Mercedes S 400 BlueHybrid

Daimler und Evonik gründen Allianz

— 16.12.2008

"Elektroauto für alle"

Daimler und Evonik Industries machen gemeinsame Sache. Die beiden Unternehmen wollen in Zukunft Hochleistungsakkus mit modernster Lithium-Technik produzieren. Langfristiges Ziel ist ein bezahlbares Elektroauto für alle.

Gemeinsam mit dem Industriekonzern Evonik will Daimler in Zukunft Hochleistungsakkus für Elektroautos produzieren. Eine entsprechende strategische Allianz der Unternehmen ist nun gegründet. Daimler plane Investitionen "im niedrigen dreistelligen Millionenbereich", sagte Daimlerchef Dieter Zetsche. Bereits 2009 kommt mit dem Mercedes S 400 Bluehybrid das erste Hybridauto der Stuttgarter, 2010 werde das erste Fahrzeug mit einer Lithium-Ionen-Batterie der neuen Generation angeboten. Die Fertigung soll beim Unternehmen Li-Tec in Kamenz (Sachsen) anlaufen, an dem Evonik die Mehrheit hält. Daimler will dort mit einer Minderheitsbeteiligung einsteigen. Die leistungsfähige Technik ermögliche Elektroautos für alle, "alltagstauglich, sicher, bezahlbar", versprach Evonik-Chef Werner Müller. Nach Schätzung der Bundesregierung und der Automobilindustrie werden bis 2020 bereits eine Million Elektro-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein.

Die neuen Akkus sind zweieinhalb mal so stark wie NiMH-Batterien

Der Evonik-Ableger Li-Tec ist bei der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien nach Einschätzung Zetsches weltweit führend. Die Batterien sind laut Evonik zweieinhalb mal so stark wie gängige Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) und dank einer mit Nanoteilchen beschichteten Folie deutlich brandsicherer. Das Chemieunternehmen schätzt das Marktvolumen auf zehn Milliarden Euro bis 2025. Die Technik könne auch außerhalb des Autobaus für große Haushaltsgeräte oder die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt werden, sagte Müller. Es gebe Gespräche mit Bundes- und Landesregierungen über die Förderung der Industrieansiedelungs- und Forschungsvorhaben. Bei Li-Tec in Kamenz soll sich die Zahl der Beschäftigten von jetzt 100 bis zum Jahr 2016 verzehnfachen.

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