Das große Stau-Wochenende

Das große Stau-Wochenende

— 21.07.2002

Urlaub auf der Autobahn

Mehr als 300 Kilometer Stehen und Schleichen war am Samstag auf deutschen Straßen angesagt. Der Sonntag lief entspannter.

Tausende Bundesbürger verlebten ihren Urlaubsbeginn am Samstag auf deutschen Autobahnen und den Alpentransitstrecken Richtung Italien. Das von den Automobilclubs vorhergesagte Stauchaos traf voll ein. Besonders geduldig mussten Autofahrer auf der A7 zwischen Hannover und Hamburg sein. Auf 75 Kilometer standen dort die Autos dicht an dicht. Grund für das bisher schlimmste Stauwochenende dieses Sommers war vor allem der Ferienbeginn im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Insgesamt staute sich der Verkehr auf den deutschen Autobahnen auf mehr als 300 Kilometern. In Österreich und der Schweiz kamen noch einmal mehr als 60 Kilometer hinzu. Auf dem Weg nach Italien waren vor allem Tauern- und Gotthardtunnel sowie Brennerautobahn Staufallen. Bis zum Nachmittag hatte sich die Verkehrslage wieder entspannt. Am Sonntag waren die meisten Urlauber in ihren Feriendomizilen angekommen. Der ADAC meldete nur vereinzelt kleinere Störungen. Im Norden war es am Samstag neben der A7 auch auf der A1 von Bremen Richtung Hamburg voll. Auf zwölf Kilometern stockte ab dem Maschener Kreuz südlich von Hamburg der Verkehr. In Bayern waren vor allem die A3 von Frankfurt über Würzburg nach Nürnberg (zusammen rund 40 Kilometer) und die A99 um München herum (fast die kompletten 25 Kilometer) betroffen. Aber auch die A7 von Ulm nach Füssen, die A8 München-Salzburg, die A9 Nürnberg-München und die A95 München-Garmisch waren gerammelt voll.

Als echtes Nadelöhr erwies sich wieder einmal der Alpentransit. Vor dem Tauerntunnel in Österreich gab es 25 Kilometer Stau. Das entsprach nach ADAC-Einschätzung einer Wartezeit von "vier Stunden plus x". Vor dem Gotthardtunnel in der Schweiz summierten sich die Staus auf der A2 über Stunden hinweg auf konstant über 30 Kilometer. Auf der Brennerstrecke sorgten vor allem die Mautstellen für Probleme. Am Sonntag rollte der Verkehr überwiegend entspannt auf den deutschen Autobahnen. In Bayern staute es sich allerdings erneut auf rund 70 Kilometern in Richtung Süden. Wenigstens war danach in Österreich und der Schweiz relativ freie Fahrt.

Neben der Staubilanz musste die Polizei eine traurige Unfallbilanz ziehen. Auf Deutschlands Straßen kamen am Wochenende mindestens 21 Menschen ums Leben. Allein in Brandenburg starben zehn Verkehrsteilnehmer. Der schlimmste Zwischenfall ereignete sich am Sonntagmorgen auf der A24 in Brandenburg, als ein Bus auf ein Stauende fuhr. Dabei starben sechs Menschen, darunter fünf Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren.

Für das nächste Wochenende erwartet der ADAC eine Wiederholung des Stauchaos vom Samstag. Allerdings werden die Autofahrer dann wohl mehr in Richtung Norden stehen, da in einigen Bundesländern schon wieder die Sommerferien enden.

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