Dashcams im Test

Dashcams im Test

Dashcams im Test: Ergebnisse & Tipps zum Kauf

Elf Dashcams im Test

Nach dem neuen BGH-Urteil zur Zulässigkeit von Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel wollen viele Autofahrer jetzt eine Autokamera kaufen. AUTO BILD gibt Kauf-Tipps und zeigt die Test-Ergebnisse von elf Geräten.
Sie sehen aus wie ein mobiles Navi, kommen an die Scheibe oder aufs Armaturenbrett und zeichnen Verkehrssituationen wie eine Actioncam auf: Dashcams. Vor allem in Russland sind sie unter Autofahrern schon lange verbreitet – Videos von spektakulären Unfällen haben die Autokameras in den letzten Jahren auch bei uns bekannt gemacht. Nachfrage steigend! Der Einsatz der sogenannten "Russen-Kameras" ist in Deutschland aus Datenschutz-Gründen umstritten – vor Gericht galten Aufnahmen der Autokameras bislang meist als nicht zulässiges Beweismittel. Das Urteil des BGH (VI ZR 233/17) macht den Weg für Dashcam-Videos als Beweismittel jetzt unter bestimmten Voraussetzungen frei. Welche Modelle die besten sind, und was beim Kauf zu beachten ist, zeigt der Dashcam-Test.
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Elf Dashcams im Test: TrueCam A7s siegt

Insgesamt elf Autokameras mussten sich bei den Kollegen von Computer Bild in einem Dashcam-Vergleichstest beweisen. Bewertet wurde neben dem Funktionsumfang, der Bedienung und der Bildqualität auch die Art der Befestigung im Auto. Testsieger ist die TrueCam A7s: Sie überzeugt sowohl bei den grundlegenden Anforderungen wie einer guten Bildqualität bei Tag und Nacht als auch durch viele Zusatzfunktionen. So gibt es zum Beispiel umfassende Auswertungsmöglichkeiten, die auch Kennzeichen und Fahrername erfassen sowie die GPS-Koordinaten und Geschwindigkeit speichern. Der Preis liegt bei gut 150 Euro. Einziges Manko: Die Kamera ist nicht für den Gebrauch als Überwachungskamera während des Parkens geeignet, der Akku hält nur etwa 30 Minuten. Anders bei den Modellen Transcend DrivePro 230 und Blaupunkt BP 3.0 FHD GPS hier konnten die Akkus über eine Stunde Parkzeit problemlos überbrücken. Den zweiten Platz im Dashcam-Test belegt die Garmin Dash Cam 55. Sie ist mit einem Preis von über 170 Euro das zweitteuerste Modell, überzeugt aber vor allem mit guter Bildqualität – darauf kommt es an. Außerdem bietet sie ebenfalls eine Menge Zusatzfunktionen (z.B. Sprachsteuerung, Blitzerwarner). Kritisiert wird unter anderem die fehlende Auswertung von GPS-Daten und der nicht einstellbare Aufnahmemodus.

Günstige Dashcams nicht zu empfehlen

Die teuerste "Russen-Kamera" im Test, die BlackVue DR650S-2CH für knapp 250 Euro, erreicht nur Platz sieben, kann dafür aber zusätzlich als Rückfahrkamera eingesetzt werden. Die günstigsten Modelle im Dashcam-Test schaffen es nur auf die hinteren Plätze. Für einen Preis von knapp 40 Euro ist die Rollei CarDVR-71 das günstigste Modell im Test, landet aber auf dem letzten Platz. Die Tester kritisieren unter anderem die schlechte Bildqualität, eine umständliche Bedienung und die fehlende Auswertung von GPS-Daten. Damit kann die Dashcam in ihren wichtigsten Funktionen nicht überzeugen. Auch die rund 80 Euro günstige NavGear MDV-2850 landet nur auf Platz zehn. Der Test zeigt: Wer eine gute Dashcam kaufen möchte, sollte bereit sein mindestens 100 Euro zu investieren. Die Testergebnisse im Detail sind in der Bildergalerie zu finden.
# Dashcams im Test  
1.

TrueCam A7s

Preis: ca. 150 Euro
Testnote: gut (2,0)

 
2.

Garmin Dash Cam 55

Preis: ca. 170 Euro
Testnote: gut (2,3)

 
3.

iTracker DC-A119S

Preis: ca. 150 Euro
Testnote: befriedigend (2,5)

 
4.

Rollei CarDVR-318

Preis: ca. 130 Euro
Testnote: befriedigend (2,5)

 
5.

iTracker GS6000 A7

Preis: ca. 160 Euro
Testnote: befriedigend (2,6)

 
6.

Transcend DrivePro 230

Preis: ca. 170 Euro
Testnote: befriedigend (2,6)

 
7.

BlackVue DR650S-2CH

Preis: ca. 250 Euro
Testnote: befriedigend (2,7)

 
8.

Blaupunkt BP 3.0 FHD GPS

Preis: ca. 100 Euro
Testnote: befriedigend (2,8)

 
9.

Rollei CarDVR 310

Preis: ca. 150 Euro
Testnote: befriedigend (2,9)

 
10.

NavGear MDV-2850

Preis: ca. 80 Euro
Testnote: befriedigend (3,2)

 
11.

Rollei CarDVR-71

Preis: ca. 40 Euro
Testnote: ausreichend (3,8)

 

Dashcams im Test

Dashcam kaufen: Welche Unterschiede gibt es?

Das Angebot reicht von sehr einfachen Kameras ab rund 25 Euro bis zu Spitzenmodellen für mehr als 200 Euro. Die meisten Dashcams liegen aber in einer mittleren Preisklasse zwischen 80 und 150 Euro. Auf die folgenden Funktionen bzw. Angaben ist beim Kauf zu achten:
Auflösung und Bildrate: Wie gut man einzelne Details auf den Bildern einer Videokamera erkennen kann, hängt vor allem von der Höhe der Auflösung ab. Die meisten Dashcams, die aktuell am Markt sind, liefern Full-HD-Auflösung (1920x1080 Pixel) – weniger sollte es nicht sein. Die Bildrate beträgt dabei meist 30 Bilder pro Sekunde, bei einigen Modellen auch 60 Bilder pro Sekunde. Eine höhere Bildrate ist grundsätzlich empfehlenswert – bei einer Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde kann die Aufnahme mitunter ruckelig wirken. Einige Dashcams unterstützen auch höhere Auflösungen als Full-HD. Meistens wird diese Auflösung jedoch nicht in Zusammenhang mit höchsten Bildrate erreicht, sondern nur mit einer niedrigeren Bildrate. Grundsätzlich sollte man bedenken, dass Dashcams nicht auf extreme Bildqualität ausgelegt sind. Wem es um wirklich tolle Bilder geht, zum Beispiel für Urlaubsvideos, wird mit einer guten Actioncam vermutlich glücklicher.
Bildwinkel: Vielen ist der Begriff des Bildwinkels aus der Fotografie bekannt, meist in Zusammenhang mit der Brennweite. Der Bildwinkel bemisst, wieviel Fläche ein Bild abbilden kann. Hier gilt die Faustregel: Je kleiner die Brennweite desto größer der Winkel. Es gibt Panorama-Dashcams mit extemen Weitwinkel-Linsen die es erlauben bis zu 180 Grad abzudecken. In der Regel sind 120 bis 140 Grad Bildwinkel jedoch ausreichend.
Befestigung: Bei den Dashcams dominieren zwei Konzepte der Befestigung, entweder mit einem Saugnapf oder sie werden geklebt. Die Saugnapf-Halterungen sind am flexibelsten, denn damit kann die Dashcam auch in anderen Autos angebracht werden, und sie kann jederzeit entfernt werden. Klebe-Befestigungen lassen sich meist nur schwer wieder lösen und hinterlassen oft Rückstände, die mit speziellem Entferner beseitigt werden müssen.
Aufnahmemodi: Das wichtigste vorab: Die Dashcam sollte unbedingt die Funktion zur Notfall-Aufnahme verfügen. Das ist ihre wichtigste Funktion. Wenn das Gerät hohe G-Kräfte verzeichnet, wird die aktuelle Aufnahme automatisch und schreibgeschützt gespeichert. Im normalen Betrieb filmt die Dashcam in sogenannten Loops. Das heißt es wird immer eine bestimmte Dauer aufgezeichnet (z.B. eine Minute), die während des Filmens immer wieder überschrieben wird. Relevante Aufnahmen lassen sich manuell speichern. Bei vielen Kameras lässt sich die Länge der Videoschleife einstellen, einige ermöglichen auch dauerhafte Aufnahmen. Hier könnte es allerdings rechtliche Probleme geben, denn Dashcam-Videos sind jetzt zwar als Beweismittel vor Gericht zulässig, die "permanente anlasslose Aufzeichnung" verstößt jedoch gegen das Datenschutzrecht.
Aufnahmestempel: Neben der reinen Aufnahme des Bildes, werden die Videos von den Dashcams mit einem Aufnahmestempel versehen. Im Idealfall erfasst dieser nicht nur die Zeit- und Geschwindigkeitsangaben, sondern auch GPS-Daten. Manche Autokameras bieten außerdem die Funktion, einen Fahrer und ein Kfz-Kennzeichen anzugeben.
Zusatzfunktionen: Über die Aufnahmefunktion hinaus bieten die meisten Dashcams nützliche Zusatzfunktionen. Manche bieten eine App- oder Sprachsteuerung. Viele sind außerdem mit einem Blitzerwarner ausgestattet. Auch Auffahrwarner-Funktionen oder der Einsatz als Rückfahrkamera sind bei manchen Modellen möglich.

FAQ - die wichtigsten Fragen & Antworten zur Dashcam

Was ist eine Dashcam?
Eine Dashcam ist eine kleine digitale Videokamera, die speziell für den Einsatz im Auto entwickelt wurde (dash bord ist das englische Wort für Armaturenbrett). Sie hat meistens eine sehr kompakte Bauweise, etwa wie eine Actioncam (z.B. GoPro) oder ein mobiles Navigationsgerät. Die Dashcam wird per Saugnapf oder Klebepad an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett befestigt und zeichnet im Betrieb fortlaufend das Verkehrsgeschehen vor dem fahrenden Auto durch die Windschutzscheibe auf. Mitunter wird auch eine zweite Kamera an der Heckscheibe angebracht, die dann nach hinten aus dem Auto aufzeichnet. Der Zweck hinter dem Einsatz einer Dashcam ist in der Regel, Aufnahmen von Fahrten für den privaten Gebrauch zu erhalten (zum Beispiel von Urlaubsfahrten), oder bei einem eventuellen Unfall Videomaterial als Beweismittel zu speichern. 
Wie funktioniert eine Dashcam?
Ganz einfach: Die Dashcam wird in Betrieb gesetzt und zeichnet dann so lange auf, bis sie wieder ausgeschaltet wird. Je nach Modell wird die Kamera sogar automatisch in Betrieb gesetzt, sobald der Motor gestartet wird. Das Objektiv einer Dashcam hat meistens einen sehr großen Aufnahmewinkel (bis zu 170°), sodass ein großer Bereich – auch seitlich – vor dem Fahrzeug aufgenommen wird. Ein Sucher oder eine Zoom-Funktion, wie man sie von einem Camcorder kennt, fehlen bei der Dashcam. Die meisten Modelle sind aber mit einem kleinen Monitor ausgestattet. Als Speichermedium dient eine SD-Karte (meist MicroSD). Viele Dashcams besitzen eine Loop-Funktion (Aufnahme-Schleife): Ist die SD-Karte voll, wird sie neu überschrieben, sodass die Kamera pausenlos im Einsatz sein kann. Die Stromversorgung erfolgt über ein Akku oder über ein 5-Volt-Stromkabel für den Zigarettenanzünder.
Wo sollte die Dashcam angebracht werden?
Am besten wird die Dashcam in der Windschutzscheibe befestigt. Die beste Position ist mittig knapp unter dem Rückspiegel. Manche Modelle lassen sich auch auf dem Armaturenbrett befestigen. Wichtig ist, dass die Autokamera zu keinem Zeitpunkt die Sicht des Fahrers behindert.

Autoren: Daniel Ewen, Lena Reuß

Stichworte:

Dashcam

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