Damon Hills Schumi-Urteil

Damon Hills Schumi-Urteil

— 18.05.2010

Hass-Mails für Hill

Ex-Weltmeister Damon Hill musste beim F1-Rennen in Monte Carlo als Rennkommissar über seinen alten Rivalen Michael Schumacher richten. Das bringt ihm nun Ärger ein.

Er war einer der vier Rennkommissare, die Michael Schumacher (41) nach seinem Überholmanöver gegen Fernando Alonso in der letzten Kurve des GP Monaco eine 20-Sekunden-Strafe aufgebrummt haben und den Rekordweltmeister so von Platz sechs auf Rang zwölf zurückversetzten: Damon Hill (49). Ausgerechnet Schumachers ehemaliger Erzfeind im Kampf um die Weltmeisterschaft. 1994 holte der Kerpener nach einem Rammstoß gegen den damaligen Williams-Piloten den Titel. Ein Jahr später rächte sich der Brite gleich zweimal, schoss Schumacher in Silverstone und Monza von der Piste. Die WM gewann der Brite erst, als Schumacher sich 1996 im unterlegenen Ferrari nicht wehren konnte.

Regelwerk ließ "Richter" Hill keinen Spielraum

Michael Schumachers Überholmanöver gegen Fernando Alonso beim GP von Monaco 2010 sorgte für Diskussionen.

Trotzdem war Hills Urteil am Sonntagabend (16. Mai 2010) in Monaco richtig. Schumacher hatte auf Anweisung seines Mercedes-Kommandostands Fernando Alonso überholt, obwohl das in der letzten Runde laut Paragraph 40.13 des sportlichen Regelwerks der Formel 1 verboten ist. Zur Ehrenrettung des Teams: Die Situation war unklar, weil die Rennleitung die Meldung "Track clear" – "Strecke frei" meldete und grüne Flaggen schwenken ließ. Doch das Reglement lässt in diesem Fall keinen Interpretationsspielraum. Damon Hill bereut sein Urteil trotzdem. "Es hat längst begonnen. Ich bekomme schon Hass-Mails", verriet er Journalisten nach dem Rennen.  AUTO BILD MOTORSPORT verriet der Brite, dass sein Einsatz als Renkommissar "eine faszinierende Erfahrung war. Aber jetzt frage ich mich ernsthaft, ob es richtig ist, dass ehemalige Fahrer in die Situation gebracht werden, Regeln interpretieren zu müssen. Um ehrlich zu sein, habe ich mich ziemlich schlecht gefühlt, als Repräsentant der FIA einen anderen Fahrer bestrafen zu müssen. Ich hatte mir vorgestellt, ich würde als Ratgeber fungieren und den Stewards Erklärungen aus Fahrersicht liefern. Ihnen also meine Erfahrungen als ehemaliger Pilot vermitteln, nicht aber als Richter dastehen zu müssen."

Ex-Rennfahrer nur als Berater, nicht als Richter

20 Sekunden Zeitstrafe bekam Schumi nach dem Rennen aufgebrummt. Ergebnis: Platz 12 statt Rang sechs.

Schlimmer noch war für Hill, dass er ausgerechnet seinen alten Konkurrenten Michael Schumacher zur Rede stellen musste. "Natürlich habe ich mich teilweise auch deshalb unwohl gefühlt, weil ich ein Urteil über Michael Schumacher fällen musste", gibt der Präsident des Britischen Rennfahrerclubs zu. "Er hatte definitiv ein süß-saures Lächeln aufgesetzt, als er den Raum der Rennkommissare betrat. Ich weiß, dass die meisten Leute mir glauben werden, wenn ich sage, dass ich korrekt gehandelt habe, aber ich habe schon jetzt ein paar unglaublich fiese E-Mails bekommen, die mir Voreingenommenheit vorwerfen." Hill schlägt deshalb vor, dass nur die "echten" Rennkommissare richten sollen. "Am Ende des Tages komme ich zu dem Schluss, dass Ex-Fahrer nur als Berater für die Rennkommissare zur Verfügung stehen sollten, nicht aber als Stewards selbst." Kurios: Williams-Pilot Rubens Barrichello entging in Monaco einer Strafe, weil die Rennkommissare bei all dem Trubel um Schumacher angeblich vergessen hatten, ihn vorzuladen. Barrichello hatte nach seinem Unfall sein Lenkrad auf die Strecke gefeuert. Das ist gefährlich und deshalb verboten.

Autor: Bianca Garloff

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