Das Auto des 21. Jahrhunderts

Das Auto des 21. Jahrhunderts

— 23.03.2005

Fährst du noch ...

... oder wohnst du schon? Eine aktuelle Umfrage zeigt: Das Auto soll günstig sein, der Fahrer will sich aber wie zu Hause fühlen.

Der Deutsche und sein Auto – das klingt nach einer unendlichen Liebesgeschichte. Professor Horst Opaschowski, Leiter des BAT-Freizeitforschungsinstituts in Hamburg, sagt es so: "Mobilität ohne Auto erzeugt Entzugserscheinungen – da wäre schon eine Entwöhnung nötig."

Der rührige Professor wollte in seiner neuesten Studie wissen, wie sich der deutsche Autofahrer das Auto des 21. Jahrhunderts vorstellt und ließ dazu 2000 Personen ab 14 Jahre befragen. Nicht die erste Untersuchung dieser Art: "In den 90er Jahren war das Auto ein Statussymbol für die Wohlstandsentwicklung in Deutschland, ein Erlebnismobil, ein komfortables Allzweck-Spielzeug für Erwachsene, das fast alle individuellen Wünsche erfüllte", erinnert sich der Professor.

Und heute? Zur Zeit findet offenbar ein Umdenken statt. Ein Auto darf wieder preiswert sein, wirtschaftlich schwierige Zeiten verwandeln es vom Erlebnismobil zum Sparmobil. "73 Prozent der Bevölkerung denken an das Merkmal sparsam, nur zehn Prozent an die Eigenschaft erlebnisreich", weiß Opaschowski. VW Fox und Dacia Logan sind offenbar auf dem richtigen Kurs. Trotzdem gilt "safety first": "Beim Schielen auf den Preis sind die Autofahrer nicht bereit, Abstriche bei der Sicherheit zu machen."

Zur Liebe gehört natürlich auch Lust. Das Auto soll Freude machen, "beim Fahren wie im Stehverkehr", erklärt Professor Opaschowski. Mehr als die Hälfte träumt von einer Klimaanlage, 46 Prozent wollen nicht auf Unterhaltung durch Radio und CD verzichten, und ein Drittel erwartet von einem modernen "Multi-Options-Car" ein Navigationssystem.

Weil sich die Fahrer immer länger im Auto aufhalten, lernen sie Komfort schätzen – am besten soll es deshalb auf vier Rädern so wohnlich wie zu Hause sein. Bei längeren Fahrten kommen als Beifahrer allenfalls der Partner (43 Prozent) oder die Familie (19 Prozent) in Betracht. Der Gedanke, mit Kind und Kegel unterwegs zu sein, trägt für die meisten Autofahrer schon fast albtraumhafte Züge. Die Hersteller wußten offenbar schon vor Opaschowski, warum sie für die hinteren Sitzplätze zunehmend Entertainment-Systeme vom Feinsten im Angebot haben.

Und wohin geht die Reise mit dem Auto? "Raus und weg" heißt das Ziel. Unterwegs sein ist wichtiger als ankommen, ganz oben steht der Wunsch nach "Tapetenwechsel". Mehr als die Männer wollen Frauen im Auto dem Alltag entfliehen. Der männliche Fahrer suche eher nach "räumlicher Weite" und befriedigt dabei schon mal seine Ur-Instinkte. "Da werden sie wieder zu Jägern und Cowboys, die das Wild vor sich hertreiben wollen", so Opaschowski. Und wenn gerade kein Wild unterwegs ist – dann reichen eben auch andere Autos.

Autor: Michael Voß

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