Dakar

Dakar startet mit Sainz und Loeb

— 02.01.2016

Die Stars im Rallye-Western

Zwei Rallye-Legenden messen sich dieses Jahr erstmals gemeinsam bei der Dakar: Während Carlos Sainz gewinnen will, möchte Sébastien Loeb vor allem lernen.

Der kleine Franzose hat den spanischen Edelmann schon einmal aus der Stadt gejagt: Als Sébastien Loeb (heute 41) Anfang der 2000er Jahre wie ein unerschrockener Revolverheld in die Rallye-Weltmeisterschaft stürmte, spielte Carlos Sainz (53) schon die Rolle des in Ehren ergrauten Sheriffs. Ein Jahrzehnt später war Loeb neun Mal Champion. Sainz hatte es in der Rallye-WM zuvor nur auf zwei Titel gebracht. Ihr letztes Duell lieferten sie sich 2005 als Teamkollegen bei Citroën. Sainz, der Vater des Formel-1-Piloten Carlos Sainz jr. (Toro Tosso) landete nicht einen Treffer. Bei der Rallye Dakar, die am Samstag (2. Januar 2016) in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gestartet wird, sind die beiden erneut Gegner. Als Teamkollegen in der Werksmannschaft von Peugeot. Wieder ist Sainz der Leitwolf.

Coole Pose: Sainz konnte die Dakar bereits einmal mit Volkswagen gewinnen - nun tritt er für Peugeot an

Acht Mal hat er die „Dakar“ bereits bestritten, 2010 mit Volkswagen gewonnen. Loeb tritt nach zwei Jahren in der Tourenwagen-WM zum ersten Mal bei der „Mutter aller Marathon-Rallyes“ an. „Es wird ein großes Abenteuer für mich“, sagt er. „Ich hin es gewohnt um Hindernisse herum zu fahren. Mit diesem Gerät kannst du einfach drauf los brettern.“ Bei allem Enthusiasmus des Rallye-Rekordweltmeisters: „Um den Sieg mache ich mir keine Gedanken“, behauptet der geborene Elsässer. Dazu passt, dass er sich nicht wie andere Dakar-Neulinge einen routinierten Beifahrer geangelt hat. Loeb vertraut auf Daniel Elena (43, Monaco), seinen Kumpel und Ex-Copiloten aus der Rallye-WM. „Wir wollen gemeinsam lernen und 2017 um den Sieg fahren.“

Mit deutlich mehr Ehrgeiz geht Sainz ans Werk. „Natürlich will ich gewinnen, sonst würde ich gar nicht erst antreten.“ Zusammen mit Stammbeifahrer Lucas Cruz (41, Spanien) hat er Tausende von Testkilometern im neu konstruierten und 350 PS starken Peugeot 2008 DKR16 absolviert. „Das Fahrverhalten ist um Welten besser als letztes Jahr“, verrät Cheftester Sainz. 2015 kam kein Peugeot über Rang elf hinaus. Rallye-Legende Loeb hat sich für seine Dakar-Premiere die achte Südamerika-Auflage ausgesucht. Aus Afrika war die Rallye 2009 wegen Terrorgefahr geflohen. Auf der anderen Seite des Atlantik sind Wetterkapriolen das Problem. Dieses Mal stieg nach Chile auch Peru kurzfristig aus, weil für Januar schwere Überschwemmungen im ganzen Land vorhergesagt wurden.

Loeb ist Dakar-Neuling, braucht sich als erfolgreichster Rallye-Pilot aller Zeiten aber sicher nicht zu verstecken

Die Organisatoren mussten die bereits fertige Strecke umbauen. Von in Buenos Aires geht es quer durchs Land ins über 4.000 Meter hoch gelegene Bolivien und zurück nach Rosario in Argentinien zur Zielankunft am 16. Januar. Rund 9.500 Kilometer stehen auf dem Programm. „Die neue Strecke ist schlecht für uns“, sagt Loeb. Sein Peugeot ist mit langen Federwegen und riesigen Reifen, in denen er außerdem während der Fahrt den Luftdruck verändern kann, speziell für offenes Gelände und die Wüste gebaut. Davon bietet die improvisierte Route allerdings nur noch wenig. Auf den schmalen und kurvenreichen Pisten in der Pampa und den Anden sind die Allrad-angetriebenen Prototypen klar im Vorteil. Mit kleineren Reifen und härterem Fahrwerk sind sie viel wendiger als die extrem weich gefederten Peugeot.

Favoriten sind die werksunterstützen Mini (320 PS) aus dem deutschen Team X-Raid, die zuletzt zweimal in Folge gewannen. Siegchancen haben auch zwei deutsche Beifahrer in südafrikanischen Toyota-Pickups (ca. 450 PS). Dirk von Zitzewitz (47) führt den Südafrikaner Giniel de Villiers (43) durch die Halbwüste. Timo Gottschalk (41) ist Copilot von Yazeed Al-Rajhi (34, Saudi-Arabien). Den mit Abstand erfolgreichsten Trophäenjäger haben Loeb und Sainz in der eigenen Mannschaft. Stéphane Peterhansel (50, Frankreich) ist mit elf Dakar-Siegen Rekordhalter. Noch schneller zieht allerdings Mini-Pilot Nasser Al-Attiyah (44, Katar). Der Vorjahressieger gewann bei den letzten Olympischen Spielen die Bronzemedaille im Tontaubenschießen. (Christian Schön)
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