Das neue Audi A4 Cabriolet

— 14.02.2002

Jetzt schon ein Klassiker

Solide wie die Limousine, schick wie der Kanzler-Audi, teuer wie ein Mercedes: Ingolstadt startet mit dem A4 Cabriolet eine neue Offensive.

Design und Ausstattung

Weit jenseits von spießig bezogenen Kopfstützen, nachträglich aufgeklebten Chromwülsten, prolligen Bürzeln oder ordinären Endrohren gibt es eine schnörkellose Eleganz, die sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Edelmarken bieten sie meist serienmäßig. So mittlerweile auch Audi. Das aktuelle Design zeigt vom A3 an aufwärts, wie zeitlos hingegossene Linien wirken können, und zwar langfristig. So ist die Piëch-an-Paefgen-Schelte (der VW-Boss hat den Audi-Chef intern wegbefördert) nicht nachzuvollziehen. Denn dank Paefgen ist Audi voll in die Erfolgsstraße eingebogen. Das A4 Cabriolet tritt einen weiteren Beweis an. Da hält sich auch der Pressemappen-Texter an keine Tempobegrenzung, bejubelt eine "Harmonie der Gegensätze" oder "Grafik der Fugenverläufe", die keine schlichten Berührungslinien seien, sondern "bewusst gesetzte Gliederung in einer großflächigen Skulptur". Papperlapapp. Fahren wir sie doch einfach.

Mit dem Schlüsseldreh erschließt sich die erste gute Idee: Schon vor dem Einsteigen lässt sich das Dach serienmäßig elektrisch öffnen. Einfach fernentriegeln und dann den Türschlüssel festhalten. Nach 25 Sekunden scheint die Sonne ungehindert auf die Stoffsitze. Die zweite Verbesserung: Vor allem hinten bietet das A4 Cabriolet deutlich mehr Platz, da der Radstand gegenüber dem Vorgänger um zehn Zentimeter verlängert wurde. Ein bisschen Kniefalten muss zwar noch sein, aber die Rücksitze sind echt langstreckentauglicher geworden. Zur einmaligen Cabriolust aber genügen meist zwei, die es sich per Windschott (unverständlicherweise 290 Euro Aufpreis), das die hinteren Plätze versperrt, herrlich gemütlich machen können. Denn alle wichtigen Extras (außer Radio und Xenonlicht) gibt es ohne Aufpreis. Den Fahrspaß selbstverständlich auch.

Der neue Dreiliter-V6 mit 220 PS (162 kW) geht akustisch ab wie eine getunte Kreissäge. Treibt die Momentanverbrauchs-Anzeige (Aufpreis) in Bereiche, wo nur noch Ökosteuer-Kassierer klatschen. Bei normaler Genießer-Geschwindigkeit aber sorgen 30 Ventile, allerlei verstellbare Nockenwellen und Schaltsaugrohre für einen Superplus-Durst, der unter zehn Litern liegt und dank vier Katalysatoren und ebenso vielen Lambdasonden auch Euro-4-sauber bleibt.

Motor und Preise

Der Dreiliter-Alumotor schiebt die mindestens 1580 Kilogramm schwere Karosse behände gegen den Wind, der erst so ab Autobahn-Richttempo Windschott-Wünsche aufkommen lässt. Dazu gesellen sich das Fahrgefühl einer stabilen Limousine und die Handlichkeit einer absolut peniblen Fahrwerks- und Lenkungsabstimmung. Das alles mündet in 8,126 Quadratmeter (Länge 4,573 m, Breite 1,777 m) Fahrfreude. Eine Nummer kleiner der bekannte 2,4-Liter-V6 (125 kW/ 170 PS), der mit 95-Oktan-Super auskommt und im Mittel keinen Tropfen weniger als der Dreiliter verbraucht. Beide Motoren lassen sich mit dem stufenlosen Getriebe Multitronic kombinieren, was sich weder im Verbrauch noch bei den Spurtwerten negativ bemerkbar macht. Nur gefühlsmäßig wirkt das Fünfgang-Schaltgetriebe sportlicher, spart aber stramme 2050 Euro.

Mit 34.300 Euro beginnt die Preisliste (Dreiliter ab 38.800) für den 2.4. Darin ist fast alles enthalten, was Südeuropäer brauchen: Außentemperaturanzeige, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik und getönte Scheiben. Nordlichter freuen sich über beheizbare Heckscheibe, Außenspiegel und Waschdüsen, Nebelleuchten sowie das dreilagig isolierte E-Verdeck. Sicherheitspäpste beruhigen Seitenairbags vorn, die auch den Kopf schützen, ein komplettes elektronisches Schutzengel-Team in Bremse und Antrieb (ABS, EBV, Bremsassistent; ESP, EDS, ASR), Gurtstraffer sowie -begrenzer auf allen Plätzen, Isofix-Halterungen und vor allem der automatische Überrollschutz. Die Zentralverriegelung verschließt übrigens auch gleich das Handschuhfach. Wer Radio, Telefon oder Navigation ordert, bekommt Antennen, die elegant im Kofferraumdeckel versteckt sind. Unter dem sich bei offenem Dach 246 Liter stauen lassen (geschlossen 315 Liter).

Schon 2000 Kunden haben das A4 Cabriolet blind vorbestellt, ab April können sie bereits Frühlingsluft genießen. Sparsame sollten sich noch gedulden: Zum Ende des Jahres kommen der 1.8 T mit vermutlich gut 160 PS und der bekannte Knauserdiesel 2.5 TDI mit 155 PS. Dann ist die Audi-Offensive endlich wieder komplett.

Technische Daten

Sechszylinder-V-Motor ? fünf Ventile pro Zylinder ? Hubraum 2393/ 2976 cm3 ? Leistung 125/162 kW (170/220 PS) bei 6000/6300/min ? max. Drehmoment 230/300 Nm bei 3200/min ? Fünfganggetriebe oder Multitronic ? Frontantrieb ? Einzelradaufhängung ? Scheibenbremsen, vo. innenbel. ? ESP ? Reifen 205/55-225/55 R 16 ? Kofferraum offen 246 bis geschlossen ? 315 Liter ? Tank 70 Liter ? L/B/H 4573/1777/1391 mm ? Radstand 2654 mm ? Zuladung 480 kg ? Spitze 224/243 km/h ? 0-100 km/h in 9,7 / 7,8 s ? Verbrauch (EU-Mix) beide 9,7 l Super/Super Plus (Werksangaben)

Preis 34.300 / 38.800 Euro

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