Daimler: Co-Produktion mit Renault-Nissan?

Daimler: Co-Produktion mit Renault-Nissan

— 24.08.2012

Gemeinsam sind wir kompakt

Daimler sucht neue Wege zur Renditesteigerung. Dafür könnte mit Renault-Nissan ein Tabu gebrochen werden: Möglicherweise produziert Mercedes erstmals gemeinsam mit einem Partner einen Pkw.

(dpa/cj) Auf der Suche nach neuen Ideen für sinkende Kosten könnte sich Daimler laut einem Zeitungsbericht zu einem Tabubruch durchringen. Es gebe konkrete Überlegungen, zusammen mit dem Partner Renault-Nissan einen Pkw der Kernmarke Mercedes zu produzieren, berichtet die "Financial Times Deutschland" (23. August 2012) unter Berufung auf "hochrangige Konzerninsider". Dem Blatt zufolge könnten schon 2016 kleinere Mercedes-Modelle und Autos der Nissan-Premiumtochter Infiniti gemeinsam vom Band laufen. Im Gespräch sei ein kleinerer Geländewagen, als Produktionsstandort Osteuropa denkbar. Daimler äußerte sich nicht zu dem Bericht.

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Es wäre das erste Mal, dass Daimler ein Pkw-Modell mit dem Stern für eine Co-Produktion öffnet. Seit längerem sorgen sich die Schwaben trotz guter Absatzzahlen um ihre schwächelnde Rendite. Im Rennen um die Krone im Premiumsegment hinken sie derzeit BMW und Audi hinterher. Umgerechnet auf die verkauften Autos verdient die Konkurrenz mehr, ist also in den Gesamtstrukturen des Kerngeschäftes profitabler. Spätestens 2020 will Daimler aber wieder ganz vorne sein. Zur Eröffnung des neuen Werkes im ungarischen Kecskemét Ende März 2012 hatte der Dax-Konzern mitgeteilt: "Die Profitabilität wird Mercedes-Benz Cars weiter stärken durch projektbezogene Kooperationen wie zum Beispiel mit Renault-Nissan sowie durch Einsparungen im Rahmen der Modul- und Plattformstrategien und mehr Effizienz in der Wertschöpfungskette."

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Schon 2010 stellten Daimler-Chef Zetsche (r.) und Renault-Nissan-Kollege Ghosn die Weichen mit einer Überkreuzbeteiligung beider Unternehmen.

Mit der französisch-japanischen Kombination Renault-Nissan gibt es seit April 2010 eine strategische Allianz und zudem bereits eine Reihe von Projekten und Plänen. So sollen von 2014 an im Nissan-Werk im US-Bundesstaat Tennessee Mercedes-Benz-Vierzylinder-Benzinmotoren gebaut werden. Die Partner prüfen auch eine Gemeinschaftsproduktion des alternativen Brennstoffzellenantriebs. Bei den Nutzfahrzeugen ist die Kooperation schon am weitesten – wie beim Transporter Mercedes Citan/Renault Kangoo. Dort haben die Partner für Japan schon den Austausch ganzer Modelle vereinbart. So soll Daimlers Tochter Fuso künftig auch für Nissan das Fünf-Tonnen-Modell Canter bauen. Im Gegenzug wird Nissan für Fuso einen Lastwagen unter fünf Tonnen herstellen. So schließen beide Lücken in ihrer Palette.

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Auch bei den Kompaktwagen auf einen engeren Schulterschluss zu setzen, wäre eine Option, um Kosten zu drücken. In diesem Segment sind die Margen schwächer, was den Fokus besonders auf Effizienz bei der Produktion lenkt. Die Familie der kompakten Wagen soll bei Daimler von zwei auf fünf wachsen. Bereits bekannt sind die A-Klasse und die B-Klasse. Zudem wird es eine kleine Geländelimousine geben und ein viertüriges kompaktes Coupé unterhalb der C-Klasse. Details zu Nummer fünf sind noch nicht bekannt.

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