DaimlerChrysler-Aktie legt zu

Mercedes-Benz beschleunigt die DaimlerChrysler-Aktie

DaimlerChrysler-Aktie legt zu

— 04.06.2002

Neue E-Klasse heizt Absatz an

Mercedes-Benz beschleunigt die DaimlerChrysler-Aktie. Vor allem dank der neuen E-Klasse.

Analysten zeigen sich optimistisch

DaimlerChrysler gibt mit der E-Klasse kräftig Gas: Nachdem Konzernchef Jürgen Schrempp am Wochenende gute Absatzzahlen (9450 Einheiten im April 2002) für das neue Modell bekannt gegeben hatte, legte gestern (4.6.) auch die Aktie zu. Nach Ansicht von Analystin Krista Kepler von Merck Finck & Co ist die Reaktion der Aktie durchaus gerechtfertigt. "Mercedes-Benz ist beim Umsatz- und vor allem beim Ergebnisbeitrag mit Abstand das wichtigste Segment im Konzern." Und die E-Klasse sei von den Verkaufszahlen die Nummer zwei der Pkw mit dem Stern auf der Haube. DaimlerChrysler verteuerten sich bis zum Nachmittag um 1,1 Prozent auf 53,13 Euro. Dabei half auch die Mitteilung der Deutschen Bank, den 13-Prozent-Anteil an dem Konzern in diesem Jahr nicht verkaufen zu wollen.

Die Analysten sind für das Gesamtjahr zumeist optimistisch. Nach der Aussage Schrempps auf der Hauptversammlung, er plane beim "operating profit" von 1,35 Milliarden Euro im vergangenen Jahr eine "deutliche Verdopplung", waren die Märkte zunächst irritiert. Zwar gibt es von Schrempp immer noch keine genauen Aussagen. "Aber wir glauben, dass eine Steigerung auf 4,5 Milliarden Euro realistisch ist", sagt Analyst Sebastian Stein von der Bankgesellschaft Berlin (BGB). Beim Umsatz traut sich DaimlerChrysler eine Prognose zu: Er werde voraussichtlich von 153 Milliarden Euro im Vorjahr auf 150 Milliarden Euro sinken, hieß es kürzlich. BGB-Analyst Stein erwartet jedoch einen Rückgang auf 144 Milliarden Euro.

Probleme gibt es auf dem US-Markt. Die umfangreichen Kaufanreize im vierten Quartal des vergangenen Jahres (Null-Prozent-Finanzierung, Rabatte) haben den Herstellern zwar Absatzrekorde beschert. Diese wurden jedoch teuer erkauft, die Gewinnmargen schrumpften. Nun versuchen die Produzenten, diese so genannten Incentives wieder herunter zu fahren, damit sich die Kunden nicht daran gewöhnen. Stein: "Das ist schwierig, das geht nur mit neuen Modellen." Bei Chrysler seien wirklich neue Modelle jedoch erst im kommenden Jahr zu erwarten.

Starker Euro drückt nur leicht aufs Ergebnis

Dennoch erwarten Kepler und Stein bei Chrysler nach schwarzen Zahlen im ersten Quartal weiterhin eine positive Entwicklung. Die Umstrukturierung habe gegriffen. "Wir rechnen damit, dass Chrysler auch im Gesamtjahr positiv ist, wenn vielleicht auch nicht in jedem einzelnen Quartal", so BGB-Analyst Stein. Das würde zu einer erheblichen Entlastung beim Konzernergebnis führen, das die US-Tochter im vergangenen Jahr noch mit einem Verlust von 2,18 Milliarden Euro belastet hatte.

Bleibt die Frage, wie sich die Volkswirtschaften entwickeln. Mercedes-Benz ist von der Konjunktur weniger abhängig, wie die große Nachfrage nach der neuen E-Klasse zeigt. Probleme bekämen die Sparten Chrysler und Nutzfahrzeuge, die ohnehin geringe Gewinnmargen aufweisen. Doch die Analysten sind zuversichtlich. "Der Aufschwung kommt langsam, aber er kommt", ist sich Kepler sicher. Stefan Greifeneder von der Bayerischen Landesbank stimmt zu: "Wir erwarten eine zunehmende Kaufbereitschaft der Kunden und dadurch eine Dynamisierung des Auto-Absatzes in den USA."

In der aktuellen Euro-Stärke gegenüber dem Dollar sieht Greifeneder kein großes Problem: "Vielleicht drückt der Euro-Kurs bei DaimlerChrysler leicht aufs Ergebnis, aber die Auswirkungen werden nicht dramatisch sein." Er hat die Aktie auf "Übergewichten": "Die hat noch Luft nach oben." Krista Kepler hält DaimlerChrysler fundamental für sehr gut, der Titel sei aber mit "Market perform" auf Sicht von sechs Monaten eingestuft - "und da ist das Meiste schon eingepreist". Auch Stein hat keine Probleme mit den Fundamentaldaten, das Kursziel von 52 Euro sei aber erreicht. Seine Empfehlung lautet deshalb "Reduzieren".

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