Auffahrunfälle könnten dank Robot-Autos verhindert werden.

Das Auto der Zukunft

— 06.11.2008

Robot, übernehmen Sie!

Das Automobil lernt, wirklich von selbst zu fahren: Wissenschaftler aus Italien entwickeln ein System, das den Fahrer nicht nur aktiv unterstützt - es übernimmt auch komplett das Kommando, wenn der Mensch einmal ausfallen sollte.

Ist es das Ende der Fahrfreude oder der Anfang vom entspannten Reisen? Wohl beides. Seit Jahren tüfteln Wissenschaftler in aller Welt am Auto-Mobil, das wirklich "von selbst fährt", wie das lateinische Wort eigentlich bedeutet. Das VisLab, eine Ausgründung der Universität Parma in Italien, hat jetzt vom Europäischen Forschungsrat den Auftrag erhalten, ein Fahrzeug mit automatischem Sicherheitssystem auszustatten. Für das Projekt stehen 1,8 Millionen Euro bereit, die Entwicklungszeit ist vorläufig auf fünf Jahre beschränkt. Der Forschungsrat wurde 2007 von der Europäischen Kommission gegründet und soll wissenschaftliche Grenzbereiche erkunden – also überall dort Grundlagenforschung initiieren, wo Unis und Unternehmen noch keinen Handlungsbedarf sehen. Das gewünschte Robot-Auto soll Hindernisse eigenständig identifizieren, Ausweichmanöver durchführen und Versäumnisse des Fahrers durch aktives Eingreifen ausgleichen können.

In 15 Jahren Marktreife

Über eine Kombination von Sensoren registriert das Fahrzeug, ob die Kollision mit einem Hindernis droht, ob der Fahrer darauf angemessen reagiert oder nicht. Im schlimmsten Fall soll das System den Wagen selbstständig bis zum Stillstand abbremsen. Auch Ausweichmanöver, das Betätigen der Hupe oder die Kommunikation mit benachbarten Fahrzeugsystemen sollen möglich werden. Dadurch werden Massenunfälle vermieden. Erklärtes Endziel der 20 Ingenieure am VisLab ist das Auto, das wie ein Chauffeur den Halter morgens zur Arbeit bringt und am Nachmittag wieder abholt. In 15 Jahren, so rechnet VisLab-Chef Alberto Broggi, könnte die Technik Serienreife erlangt haben.

Lenkrad misst Blutdruck

Auch in anderen Labors wird am Auto der Zukunft intensiv gebastelt. So verspricht sich Bosch aus der Kombination von Video und Radar eine zuverlässige Kontrollfunktion, die sogar drohende Ermüdung des Fahrers rechtzeitig erkennen und wortwörtlich gegensteuern könnte. Denkbar wäre es auch, das System beim identifizierten Sekundenschlaf die Bremse kurz antippen zu lassen, um so den Fahrer zu wecken. Der Zulieferer Denso seinerseits arbeitet an einem Lenkrad, das den Blutdruck des Fahrers misst und im Fall von Kreislaufproblemen oder einem Infarkt die Kontrolle übernimmt. Der Nutzen dieser Technik ist unbestritten: Die Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) hat kürzlich hochgerechnet, dass sich mit Assistenzsystemen rund 70 Prozent aller schweren Verkehrsunfälle vermeiden ließen.

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