Räumfahrzeug

Das Streusalz wird knapp

— 09.01.2010

Salz geht zur Neige

Den Streudiensten geht das Salz aus – und das vor einem Wochenende mit reichlich Schnee. Laut ADAC können viele Kommunen nicht mehr räumen, weil Streusalz fehlt. Es droht Glätte auf vielen Straßen.

(dpa/ADAC/sb) Zahlreiche deutsche Städte und Kommunen können ihre Straßen nicht mehr bedarfsgerecht räumen, da die Salzvorräte zur Neige gegangen sind. Das geht aus Recherchen des ADAC hervor. Der Verkehrsclub forderte die Hersteller auf, die Produktion von Auftausalzen sofort deutlich zu verstärken. Der Grund für den Engpass: Die Lager der Salzhersteller sollen weitgehend leergefegt sein und die verbliebenen Restmengen vorrangig an die Autobahnmeistereien ausgeliefert werden. Der ADAC kritisiert jedoch auch die mangelhafte Vorsorge der Kommunen. In Erwartung eines milden Winters und angesichts leerer Kassen haben vermutlich viele ihre Bestellungen auf das absolute Minimum heruntergefahren. Hier werde auf Kosten der Verkehrssicherheit gespart. So sei es unverzichtbar, dass besondere Gefahrenpunkte wie Kurven, Kreuzungen, Haltestellen, Bürgersteige und Fußgängerüberwege gegen Eis- und Schneeglätte abgesichert würden.

Salzproduktion wird hoch gefahren

Die Situation könnte sich in den nächsten Tagen noch verschlimmern. So haben die Meteorologen teils massive Schneefälle und ein Anhalten der Kältewelle angekündigt. Bei anhaltendem Schneefall besteht für die Kommunen nur eine eingeschränkte Räum- und Streupflicht, da durch die Maßnahmen des Winterdienstes keine dauerhafte Verbesserung der Sicherheit erreicht werden kann. Die Autofahrer sollten ihre Fahrweise also den Bedingungen anpassen, rät der ADAC. Unterdessen erhöht Europas größter Düngemittel- und Salzhersteller K+S wegen des kalten Winterwetters die Produktion von Streusalz in Deutschland ab der kommenden Woche um etwa ein Fünftel. "Seit zwei Wochen produzieren wir unter Volllast an der Kapazitätsgrenze bei 20.000 Tonnen je Tag – auch über die Feiertage hinweg“, sagte ein Firmenssprecher heute (8. Januar). Die Nachfrage sei wegen des Wintereinbruchs zuletzt "außerordentlich hoch". Es gebe inzwischen Engpässe auf dem Markt.

Run auf Speisesalz

Das Streusalz wird knapp – deshalb greifen immer mehr Verbraucher im Supermarkt zum Speisesalz. Der Absatz von Tafelsalz sei in einigen Regionen stark gestiegen, sagte eine Sprecherin der Supermarktkette Edeka am Freitag in Hamburg. Manche Märkte verkauften viermal so viel wie zu gewöhnlichen Zeiten. Günstig ist es obendrein: Ein Pfund der günstigsten Sorte Kochsalz koste 15 Cent. Auch bei Rewe und Penny wird mehr Salz verkauft als üblich. Es gebe zwar keine Hamsterkäufe, aber eine verstärkte Nachfrage, sagte ein Sprecher der Rewe Gruppe in Köln. Umweltschützer warnen sowohl vor Speise- als auch vor Streusalz. Wegen seiner umweltbelastenden Auswirkungen sollte es aus Dörfern und Städten verbannt werden, forderte der Naturschutzbund NABU am Freitag in Düsseldorf. Die hauptsächlich aus Natriumchlorid bestehenden Körner schadeten Pflanzen und Tieren. In einigen Städten wie Hamburg oder Hannover ist das Streuen mit Salz sogar verboten.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.