Dakar 2017

Dakar: Ellen Lohr fordert

— 15.01.2017

Mehr Federweg für Allradler!

Ellen Lohr zieht nach der diesjährigen Rallye Dakar ihr Fazit und hat eine Idee, wie die Rallye Dakar 2018 noch spannender werden könnte.

14. Januar 2017

Auch wenn die 2017er Ausgabe der Mutter aller Marathon-Rallyes die kürzeste war, die es jemals gab. Auch wenn zwei entscheidende, lange, schwere Etappen abgesagt werden mussten. Auch wenn wir am Ende die Dominanz einer Marke gesehen haben. Auch wenn prozentual gesehen so viele Teilnehmer wie nie das Ziel gesehen haben; eines war diese Dakar auf jeden Fall: Spannend!

Die Würze der Dakar 2017 war der Kampf der Giganten. In diesem Fall nicht die Auseinandersetzung der Marken, sondern der konstante Kampf um jede Sekunde zwischen dem Altmeister der Dakar, Stéphane Peterhansel, und dem Mann, der im Vorfeld keinen Zweifel daran ließ, dass bei seinem zweiten Dakar-Abenteuer nur ein Sieg zählen kann, Rallyeweltmeister Sébastian Loeb.

Der Routinier gegen den Allrounder, beide auf einem überlegenen Peugeot 3008 DKR Rallye Prototypen unterwegs. Diese beiden konnten sich eigentlich nur selber schlagen. Nachdem Carlos Sainz, ebenfalls mit einem Dakar-Sieg ausgestattet, schon früh das Rennen durch Unfall beenden musste (wie so oft) und Cyril Despres der vierte im Bunde der Franzosen, in den entscheidenden Momenten nichts gegen die beiden Kampfhähne entgegensetzen konnte, kam es zum Showdown auf der vorletzten Etappe.

Loeb, auf diesem vorletzten Teilstück klar favorisiert patzt, fährt sich einen Reifenschaden ein und muss mitansehen, wie Peterhansel um die entscheidenden fünf Minuten davonzieht. Zuvor zog der nun mehrdreizehnfache Dakar-Sieger alle Register der psychologischen Kriegsführung, ließ sich nicht verunsichern und gab Loeb auf der Stage sogar den Vortritt, um dessen Speed von hinten kontrollieren zu können. Keine 600 Meter später übertreibt es Loeb und fährt sich den Platten ein.
Peterhansel ist ein würdiger Sieger dieses Duells. Solange er fährt, wird es für die Konkurrenz schwer sein, jemals die Dakar zu gewinnen!

Ellen Lohr berichtet live von der Rallye Dakar 2017

Lange sah es so aus, als ob Toyota, in Persona Nani Roma, den Peugeot Dampf unter dem Diesel machen könnte. Am Ende schwächelt aber auch er. Ein vierter Rang gegen diese Konkurrenz ist aber trotzdem einen Lorbeer wert. Ebenfalls auf Toyota gewinnt Dirk von Zitzewitz, Navigator beim Südafrikaner Giniel de Villiers den Zweikampf gegen das MINI Duo Terranova/Andy Schulz und landet folgerichtig in den Top 5. Schulz navigiert seinen heißblütigen, argentinischen Fahrer mit bajuwarischer Ruhe auf P6 und ist damit im Ziel bester MINI.

Das hatte sich Sven Quandt, Teamchef der deutschen MINI-Equipe sicher anders vorgestellt. Drei völlig überarbeitete Prototypen hatte er am Start, neben fünf Kundenfahrzeugen. Doch zwei seiner potentiellen Frontrunner, Mikko Hirvonen und Yazeed al Rajhi bleiben wegen, nennen wir es unvorhersehbarer Zwischenfälle, hinter den Erwartungen zurück. Yazeed, von Timo Gottschalk navigiert, bekommt die Höhenkrankheit und fällt aus. Hirvonen nach fulminantem Start bei seiner ersten Dakar im vergangenen Jahr (3.), verfährt sich zu heftig und muss auch noch einen Unfall mit einem LKW verarbeiten, was in auf Position dreizehn zurückwirft.

Viel Freude bereitet in diesem Jahr Stephan Schott, der Privatier im MINI-Team. Er fährt sein bestes Dakar-Ergebnis ein: 15. Platz. „Wenn die beiden schweren Etappen noch dazugekommen wären, hätte es sogar noch ein wenige besser aussehen könnten“, wagt er im Ziel eine Prognose.

Insgesamt hat diese Dakar Freude gemacht, und dass, obwohl in Bolivien die wahrscheinlich regenreichsten Tage zu verzeichnen waren, die es je auf einer Dakar gegeben hat. Die Mechaniker mussten sprichwörtlich im Schlamm robben um zu arbeiten.

Der Wermutstropfen der wenigen Wertungskilometer wurde durch den spannenden und bis zum Schluss offenen Zweikampf an der Spitze wett gemacht. Dennoch sollte in der Pause bis zum nächsten Januar diskutiert werden, denn das aktuelle Reglement bevorteilt die Buggy-Bauweise nach Meinung vieler zu sehr. Besonders im Fokus steht dabei der Federweg. Der ist bei den Allradlern auf mickrige 25 cm begrenzt. Die Buggies haben mehr als doppelt soviel Weg zur Verfügung. Wer sich die Fernsehbilder genauer anschaut, sieht sehr genau, dass die Buggies jede Kurve cutten, also durchs Gestrüpp abkürzen können. Wenn das ein Allradler versucht, gibt es Bocksprünge und die Gefahr besteht, dass man sich gleich ein ganzes Rad abreißt. Fünf Zentimeter mehr und das Rennen um die Dakar 2018 wäre wieder sehr offen, der Kampf um die Spitze vielleicht wieder ein Zehnkampf. In Sinne der Fans wäre es allemal.
Das Top-10-Ergebnis 2017: Hier

Eure Ellen Lohr

13. Januar 2017

Die große Frage vor Beginn der vorletzten Etappe war heute: Würden die fünf Minuten Vorsprung von Altmeister Stephane Peterhansel auf seinen Markenkollegen bei Peugeot, Sebastian Loeb, reichen, um weiter vorne zu bleiben. Die Strecke an den letzten beiden Tagen – Rallyestyle. Der Vorsprung knapp. Alles sprach dafür, dass Loeb das Blatt zu seinen Gunsten wenden könnte, um vor dem letzten Tag in Führung zu gehen.

Am Anfang sah es auch genau danach aus. Auf dem ersten Teilstück der Strecke war Loeb vorne und hatte zu dem Zeitpunkt knapp zwei der fünf Minuten Vorsprung abgearbeitet. Aber im zweiten Teil nach einer Neutralisationsphase, fuhr er sich einen Platten ein und damit war die Aufholjagd beendet. Im Ziel holte er zwar doch noch einen mit 18 Sekunden äußerst knappen Etappensieg, der Angriff auf die Spitze aber war verfehlt. Wenn man für einen schnellen Reifenwechsel drei-vier Minuten festhält, dann hätte der Wechsel auf Position eins heute durchaus gelingen können. Nun ist Loeb für den morgigen Tag klar in der Defensive.

Zum Abschluss gibt es am letzten Tag auf dem Weg nach Buenos Aires noch eine Kurzetappe mit 64 Kilometern. In der Theorie muss Peterhansel seine Führung also nur noch verwalten. In der Praxis muss er trotzdem auf der Hut sein, denn keiner der Führenden war bei dieser Dakar fehlerfrei und fünf Minuten bleiben unter diesen Voraussetzungen knapp.

Für viele andere werden es allerdings 64 Kilometer Shoot-Out, Vollgas, Attacke, denn das Feld hinter den Peugeot liegt teilweise noch irrsinnig eng beieinander. Das gilt auch für zwei deutsche Beifahrer. Dirk von Zitzewitz im Toyota an der Seite von Giniel de Viliiers liegt zwar momentan in den Top-5, hat aber den heißen Atem des Argentiniers Terranova im Nacken. Dessen MINI wird von Andy Schulz navigiert. Das Duell der deutschen Top-Beifahrer wird definitiv erst auf den letzten Metern entschieden. Zwei Minuten trennen die Kontrahenten.

Ellen Lohr berichtet live von der Rallye Dakar 2017

Eine weitere deutschsprachige Beifahrerin macht auf ihrer ersten Dakar ebenfalls eine richtig gute Figur: Ilka Minor. Die Österreicherin in den Diensten von Martin Prokop, die normalerweise in der Rallye-Weltmeisterschaft ansagt, liegt auf Gesamtrang 11. Nur sechseinhalb Minuten trennt das Duo von den Top 10 Rängen. Einmal auf dieser Rallye verpasste sie denkbar knapp einen sogenannten Waypoint, den das Beifahrer GPS registrieren muss und kassierte eine Strafstunde. Ohne diese Bestrafung lägen die beiden locker auf Position sieben. Das lässt für die Zukunft aufhorchen.

Stephan Schott, einer von zwei deutschen Fahrern bei der diesjährigen Dakar, liegt momentan auf Position 15. Wenn er das Morgen ins Ziel bringt, wäre das seine beste Platzierung, seit er 2009 erstmalig die Dakar bestritt.

Die Truck-Kategorie war im Verhältnis zu den Vorjahren nicht ganz so spannend. Warum? Sie scheint 2017 fest in Kamaz-Hand. Auch wenn es fünf verschiedene Gewinner auf den einzelnen Stages gab, so war Nikolaev mit drei Siegen am konstantesten. Und genau diese Konstanz bringt ihn vor der letzten Etappe in die beste Position. Er führt mit 17 Minuten das Klassement an. Eigentlich sollte da nichts mehr schiefgehen für die Russen, denn mit Sotnikov haben sie auf Position zwei noch ein heißes Eisen im Feuer. Heute, wie zu erwarten, auch Frederico Villagra auf Iveco stark. Im Ziel trennen ihn nur 52 Sekunden von Nikolaev. Der Argentinier wohnt gleich um die Ecke. Ein eindeutiger Heimvorteil, den er allerdings nicht in seinen ersten Etappensieg 2017 umwandeln kann.

De Rooy wird heute Fünfter und liegt im Gesamt immer noch an drei, nach dem Sieg im vergangenen Jahr, kann er aber nicht zufrieden sein.

Völlig im Dunkeln bleibt die Situation um Hans Stacey auf MAN. Er  weigerte sich gestern nach Unstimmigkeiten über seine Startposition an zu fahren, wurde am Ende des Tages aber als Neunter gewertet. Ein Statement warum, wieso, weshalb die Situation so behandelt wurde, gibt es bis heute Abend nicht. Auflösung des Rätsels also vielleicht Morgen. In der Gesamtabrechnung liegt er an Position acht, als einziger MAN unter den Top-10. Er hatte wie Kollege Versluis mit Getriebeproblemen zu kämpfen und das, obwohl er auf Bewährtes setzte. Versluis trat erstmalig mit einem Automatikgetriebe an, hatte aber ebenfalls in der großen Höhe Boliviens mit der Neuentwicklung zu kämpfen.

Zu unkonstant auch die Leistungen der Renault und Tatra. Zwei respektive ein Etappensieg gehen an die jeweiligen Werksteams, in den Top-10 spielen aber beide keine wirkliche Rolle.

Auch für die Trucks bleiben Morgen nur die 64 Kilometer Reststrecke, bevor es zum Podium nach Buenos Aires geht.

Eure Ellen Lohr

12. Januar 2017

Die Dakar 2017 ist französisch. Kurz vor Ende der Rallye liegen drei Franzosen auf einem französischen Fabrikat vorne. Sébastien Loeb, Stéphane Peterhansel und Cyril Despres sind die Protagonisten im Peugeot Werksteam, wenn es um die Frage geht, wer am Ende in Buenos Aires den goldenen Tuareg, den traditionellen Pokal für den Sieger, entgegennehmen wird.

Vieles deutet nach acht gefahrenen Etappen darauf hin, dass es am Ende der Ex-Rallye-Weltmeister Sebastian Loeb sein wird. Durch die Absage der zwei längsten Etappen des Marathons fehlen bei der diesjährigen Ausgabe die selektiven, reinen Offroad Passagen, bei denen sowohl die Konkurrenz der Peugeot als auch die Routiniers im eigenen Team, Peterhansel und Despres Zeit hätten holen können.

Beide sind bereits mehrmalige Gewinner auf dem Motorrad gewesen, als Sebastian Loeb die Dakar noch gar nicht auf seinem Schirm hatte. Peterhansel avancierte zum Rekordgewinner und fuhr auch mit dem Auto sechmal als erster über das Podium.

Ein französisches Duell: Peterhansel vs. Loeb

Bei Loebs beiden Dakar-Einsätzen 2016 und 2017 spielte ihm einiges in die Karten. Im vergangenen Jahr, als er auf Anhieb Etappen gewinnen konnte, gab es durch die kurzfristige Absage von Peru als Austragungsort fast nur schnelle Rallyestrecken zu bewältigen. Loeb verabschiedete sich mit einem Crash im zweiten Teil der Rallye und wurde nur Neunter, hatte aber soviel Erfahrungen gesammelt, dass er in diesem Jahr von Anfang an als Titelkandidat antrat. Nun also wieder mehr Rallye als Offroad. Spricht für Loeb.

Stéphane Peterhansel war nach seinem letzten von dann insgesamt zwölf Dakarsiegen fast schon zurückgetreten, tauchte dann überraschenderweise doch wieder im Peugeot-Aufgebot auf und zeigte bei der diesjährigen Ausgabe der Rallye von Anfang an Biss. Ganz klar, der Altmeister will hier noch mal seine außergwöhliche Klasse beweisen. Ist er im Normalfall eher der abwartende Typ, der sich auf den schnellen Stücken zurückhält und in den Offroad-Teilen gnadenlos zuschlägt. Da hatte er wohl so was wie eine Vorahnung, was die Absage der anspruchsvollen Teilstrecken angeht, denn ausnahmsweise war er von Anfang an ganz vorne dabei.

Am 12. Januar wird es dann richtig knapp für den Ehemann der deutschen Dakar Pilotin Andrea Mayer. Er stößt mit einem Motorradfahrer zusammen und muss mit ihm gemeinsam auf den Rennarzt im Helikopter warten. Der Motorradfahrer bricht sich ein Bein, Peterhansel bekommt seine Standzeit gutgeschrieben. Peterhansel gewinnt die Etappe mit einem Vorsprung von 7:28 Minuten Loeb.

In der Gesamtwertung hat Peterhansel vor den letzten beiden Renntagen nun einen Vorsprung von 5:50 Minuten auf Loeb, der auf den erstmaligen Gewinn der Rallye Dakar hofft. Allein: Die letzten beiden Etappen sind nun wieder Rallyestrecken, Loebs Revier.

Cyril Despres, ebenfalls eine Dakar Legende, scheint mir persönlich der Schwächste von den Dreien zu sein, obwohl auch er in der Zwischenzeit das Klassement angeführt hat. Vielleicht erleben wir am Ende eine Überraschung, denn die Ex-Motorrad-Piloten sind generell nicht zu unterschätzen, wenn sie aufs Auto umsatteln.

Ein weiteres Beispiel dafür ist Nani Roma auf Toyota, der einzige echte Verfolger des Trios im Jahr 2017. Als Ex-Teamkollege von Peterhansel, damals in MINI-Diensten, hat er die Dakar ebenfalls schon auf zwei und auf vier Rädern gewonnen. Bei seinem Sieg im MINI kam ihm allerdings eine Stallorder zu Gute. Er hatte auf einer Etappe der Rallye 2014 Peterhansel seine Ersatzreifen überlassen. Zum Dank gab es einen Nichangriffspakt für die letzte Stage. Der Franzose, zu diesem Zeitpunkt virtuell in Führung, machte daraufhin kurz vor dem Ziel eine demonstrative Pipi-Pause. Roma gewann. Peterhansel stieg aus seinem bestehenden Vertrag aus und ging zum damals neuen Peugeot-Team.

Roma hat aber nur noch Außenseiterchancen auf den Sieg. Dass sich wirklich die drei Führenden auf den beiden letzten Etappen verabschieden, scheint zwar möglich aber unwahrscheinlich. Freuen wir uns also in den letzten Tagen auf ein offenes und direktes Duell zwischen Loeb und Peterhansel. Spannend bleibt das auf jeden Fall bis auf den letzten Meter.

11. Januar 2017

Nach der Absage der Etappe am 11. Januar, finden sich alle Teilnehmer sowie die Servicefahrzeuge zum sogenannten Regrouping im argentinischen Chilecito ein. Gestern war die Serviceroute/Verbindungsetappe durch einen Erdrutsch blockiert. Hier wird am Morgen des 12. Januars die neunte Stage gestartet. Nachdem am Vortag einige Fragen zur Absage offen geblieben waren, stellen wir Renndirektor Etienne Lavigne in einem Interview zur Rede:

Warum wurde im Vorfeld keine alternative Route ausgearbeitet. Beispielsweise mit mehr Schotteranteil? Es war ja klar, dass wir im Januar in Bolivien in die Regenzeit fahren.

Etienne Lavigne: Das meteorologische Phänomen, das uns hier heimgesucht hat, betrifft ja ein viel größeres Areal, als die Orte, an denen die Rallye stattfindet. Insofern hätte uns eine andere Route auch nicht weitergeholfen. Das Wetter ist seit der ersten Dakar in Südamerika 2009 ein wichtiger Faktor. Außerdem darf man nicht vergessen, dass auch bei der alten Dakar in Afrika bereits Etappen wegen der Wetterlage abgesagt werden mussten.

Wie wurde diese Stage vorbereitet?

Für Toyota ging es am ersten Tag gut los

Wie alle anderen auch. Es ist eine Herkulesaufgabe, die uns fast ein ganzes Jahr beschäftigt. Wir fahren einen potentiellen Kurs mehrere Male ab und legen die Gesamtstrecke fest, wobei wir dann auch gleich entscheiden, wo die Zuschauerpunkte sein werden etc. Dabei sind die Wetterbedingungen natürlich die einzige Unsicherheit, die bleibt, da wir ja Monate vor der eigentlichen Rallye die Strecken befahren. In diesem Fall konnte niemand vorausahnen, dass ein Erdrutsch ein ganzes Dorf wegfegen und eine Straße blockieren würde. Die einzige Möglichkeit auf so etwas vorbereitet zu sein, wäre gewesen, für jeden einzelnen Kilometer eine Alternative bereits zu haben, was offensichtlich unmöglich ist.

Warum sind die Bivaks nicht besser gegen Wasser geschützt. Der Schlamm in Oruro war in diesem Jahr knietief.

In Oruro sind 50mm/h Regen niedergegangen, das ist wirklich außergewöhnlich. Die ursprüngliche Planung war ein anderes Bivak, aber die bolivianische Regierung wollte aufgrund der zu der Zeit herrschenden Wasserknappheit lieber dieses Bivak für die Dakar beibehalten. Wenn wir uns zurückerinnern an das Bivak in Salta 2015. Das hatte Gras und Asphalt und lag direkt bei der Stadt, aber aufgrund eines Gewittersturms lag es quasi in Trümmern. Busse steckten im Matsch fest und am Ende fiel die gesamte Elektrik aus. Sodass alle ohne Licht im Cateringbereich ausharren mussten.

Warum wurde die neunte Etappe nicht einfach später gestartet oder verkürzt?

Ab jetzt wird das Gelände noch viel unwegsamer...

Man benötigt zwischen sechs und sieben Stunden um Salta auf der alternativen Serviceroute, die wir nach dem Erdrutsch ausgegeben haben, zu erreichen. Dabei muss man daran denken, dass um neun Uhr morgens nur 85 (von 134) Motorradfahrer, 23 Autos und 24 Trucks das Bivak erreicht haben. Das gleiche gilt für die Servicefahrzeuge. Hinzu kommt noch der Fakt, dass alle auf dem Weg in das Bivak nach der Marathonrallyeetappe waren. Wie hätten die Rennautos denn da vorbereitet werden sollen, noch dazu für die härteste Stage der Rallye?

Wie funktioniert das mit der Wettervorhersage?

Wir haben natürlich ein genaues Auge auf das Wetter. In der Organisation haben wir einen eigenen Mann dafür. Trotzdem kann sich das Wetter hier von einer Stunde zur anderen ändern. Deshalb reagieren wir auch kurzfristig. Nach unserer Meinung muss ein verantwortungsvoller Veranstalter die Sicherheit als oberste Priorität setzen.

10. Januar 2017

Das einzige Foto aus dem Biwak des heutigen Tages ist das Foto einer leeren Wiese. Nach einer schönen Etappe ist die Verbindungsstrecke 160 Kilometer vor dem Zielort Salta gesperrt. Ein Erdrutsch ist abgegangen und hat den Ort Volcan unter sich begraben. Alle Fahrzeuge sind nun auf einer alternativen Route ins Biwak unterwegs und werden nicht vor Mitternacht erwartet. Da dies bedeutet, dass die nicht geländegängigen Autos, Camper und LKW nicht mehr rechtzeitig vor dem Start der morgigen Etappe vor Ort sein können, hat der Veranstalter beschlossen eine weitere Königsetappe der diesjährigen Dakar abzusagen.
Zwillinge Coronel: Abenteur Dakar

Nach der achten Stage heute zeigt sich das gleiche Bild wie in den Vortagen. Die drei Peugeot geben den Ton an, dieses Mal hat im Zweikampf Loeb – Peterhansel, Sebastian Loeb die Nase vorn. Cyril Despres verliert weiter fünf Minuten auf die Teamkollegen, hält sich aber in den Top drei, da Nani Roma auf dem Werks-Toyota mit 14 Minuten Rückstand nur auf Platz sieben einläuft. Hirvonen und de Villiers bestätigen ihre Leistungen vom Vortag, im Gesamtklassement ändert das aber zunächst einmal nichts.

Ein französisches Duell: Peterhansel vs. Loeb

Romain Dumas, der bereits Carlos Sainz verunfallten Peugeot Buggy ins Ziel gezogen hat, beweist einmal mehr, dass er den Dakar-Spirit lebt. Als ein Konkurrent auf der Seite liegt und um Hilfe bittet, das geschieht mittels bereits am eigenen Auto befestigtem Abschleppseil und heftigem Winken mit demselben, fahren einige Teilnehmer vorbei, aber der Franzose im privat eingesetzten Vorjahres Peugeot hält an, zieht einmal kurz an, Seil wieder ab und weiter geht`s. Das kostet ihn keine Minute, aber immerhin liegt er in den Top 10, da zählt diese Minute am Ende vielleicht einiges. Hut ab!

Hinter Hirvonen im Mini ist Markenkollege Terranova, der als schwierig geltende Argentinier, als siebter Gesamt bester Mini. Es scheint, dass sein deutscher Beifahrer Andy Schulz ihn in den Griff bekommen hat. Legendär die Geschichte, als Terranova`s Beifahrer bei der Dakar 2012, nach einem Streit einfach ausgestiegen ist und nach Hause flog.

Bei den Trucks gab es auch heute wieder durchaus dramatische Szenen durch in Matschlöchern versunkene Renntrucks. Die Top drei liegen am Ende der Etappe innerhalb von 42 Sekunden. Zum zweiten Mal gewinnt mit Martin van den Brink ein Renault eine Stage, im Gesamt ist der Niederländer aber vollkommen abgeschlagen auf Position 38 zu finden. Ein Desaster erlebt auch Hans Stacey auf MAN der nunmehr als 13. im Klassement nur noch Wasserträger für Markenkollegen Peter Versluis mit seinem deutschen Beifahrer Artur Klein sein kann.

De Rooy hat zu kämpfen bleibt aber als dritter Gesamt den beiden Führenden Kamaz auf den Fersen.

Ellen Lohr berichtet live von der Rallye Dakar 2017

Mathias Behringer einziger deutscher Renntruck Pilot hatte vor dem Marathontag einiges zu tun. Er riss sich den Lüfter an seinem Wasserkühler ab. Da der identische Schaden ihn vor ein paar Jahren zum Aufgeben gezwungen hatte, entschied sich die Crew dieses Mal gleich auch die Welle und alle anderen in Frage kommenden Teile zu wechseln. Als letzter Truck versank er dann, wie andere Teilnehmer in einem großen Schlammloch, jedoch ohne Hilfe, da einfach keiner mehr da war. Heute wird er 38.

Das ist genau der Ansatz, der einem inzwischen bei der Dakar fehlt. Kämpfen bis in die Nacht. Alle! Auch die Servicecrews!

9. Januar 2017

Und weiter geht`s mit den kurzen Strecken. Nach der Absage der längsten Stage der Dakar am Samstag, bekommen die Teilnehmer heute zumindest die Hälfte der vorgesehenen Strecke unter die Räder.  161 Rennkilometer stehen auf dem Programm, für die Trucks werden es am Ende nach einer weiteren Verkürzung 141 sein. Am Abend treffen sich dann alle verbliebenen Teams im Marathonrallyefahrerlager in Uyuni. Hier erwartet sie die Gesamtbevölkerung. Bolivianer lieben die Dakar, selbst in den entlegendsten Ecken des Landes.

Bei den Autos kommt nach dem Rallyesprint sogar so etwas wie Dramatik auf. Peterhansel gewinnt eine weitere Stage und nimmt Sebastian Loeb 48 Sekunden ab, im Gesamt ist er nun knapp zwei Minuten vorne. Dieser Zweikampf sorgt für Emotionen, denn Loeb will hier im zweiten Anlauf gewinnen, der Kerl ist kein Fahrer für zweite Plätze. Der Altmeister gibt sich aber erfrischend angriffslustig und verweist den Rallyeweltmeister im Laufe der Rallye zum zweiten Mal auf die Plätze. Ausgleich also bei der Anzahl der Etappensiege.

Superspannend auch die Performance des einzigen wirklichen Peugeot-Verfolgers Nani Roma. Er nimmt Cyril Despres über drei Minuten ab und rutscht damit auch in der Gesamtwertung auf einen Podiumsplatz. Beide sind Ex-Motorradfahrer und Dakar-Gewinner, wobei Despres zwar mehr Titel auf zwei Rädern erringen konnte, Roma ihm aber einen Dakar-Sieg im Auto voraus hat. Endlich läuft es auch für Dirk von Zitzewitz an der Seite seines Fahrers de Villiers. Dritter am heutigen Tag. Schöne Leistung der beiden.

Wer sich wundert, warum Timo Gottschalk noch immer Yazeed al Rajhi navigiert, obwohl die beiden doch eigentlich aufgegeben hatten, da der Araber nicht mit der Höhe zurecht kam: Mini hat gegen den Ausschluss Protest eingelegt. Der ist zwar chancenlos, aber man ermöglicht dem Duo so, die Dakar weiterzufahren.

Bis auf die Verschiebungen an der Spitze bleibt aber der Grundtenor der Rallye erhalten. Peugeot gibt den Ton an, Mini wahrt mit Hirvonen auf P5 immer noch eine Chance auf`s Podium und die Toyotas bleiben die stärksten Verfolger. Wenn das so bleibt, können wir uns darauf freuen, dass die Franzosen weiterhin unter Druck bleiben und Peterhansel und Loeb bis zum Ende mit allen Mitteln um diesen Sieg kämpfen werden.

Die Trucks sind bei dieser Dakar ein wenig die Stiefkinder. Sie brechen zu ihren Etappen auf, wenn alle anderen weg sind und kommen meist so spät ins Biwak, dass alle Internetverbindungen bereits gekappt sind. Und dass, obwohl sich de Rooy und Co größter Beliebtheit erfreuen, nicht nur in den Niederlanden, dem Land, dass bei den „Großen“ die meisten Teilnehmer stellt.

Auch heute kann de Rooy, der Vorjahressieger, sein Führung verteidigen, aber sein Vorsprung schmilzt. Nur noch zwei Minuten vor dem besten Kamaz bei dieser Dakar, Dmitry Sotnikov. Die Kamaz-Schmiede kann auf einen riesigen Schatz von siegfähigen Piloten zurückgreifen und so reihen sich die Altmeister Nikolaev und Madeev auf Position drei und vier ein. Alle anderen, vor der Dakar als Mitfavoriten eingeschätzten Piloten, sei es Kolomy auf Tatra oder die MAN von Stacey und Versluis, können dem Spitzenquattro nur bedingt folgen. Von Highlights abgesehen geht nicht viel. Immerhin sind noch neun Trucks in einer Stunde. Die Überraschung bei dieser Rallye gelingt Teruhito Sugawara, Sohn des legendären Yoshimasa, der sich mit 35 Dakar-Teilnahmen einen Rekord mit dem Franzosen Etienne Smulevici teilt. Der Youngster platziert sich unter den Top-10, das bisher beste Ergebnis eines Hino bei der Dakar bis jetzt.

8. Januar 2017

Am Restday werden normalerweise die Wunden des Vortags geleckt, denn da steht traditionell die härteste Etappe der Dakar an. Da diese am gestrigen Tage aber abgesagt wurde gibt es im Bivak heute easy going. Die Mechaniker haben soviel Zeit wie nie und allgemein herrscht entspannte Stimmung.....bis zum nächsten Unwetter. Auch La Paz bleibt nicht von heftigsten Regenschauern verschont und schon kommen Gerüchte auf, dass es auch die Stage am Montag, traditionell die zweithärteste, erwischen könnte. Wenn auch der Montag nur der Überführung dienen sollte, wird eine der schönsten Besonderheiten der Dakar entschärft. Der Marathon-Tag. Diese Doppeletappe bedeutet, dass die Fahrer im kommenden Bivak in Uyuni
auf sich alleine gestellt sind. Kein Service ist erlaubt, die Begleittrucks und Mechanikercrews fahren direkt nach Salta/Argentinien weiter. Wenn nun aber kein Rennen gefahren werden sollte, würde hier die Würze fehlen. Es macht einen guten Dakar-Fahrer aus, dass er/sie ein bisschen Ahnung von Technik haben muss, um eventuell auch mal das ein oder andere (mitgeführte) Ersatzteil einzubauen, je nachdem, was auf der Etappe passiert ist. Wollen wir also hoffen, dass das Rennen gefahren wird, auch wenn der Blick aufs Wetter nichts Gutes verheißt.

Ausgerechnet jetzt regnet es also, nachdem Bolivien seit längerer Zeit sein Wasser in einer Art Shuttleservice mit Containern aus Argentinien holen muss. Die Trockenheit der letzten Monate war so groß, dass alle Reserven verbraucht sind. Im Vorfeld der Dakar hat der Veranstalter genau aus diesem Grund dafür gesorgt, dass alles Wasser, was auf der Dakar verbraucht wird, ins Land importiert wird. Abends im Bivak gibt es sogar noch eine Presskonferenz zum Thema, bei der der Präsident Evo Morales dem Veranstalter danken wird, für die Schenkung von weiteren vier Containern, die 26.000 Liter transportieren können.

7. Januar 2017

Weltuntergang in Oruro/Bolivien, das Bivak versinkt nach heftigstem Dauerregen im Matsch. Keine wirkliche Erholung also, dort die Nacht zu verbringen, wartet doch am 7. Januar, einen Tag vor dem Restday in der bolivianischen Hauptstadt La Paz, der härteste Tag der Rallye auf die Piloten. Die längste Etappe der Dakar war auf 513 Kilometer angesetzt. Am wenigsten betroffen scheint die Mini-Crew. Die Fahrer liegen im Hotel und das Team baut seinen Stellplatz in weiser Voraussicht vor dem Bivak auf der asphaltierten Straße auf.

Auch die Peugeot-Fahrer werden beneidet, aber dieses Mal nicht um ihre schnellen Buggies, sondern um ihre Heizungen in den Wohnmobilen. Die Temperaturen stürzen im Vergleich zu Argentinien um schlappe 45 Grad ab.

Was man am späten Abend schon ahnen konnte, wird dann am frühen Morgen des Samstag Realität. Die Etappe, die bei den vergangenen Dakars schon oftmals die Vorentscheidung gebracht hat, wird abgesagt. Die Strecke ist durch die enormen Regenfälle unbefahrbar.

Die Nutznießer dürften die zweiradgetriebenen Buggies/Peugeot-Piloten sein, denn immer wenn es so richtig schwer wird, sind die Allradler im Vorteil. Bisher konnten die Franzosen ihre klaren Vorteile beim Topspeed ausspielen, das wäre heute nicht der Fall gewesen. Ärgern wird`s Nani Roma, den zur Zeit einzigen direkten Verfolger des Peugeot Trios und auch alle andern ehemaligen Favoriten, die in diesem schweren Geläuf ihre Patzer aus den vorherigen Etappen durchaus in einem Schlag hätten wiedergutmachen können.

Die Frage ist bei einer Absage natürlich auch immer, warum nicht ein bisschen mehr Dakar-Spirit einfließen kann. In vergangenen Zeiten, sogar noch bis zur ersten Südamerika-Dakar 2009 war es völlig normal, dass 75 % der Teams nicht nur den eigentlichen Renntag, sondern auch noch den gesamten Restday benötigten, um die Strecke zu bewältigen. Und wir reden nicht von den Zeiten in Afrika, als keiner davor gewahrt war, auch mal zwei Tage völlig verloren zu gehen.

Wenn natürlich Flussüberquerungen und das Fahren in Wadis (ausgetrocknete Flussbetten) bei dieser Etappe anstanden, dann kann man eine Absage durchaus verstehen, aber gesehen hätte man es natürlich gerne, wer sich auch bei solchen Bedingungen durchkämpfen kann.

6. Januar 2017

Am fünften Tag der Dakar kann man auf jeden Fall schon einmal feststellen, dass das Wetter eine der größten Herausforderungen für die Teilnehmer ist. Erst 48 Grad mit 100% Luftfeuchtigkeit in Argentinien, dann 4 Grad in den Bergen Boliviens mit wenig Sauerstoff auf 5.000 Metern Höhe und heute kommt noch ein neuer Wetterfaktor hinzu, ein Unwetter mit Starkregen.

Das führt dann auch zur Verkürzung der Strecke um fast die Hälfte. Die Wassermassen sind nicht zu beherrschen. Flüsse werden unüberquerbar und den lehmigen Boden zu bezwingen scheint für die Motorradfahrer unmöglich.

Nutzniesser der Situation sind die Peugeot, die zum Zeitpunkt des Abbruchs ihre drei verbliebenen Piloten auf den ersten drei Plätzen verzeichnen. Speziell im zweiten Abschnitt hätte man den Allradlern im Nassen mehr Potential zugetraut. Ärgern wird sich darüber sicher am meisten Nani Roma im Toyota, der mit einer fehlerfreien Fahrt auf dem zweiten Rang landet und im Gesamtklassement mit Platz vier der stärkste Verfolger des Peugeot Trios ist. Aber auch Mikko Hirvonen, bester Pilot in der Mini-Phalanx, der einen krassen Navigationsfehler aus dem ersten Part vielleicht teilweise hätte wiedergutmachen können.

Navigation ist in diesem Jahr wieder ein echtes Thema, zur Freude der Fans, denn dadurch bleibt es so oder so bis zum Schluss spannend. Schauen wir uns Hirvonen an. Einer der Top-Favoriten auf den Sieg schmeißt mit einem Fehler über 40 Minuten weg. Das sind, mit Blick auf das Gesamtergebnis Welten und kosten ihn am Ende vielleicht den Sieg. Aber, das kann jedem der Spitzenteams passieren, das ist 2017 das Spannende an der Sache.

Waren es am Vortag noch acht Kandidaten, die zum engeren Favoritenkreis zählten, da sie innerhalb einer Stunde zum Spitzenreiter Despres agierten, wird es für zwei von ihnen nun noch harziger vom Sieg zu träumen. Hirvonen ist einer davon, aber auch für Dirk von Zitzewitz an der Seite von Giniel de Villiers wird es eng. Nach einem schwierigen Beginn bei der diesjährigen Dakar, ist auch der heutige Tag kein guter. Ihn kostet ein Fehler bei der Navigation 30 Minuten.

Im Gesamtklassement führt nun Stephane Peterhansel auf Peugeot vor seinen Markenkollegen Loeb und Despres. Roma im Toyota auf vier und Hirvonen auf fünf halten sich immerhin noch in Schlagposition zu den Franzosen. De Villiers liegt auf acht mit schon über einer Stunde Rückstand. Andy Schulz, der den Argentinier Terranova navigiert, hat sich still und heimlich auf Rang sieben vorgeschoben und Roman Dumas, der gestern den, wie sich herausstellen sollte nicht reparablen Buggy von Sainz ins Ziel geschleppt hat komplettiert die Top-10. Der deutsche Privatier Stephan Schott, wie immer auf einem Mini unterwegs, liegt bereits auf P 17 und hat sein Ziel, erstmalig in die Top-10 zu fahren, fest im Auge.

Bei den Trucks findet man Gerard de Rooy im Gesamtklassement ganz vorne. Wie Peterhansel bei den Autos hält er sich eigentlich am Anfang immer ein wenig zurück um dann vor und nach dem Restday zuzuschlagen. Aber entweder haben beide ihre Taktik geändert, oder sie gehen davon aus, dass am Ende jede einzelne Minute zählt.

Er profitiert aber auch davon, dass ein paar seiner Konkurrenten bereits mit Problemen zu kämpfen haben. So hatte Martin Kolomy auf Buggyra einen Superstart in den ersten beiden Etappen um dann in Stage vier mit Motorproblemen zu kämpfen, was ihn wichtige Zeit gekostet hat. Auch bei Renault wird bis spät in die Nacht geschraubt. Mit Martin van den Brink lag ihre interne Nummer 1 an Tag zwei vorne im Gesamtergebnis, inzwischen wird es ruhiger um ihn. Seinem Teamkollegen de Baar gelang schon im vergangenen Jahr das Kunststück, den ersten Renault Truck Sieg nach 14 Jahren bei der Dakar einzufahren.

Ganz vorne scheint sich ein Kampf de Rooy gegen eine Armada aus schnellen Kamaz abzuzeichnen. Die Kamaz-Fahrer tragen im übrigen erstmalig den Mercedes-Stern auf der Brust. Da die Marke in diesem Jahr nur noch von zwei Unimog und einem privaten Axor vertreten ist, ist das für die deutschen Fans sicher eine schöne Sache.

Eure Ellen Lohr

5. Januar 2017

Was für ein Tag! Einige echte Dakar Krimis gibt es zu berichten. Nach dem vergangenen Jahr, bei der man schon glaubte, dass es keine wirklich schwierige Navigation mehr geben würde und die Rallye fast nur noch auf schnellen Pisten abgehalten wird, gab es heute einen richtigen Knallertag.

Man konnte es schon ahnen. Gab der Veranstalter doch vor der Etappe bekannt dass es ein schwieriges Dünenfeld gleich zu Beginn geben würde. Falls sich das jemand ersparen wolle, gäbe es auch eine Abkürzung, was allerdings zu 12 Strafstunden führen würde. Naja, sicher gut gemeint, um die Amateure im Rennen zu halten, die sehr deutlich langsamer agieren als die Frontrunner, aber selbstverständlich heißt `Dakar Spirit` eigentlich sich durchzukämpfen, was fast alle Teilnehmer auch so sahen.

Seit diesem Jahr hat die ASO, der Veranstalter, dazu noch die Navigation erschwert. Jeder Teilnehmer muss im Laufe der Stage verschiedene sog Waypoints anfahren. Fehlen die im GPS zieht das enorme Strafen, bis hin zur Disqualifikation nach sich. Diese Waypoints zeigen sich auf dem GPS nun nur noch in einer Umgebung von 300 m. Das ist im Offroad Gelände herzlich wenig. Man kann also durchaus richtig suchen müssen. Und genau das mussten heute einige. Auch die Favoriten blieben nicht von Navigationsirrtümern verschont. Selbst Stephane Peterhansel, dessen Stärke als ehemaligem Motorrad-Dakar-Sieger eigentlich das “Mitnavigieren“ ist, war am Anfang auf Abwegen unterwegs.

Giniel de Villiers, nach dem Ausscheiden von Nasser al Attiyah Mitfavorit bei Toyota, erwischte es noch bevor überhaupt die erste Düne auftauchte. Er fuhr sich im weichen Sand fest und in Ermangelung einer einsatzfähigen Pressluftflasche zum Auffüllen des im weichen Sand abgelassenen Luftdrucks, musste sich die südafrikanisch-deutsche Crew de Villiers-Zitzewitz den Rest der Stage mit 1,1 bar in den Reifen begnügen. Unter den Voraussetzungen ist ein 6. Platz heute  als hervorragend zu werten.

Dramatisches spielte sich rund um den ehemaligen Dakarsieger Carlos Sainz ab. Er crashte seinen Peugeot vehement. Mit der Abschlepphilfe des privat eingesetzten Peugeot Buggies von Yannick Dalmas, erreichte der `Matador` das Bivak mit über zwei Stunden Verspätung. Das heisst, er wird auf den verbleibenden Tagen Wasserträger für die anderen drei Buggies leisten. Ob er das tut, oder sich spätestens in La Paz nach Hause verabschiedet...wir sind gespannt. Spektakuläre Unfälle mit anschließend schneller Abreise hat er ja schon einige auf der Dakar gezeigt.

Ein weiterer Favorit bietet den außergewöhnlichsten Ausfallgrund seit langem: Höhenkrankheit! Yazeed al Rajhi leidet seit gestern, als er sich mehrmals in seinem Auto übergeben musste. Heute dann gibt er auf, er kann einfach nicht mehr. Die Rallye wird noch einige Tage auf großer Höhe fahren und die 4.100 m während der heutigen Etappe waren für ihn endgültig zu viel. Das ist aus deutschen Sicht besonders schade, da er mit Timo Gottschalk als Beifahrer und auf einem der drei neuesten Mini aus der Schmiede von Sven Quandt absoluter Geheimfavorit war.

Am Ende liegen mit Despres (Peugeot), Hirvonen (Mini) und Roma (Toyota) drei verschiedene Marken auf den ersten drei Plätzen. Im Gesamtklassement hat allerdings weiterhin Peugeot mit drei Fahrern unter den ersten vier die besten Karten auf der Hand.

Auch aus anderen Kategorien gibt es Dramen zu berichten. Toby Price, der letztjährige Sieger bricht sich ein Bein und ist ebenfalls out of race.

Bei den Trucks gewinnt de Rooy vor einem Kamaz Trio. Der Kampf der letzten Jahre geht also in eine neue Runde. Auch da gibt es nicht wirklich erfreuliches von den Deutschen zu berichten. Artur Klein, Beifahrer bei Peter Versluis, einem der Top 5 auf MAN, kommt bei dieser Dakar noch nicht so richtig in Schwung und wird heute nur 12.,nachdem er sich unter einer Brücke das halbe Fahrerhaus zerstört hat.

Ein harziger Tag also für die Teilnehmer, ganz nach dem Geschmack der Dakar-Fans! Auch die Bolivianer zeigen sich begeistert und feuern besonders ihre einheimischen Helden an. Evo Morales, der Präsident des Landes, gibt sich im Ziel in Tupiza auf einer wackeligen, kleinen Holztribüne ebenfalls die Ehre.

Eure Ellen Lohr

4. Januar 2017

Die alte Dakar Regel, wer den Prolog gewinnt wird die Dakar nicht gewinnen, soll wohl weiter Bestand haben. Prologgewinner Nasser Al Attiyah auf einem der Werks-Toyota muss auf der gestrigen Etappe einen herben Rückschlag hinnehmen und hat sich so frühzeitig aus dem Titelkampf verabschiedet. Ein harziger Crash kostet ihn über zwei Stunden; das ist bei der heutigen Leistungsdichte nicht mehr aufholbar.

Die Toyota-Truppe hatte generell einen ziemlich schlechten Tag, auch Giniel de Villiers mit Dirk von Zitzewitz auf dem Beifahrersitz kommen nach Problemen mit der Bezinpumpe nur abgeschlagen als 18. ins Ziel. Um das Drama zu komplettieren bleibt auch Erik van Loon noch stehen. Ob ohne Sprit oder mit ähnlichen Problemen wie Zitzewitz bleibt im Dunkeln.

Nachdem Al Attiyah, der zwischenzeitlich führte, nicht mehr mitkämpfen konnte, war der Weg frei für die Werks-Peugeot. Dreifachsieg durch Peterhansel, Sainz und Loeb. So früh war Stephan Peterhansel bei keinem seiner Dakarsiege vorne. Im Gesamtklassement liegt er nun auf Position drei hinter seinen Markenkollegen.

Der Viertplatzierte der vergangenen Dakar, Mini-Pilot Mikko Hirvonen, erobert diesen Platz schon heute und ist damit auch in Schlagdistanz zur Spitze.

Die Stage war absolut spannend. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr fing sie im Offroad-Gelände an, was besonders für die Beifahrer eine Herausforderung war. Lange ist es her, dass es so viele Fehler in der Navigation bei den Topteams gab. Auch die Pistenstrecke danach war nicht ohne. Viel Staub machte das Fahren hinter einem anderen Teilnehmer zur Qual. In der Mitte der Etappe wurde eine Neutralisation eingebaut. Über 5.000 Meter ein Rennen zu fahren schien den Organisatoren zu Recht zu riskant.

Die heutige Stage nach Tupiza in Bolivien wird die Dakar für sechs Tage auf eine durchschnittliche Höhe von 3.600 m bringen. Die ersten Dünen kommen auch in Sicht.

Eure Ellen Lohr

3. Januar 2017

Sie sind rar gesät, die deutschen Fahrer bei der Dakar 2017.

Insgesamt acht Deutsche sind im Starterfeld der aktuellen Dakar zu finden. Ziemlich mickrig, dafür, dass Deutschland die Nummer 1 Autonation ist und mit MINI und South Racing zwei der grössten Teams der Dakar stellt.

Wenn man die acht noch in Fahrer und Beifahrer aufteilt sieht es sogar noch ein wenig trauriger aus. Nur drei Piloten starten unter deutscher Flagge in den Wettbewerb.

#325 Stephan Schott (Auto)
Der Privatier aus der Nähe von Offenbach ist inzwischen ein Urgestein beim Offroad Klassiker. Insgesamt nimmt er 2017 seine neunte Dakar unter die Räder. Dabei war er achtmal mit seinem Stammbeifahrer Holm Schmidt unterwegs. Dem Duo gelang fast der Rekord für die meisten Zieldurchfahrten eines Teams. Siebenmal fuhren die beiden gemeinsam über die Zielrampe. Im entscheidenden Versuch 2016 scheiterten sie aber wegen eines der seltenen Unfälle von “Schotti“. In diesem Jahr lässt er sich erstmals von einem Portugiesen navigieren. Die Liebe zum Offroaden in der Wüste hat Schotti schon früh entdeckt. Während seiner Studienzeit überführte er Unmengen von alten Autos nach Afrika um sie dort gewinnbringend zu verkaufen.

#355 Thomas Walter Englert (Auto)
Der Dakar-Neuling. Nach 30 Jahren Rallyesport in Südamerika und einigen Titeln dort, hat es ihn parallel auch immer mal wieder zu einer Offroad-Veranstaltung geführt. Der Traum Dakar blieb dabei aber immer unerfüllt. Da die Dakar in diesem Jahr zum ersten Mal in Paraguay, seiner Wahlheimat seit Jahrzehnten, stattfindet, hat er nun die Chance beim Schopfe gepackt und sich mit einem privaten Toyota-Prototypen
eingeschrieben. Er hört auf die spanischen Ansagen seines ebenfalls ausgewanderten Beifahrers Hans Paul Thiede Weiler.

#543 Mathias Behringer (Truck)
Der Urbayer ist wie Schott ebenfalls seit Jahren fester Bestandteil der Offroad-Szene, fuhr er doch bereits einige Male den fast Service Racetruck für den sechsmaligen deutschen Rallyemeister Matthias Kahle. Sein Schicksal ist, dass er nie das Budget für einen reinrassigen Renneinsatz zusammengebracht hat. Es wäre spannend zu sehen, zu was er fähig wäre, wenn man ihn denn mal lassen würde. Auch in dieser Rallye ist er wieder als schneller Rennservice dabei. Dieses Mal wird er South Racing, das Team aus Rüsselsheim im Rennen unterstützen.

Kommen wir also zu der aus deutscher Sicht stärksten Fraktion der Teilnehmer bei der Dakar. Die Beifahrer. Und da haben wir ein paar wirkliche Schwergewichte des Marathonrallyesports am Start.

Mit Andy Schulz, Timo Gottschalk und Dirk von Zitzewitz (Aufmacherbild) haben wir drei Dakar Gewinner mit vier Titeln im Feld, die alle drei auch in diesem Jahr wieder für den Sieg in Frage kommen. Zwei sind auf den neuesten Mini unterwegs (Schulz und Gottschalk) und von Zitzewitz macht wieder im Werks-Toyota die Ansagen. Einzig Peugeot vertraut nicht auf einen deutschen Beifahrer. Wenn das mal kein Fehler ist...viel Glück euch allen!

Eure Ellen Lohr

2. Januar 2017:

Heiss ging es los bei der 2017er Ausgabe der Rallye Dakar. Zwar wurde nur ein kurzer
Prolog zur Ermittlung der Startreihenfolge am morgigen Dienstag gefahren, aber über 40 Grad im Schatten sorgten schon vor dem eigentlichen Rennstart für Schwitzanfälle.
Ellen Lohrs Videotagebuch von der Dakar gibt es hier:

Da die Werksteams fast alle auf Klimaanlage setzen, waren die Werkspiloten bereits lange vor der Startampel im Rennauto zu finden. Den kühlsten Kopf bewahrte auf den ersten 39 Rennkilometern ausgerechnet derjenige der Werksfahrer, der auf den Luxus der Kaltluft im Auto verzichtet: Toyota-Pilot Nasser Al Attiyah. Man mag annehmen, dass der Katari durch das Leben in seinem Heimland abgehärtet ist.

Aus mehreren Gründen ist dieser erste Etappengewinner bei der 2017er Ausgabe bemerkenswert. Erstens hat der Rallyeprofi damit mit drei verschiedenen Marken, Mini, VW und Toyota Etappen bei der Dakar gewinnen können und mit den beiden erstgenannten darüber hinaus auch jeweils den Dakar-Gesamtsieg eingefahren.

Für Toyota ging es am ersten Tag gut los

Zweitens bringt ihm dieser Gewinn der ersten Etappe aus psychologischer Sicht einen leichten Vorteil gegenüber den ebenfalls sehr stark einzuschätzenden Toyota-Teamkollegen. Seit er Anfang 2016 auf die japanische Marke wechselte, hat er alle Rennen gewonnen, bei denen er am Start stand. Das gibt dem oftmaligen Fast-Sieger also sicher Hoffnung auf mehr.

Auch Nassers Teamkollege Giniel de Villiers, der mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz in den letzten Jahren mit mehreren Podiumsplatzierungen für Toyota regelmässig die Kohlen aus dem Feuer holte, wird durch diese interne Konkurrenz sicher noch ein wenig mehr aus sich herausholen können. Beide gelten als große Teamplayer und zeigen mit Platz eins und fünf beim Prolog, was die Zielrichtung für diese Dakar ist.

Rallye-Legende Carlos Sainz vor dem Start

Nani Roma komplettiert den Toyota-Erfolg mit Platz drei. Toyota profitiert allerdings auch von der in diesem Winter angepassten Balance of Performance, die dem Benziner einen ein Millimeter größeren Airrestriktor zugesteht. Insgesamt sollte das für ca 40 Mehr PS gegenüber dem Vorjahr sorgen.

Auch Favorit Peugeot kann heute gut schlafen. Im Prolog ist es der 'Matador' Carlos Sainz, der mit Platz vier für die Franzosen einen guten Startplatz für Morgen herausfährt. Sebastian Loeb, dem man in diesem Jahr den Gesamtsieg zutraut, folgt auf Position sechs.

Der beste Mini, Geheimfavorit Al Rahji, der mit Timo Gottschalk ebenfalls auf einen deutschen Beifahrer vertraut, liegt auf Rang sieben allerdings bereits über eine Minute zurück. Was deutlich zeigt, wie Al Attiyah hier aufgegeigt hat.

„Man kann in diesem Polog wenig gewinnen, aber viel verlieren“, gibt Dakar Neuling Thomas Englert zu Protokoll. Das Ziel unter den ersten 50 zu landen, erzielt die rein deutsche Equipe auf den Punkt. Stephan Schott, der Privatier im Mini-Team kommt als 31. ins Ziel.

Morgen geht es dann richtig los. Mit 275 Kilometern wird es zwar eine nicht allzu lange Stage, aber dann werden wir sehen, ob wir heute nur das ein oder andere Strohfeuer gesehen haben, oder on der Prolog tatsächlich schon ein Vorgeschmack auf den weiteren Verlauf der Rallye war.

Eure Ellen Lohr

Ergebnis 1. Etappe: Asunción/Paraguay - Resistencia/Argentinien (39,0 Prüfungs-km/454,0 km): 1. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (Katar/Frankreich) - Toyota 25:41 Min.; 2. Xavier Pons/Ruben Garcia (Spanien/Argentinien) - Ford +0,24 Sek.; 3. Nani Roma/Alex Haro Bravo (Spanien) - Toyota +0,29; 4. Carlos Sainz/Lucas Cruz (Spanien) - Peugeot +0,33; 5. Giniel De Villiers/Dirk Von Zitzewitz (Südafrika/Deutschland) - Toyota +0,41; 6. Sebastien Loeb/Daniel Elena - Peugeot +0,55;

1. Januar 2017:

Die Dakar 2016 hat ihre Spuren hinterlassen. Nachdem im vergangenen Januar zur 38. Ausgabe der Marathontrallye viele Teams unzufrieden mit den ausgewählten Strecken waren, verzeichnet die 2017 er Ausgabe einen leichten Teilnehmerschwund. Immerhin stehen aber 361 Teilnehmer in den vier Kategorien Motorrad, Auto, Truck und Quads am Start.

Erstmals gastiert die Dakar dabei in Paraguay und auch wenn das Gastspiel mit einem nur 39 km langen Prolog zu Beginn kurz ist, richtet die Hauptstadt Ausuncion den prestigeträchtigen Start aus. Ein sicheres Zeichen dafür, dass die Planungen der ASO, des Organisators der Wüstenhatz, mit Paraguay als einem der Austragungsorte in der Zukunft planen.

Bei der Autokategorie heisst es in diesem Jahr Qualität vor Quantität. Auch wenn nur 87 Fahrzeuge die 4.093 Wertungskilometer unter die Räder nehmen, sind mit Peugeot, Mini und Toyota gleich drei Werksteams am Start und 10 Fahrer-Beifahrer Kombinationen sind auf dem Papier in der Lage Etappen zu gewinnen und sich somit in die Siegerliste des Offroad-Klassikers einzutragen.

Ab jetzt wird das Gelände noch viel unwegsamer...

Vorjahressieger Peugeot kann dabei mit Rekordsieger Stephane Peterhansel, Rallyweltmeister Sebastian Loeb und Altmeister Carlos Sainz mit drei Siegkandidaten aufwarten. Peterhansel ist seit Uhrzeiten eine feste Bank, wenn es um den prestigeträchtigen goldenen Touareg geht, den der Sieger am Ende in Empfang nehmen kann und auch Loeb hat nach seinem Debut im vergangenen Jahr nun genug Offroad Erfahrung gesammelt um beständig vorne zu fahren. Carlos Sainz, ebenfalls bereits Dakar Gesamtsieger sagt man nach, dass er seinen Ehrgeiz im Griff halten muss um unnötige Fehler zu vermeiden, dann ist auch er wieder ein echter Kandidat für das Podium.

Bei den vom deutschen Team X-Raid eingesetzten Mini setzt man bei insgesamt acht Startern klar auf drei mögliche Titelkandidaten, die die neueste Evolutionsstufe bewegen werden. Speerspitze ist beim Team um Sven Quandt der mehrmalige Vize Rallye Weltmeister Mikko Hirvonen, der bei seinem ersten Einsatz 2016 gleich mit Platz vier glänzen konnte. Ebenfalls auf Siege angesetzt ist der saudi-arabische Rallye Spezialist Yazeed Al Rahji. Er gilt vielen als Geheimtipp, da er vom deutschen Beifahrer Profi Timo Gottschalk navigiert wird.

Orlando Terranova wird auf dem dritten Evo-Mini sicher auch für Unterhaltung sorgen, ist er doch bekannt dafür, gerne die Ansagen seines Beifahrer zu überhören. Wenn er sich allerdings gut mit Dakar Gewinner Andy Schulz, der lebenden Beifahrerlegende an seiner rechten Seite, verstehen sollte, ist er vom Speed her sicher ebenfalls schnell genug für gute Ergebnisse. Die Einschätzung geht dahin, dass Schulz für seinen heisspornigen Charakter genau der richtige sein könnte, um ihn in die Siegerspur zu bringen. Insgesamt sollte das Evo Modell durch einen deutlich verbesserten Schwerpunkt, 14 km/h höherem Topspeed und angepasster Aerodynamik nah an den Peugeot dran sein.

Bei Toyota setzt man bei dieser Dakar auf Bewährtes. Nachdem man im Sommer noch davon ausgegangen war, dass das Buggykonzept der Peugeot auch für den Toyota in Frage käme, entschied man sich nach intensiven Tests doch noch einmal für die Allrad Variante des Hilux. Eine sichere Bank im Team sind der Südafrikaner Giniel de Villiers, der mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz bei 13 Dakars 12 mal in den Top sieben angekommen ist und Nasser Al Attiyah. Der Katari hat eine ähnliche Erfolgsstory vorzuweisen und ist bei den letzten drei Dakar Ausgaben immer aufs Podest gefahren.

Für Würze im Werkssüppchen könnten die Vojahrespeugeot sorgen, die 2017 in versierter Privatfahrerhand liegen, sowie einige engagierte Privatteams, die ebenfalls Highlights setzen könnten. Den Geasmtsieg wird aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eines der drei Werksteams mit nach Hause nehmen.

Deutsche Teilnehmer finden sich auf der Starterliste nur wenige. Insgesamt drei Deutsche drehen am Lenkrad. Der wüstenerbrobte Stephan Schott, in diesem Jahr mit neuem Beifahrer im Mini und der Dakar Neuling Thomas Englert, der in Paraguay beheimatet ist, halten die Fahnen in der Autokategorie hoch. Bei den Trucks unterstützt Mathias Behringer mit seinem Renntruck als 'Fast Service' das deutsche South Racing Team. Fünf Beifahrer mit deutscher Lizenz starten in den beiden Kategorien insgeamt.

Wir werden im Verlauf der Rallye die deutschen Teilnehmer im Detail vorstellen und begleiten. Am 2. Januar startet die Rallye in der Nähe von Asuncion mit einem Prolog, bevor es dann in Argentinien am nächsten Tag die erste richtige Etappe mit einer Länge von 275 Kilometern gibt.

Eure Ellen Lohr
Fotos: Picture-alliance / Ellen Lohr / DPPI

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung