1996 gebaut, seit 1998 bei uns verkauft. Mit seiner zähen Lenkung fährt er sich mittlerweile behäbig und unhandlich. Die staksige Federung wird auf kleinen Unebenheiten schnell nervös. Und der 1,5-Liter mit seinen bescheidenen 75 PS wirkt trotz ordentlicher Fahrleistungen mürrisch und lustlos. Zum Dank genehmigt er sich dann noch den höchsten Verbrauch: 7,2 Liter Super sind eigentlich zu viel. Gleiches gilt für den Suzuki: 7,1 Liter. Sparsamer fahren der Daihatsu mit 6,4 Liter Normal und der Toyota mit 6,0 Liter Super auf 100 Kilometer.

Preise und Ausstattung

Doch das Knausertum hat seinen Preis: Der Yaris Verso linea sol ist mit 29.430 Mark der Teuerste in diesem Quartett. Dafür gibt es zum einen den variablen, riesigen Innenraum und zum anderen eine komplette Ausstattung, in der nur die Klimaanlage für 1980 Mark fehlt. Die kostet beim Daihatsu 1750 Mark.

Der YRV mit CXS-Ausstattung für 27.990 Mark besitzt jedoch als einziger Kopfairbags vorn. Nah dran in der Preisliste ist der Mazda Demio Exclusive für 27.290 Mark. Hier ist alles an Bord, was man braucht, nur Klima kostet 1750 Mark extra. Beim Ignis sind dafür 1690 Mark fällig, dafür kostet das Auto selbst gerade 22.400 Mark — 4890 Mark weniger als der Mazda. Variabilität und Ausstattung sind vergleichsweise mager. Zudem hat der Ignis als Einziger keine Seitenairbags. Und da versteht der mobile Mensch von heute keinen Spaß. Er hat Ansprüche. Wenn ein Hersteller passen muss — selber schuld.

Fazit und technische Daten

Fazit Der Toyota Yaris ist ein Auto für wirklich fast alle Fälle. Er schafft am meisten weg, denn er hat einfach das beste Innenraum-Konzept - dazu ausgewogene Fahreigenschaften. Die Überraschung ist der Daihatsu als Zweiter. Mit den besten Fahrleistungen, viel Platz und als Einziger mit Kopfairbags. Den dritten Platz teilen sich Mazda Demio und Suzuki Ignis. Der preiswerte Ignis setzt dabei auf den Fahrspaß, der Demio mehr auf einen praktisch eingerichteten Innenraum.

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