Daihatsu Sirion CXS

Daihatsu Sirion CXS Daihatsu Sirion CXS

Daihatsu Sirion CXS

— 12.02.2002

20.490 Mark ... und alles drin

Japan erinnert sich seiner Anfänge: simple Technik, gute Ausstattung, fairer Preis. Diese Tugenden sollen den Sirion CXS auf Erfolgskurs bringen.

Simple Technik, kleiner Preis

Unmöglich. Da kann Daihatsu nichts dran verdienen. ABS, Bremsassistent, vier Airbags, Klima, E-Fenster, Servo, Zentralverriegelung... für 20.490 Mark. Das ist nicht der Aufpreis, sondern der Preis für das ganze Auto: Sirion CXS. Ein neuer Kleinwagen im Polo-Format.

Nichts ist unmöglich. Denn seit Juni gehört Daihatsu zu Toyota. Und Japans Nummer eins, viertgrößter Autokonzern weltweit, scheint diesen kaufmännischen Seiltanz zu subventionieren. Schließlich hat der Riese mit der kleinen Adoptiv-Tochter großes vor. Daihatsu soll in Zukunft das komplette Kleinwagen-Segment für Toyota abdecken. Nach Move, Gran Move und Terios folgt Sirion, der sicher nicht zufällig japanische Tugenden der Achtziger zitiert: simple Technik, große Ausstattung, kleiner Preis. Tradition, die gefällt.

Den 1800 Kunden, die dieses Jahr nach Daihatsu-Plan noch einen Sirion kaufen sollen, kann es recht sein. Sie genießen das üppige CXS-Paket zum Preis eines Polo pur. Der kostet mit 50 PS und fünf Türen 21.500 Mark. Ohne Sidebags, ohne Servo, ohne...

Allerdings: Zaubern können die Japaner auch nicht. Die Verarbeitung des Daihatsu ist bestenfalls leidlich. Im Motorraum liegen einfach isolierte Kabel locker herum. Die Material-Anmutung entspricht dem Sirion-Preis: Modell einfach. Der Armaturenträger glänzt wie Salami, der graue Nadelfilz-Dachhimmel könnte in einer Amtstube als Bodenbelag dienen.

Einbußen beim Komfort

Und wer den dünnen Schlüssel ins hakelige Türschloß fädelt, hört pures Blech. Gedämmt wurde spärlich. Auch in den Radhäusern - auf Kopfsteinpflaster trommeln die Räder einen lauteren Beat als vergleichbare Konkurrenten. Damit läßt es sich leben - oder fahren. Schmerzlicher sind die deutlichen Komforteinbußen. Mit den kleinen, dünn gepolsterten Sitzen bekommen zumindest die Großen und Schweren unter uns nach wenigen Kilometern Rückenprobleme. Im Fond sitzen allenfalls Kinder bequem, vollwertige Kopfstützen gibt es im Fond gar nicht.

Zusätzlich malträtiert das Fahrwerk die Insassen. Obwohl sehr weich abgestimmt, hoppelt der Sirion eher unbeholfen über kurz hintereinander folgende Bodenwellen. Und wer sich mit dem Preisbrecher mal zu schnell mit einer Kurve anlegt, fühlt sich ebenso schnell verschaukelt: Der Japan-Polo steht recht wackelig auf seinen Federbeinen. Den rauhen Sound des Dreizylinders, der ab 4000 Touren röhrt, muß man mögen. Immerhin: Faul ist der Bursche nicht. In seinen 55 PS steckt eine ordentliche Portion Temperament. Das nicht zuviel Futter fordert: 6,5 Liter Normal alle 100 Kilometer (Polo 50 PS: 7,2 Liter Super).

Weniger Zeitgeist offenbaren die Bremsen: 43,5 Meter aus 100 km/h - das können andere ohne Bremsassistent besser. Ein Polo steht nach 42,6 m. Immerhin hat Daihatsu für den Fall der Fälle vorgesorgt: Sollte es mal krachen, entriegelt ein Crashsensor die Türen, schaltet automatisch Warnblinker und Innenlicht ein. Aber nur im Top-Sirion CXS. Das Basismodell CX (16.790 Mark) muß darauf ebenso verzichten wie auf Seitenairbags. Alles ist eben doch nicht möglich.

Bewertung und Fazit

Motor und Getriebe Der Dreizylinder ist drehfreudig, brummt aber ab 4000 Touren heftig, die Schaltung hakt etwas. Der Verbrauch (6,5 l Normal) ist akzeptabel.

Fahrwerk und Sicherheit Karosserie neigt sich in Kurven stark. Spürbare Lastwechselreaktionen, Lenkung müßte direkter reagieren. ABS-Bremse mäßig (43,5 Meter).

Karosserie und Innenraum Bescheidenes Platzangebot vorn, knappe Notsitze hinten: Die geteilte Rückenlehne ist klappbar, das Kofferraumvolumen mit 235 l ordentlich bemessen.

Komfort Weich gefedert, auf kurzen Bodenwellen holperig. Kleine Sitze, guter Bedienkomfort, erträgliches Geräuschniveau. Sehr gute Ausstattung.

Preise und Kosten: Top: Viel Luxus gehört bereits zum Serienumfang, drei Jahre Garantie. Gut auch: geringe Unterhaltskosten, Schadstoffklasse D3 mit Steuerbefreiung.

Fazit Optik erfrischend, Ausstattung üppig, Technik zeitgemäß. Die größten Schwächen: mäßige Fahrwerksabstimmung und dürftiges Platzangebot.

Technische Daten und Ausstattung

Technik Dreizylinder-Reihenmotor • vorn quer eingebaut • zwei obenliegende Nockenwellen • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 989 cm3 • Bohrung x Hub 72,0 x 81,0 mm • Verdichtung 10,0:1 • Leistung 41 kW (55 PS) bei 5200/min • max. Drehmoment 88 Nm bei 3600/min • elektron. Benzineinspritzung • Fünfganggetriebe • Frontantrieb • vorn Einzelradaufhängung • hinten Verbundlenkerachse • vorn innenbelüftete Scheiben-, hinten Trommelbremsen • ABS • Reifen 165/ 65 R 14 S • Kofferraum 235 l • Tankinhalt 40 l • L/B/H 3675/1590/1450 mm

Serienausstattung Fahrer-, Beifahrer-, Seiten-Airbags vorn • ABS mit Brake-Assist • Gurtstraffer/ Gurtkraftbegrenzer vorn • Klima • vier E-Fenster • E-Spiegel • ZV • Rücksitzlehne geteilt klappbar • Servolenkung

Extras Vierstufenautomatik 1790 Mark • Metallic-Lackierung 480 Mark • Ausstelldach 550 Mark • E-Glasschiebe-/Hubdach 1160 Mark • mechanisches Faltdach 1650 Mark • Leichtmetallräder ab 920 Mark



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