DAT-Report zum Autokauf

DAT-Report 2012: Autokauf

— 18.04.2012

Satter Preiszuwachs

Laut DAT-Report 2012 haben die Deutschen 2011 deutlich tiefer für Gebraucht- und Neuwagen in die Tasche gegriffen als 2010. Wichtigstes Kriterium: die Zuverlässigkeit.

(dpa) Deutsche Autofahrer haben 2011 für Gebrauchtwagen so viel bezahlt wie nie zuvor. Der Durchschnittspreis für gebrauchte Autos legte 2011 im Vergleich zum Vorjahr um fast 1000 Euro auf 9740 Euro zu. Das geht aus dem am 18. April 2012 veröffentlichten Report der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) hervor. "So hoch waren die durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreise noch nie", sagte DAT-Sprecher Siegfried Trede. Auch für Neuwagen sei 2011 so viel Geld ausgegeben worden wie in den vergangenen Jahrzehnten nicht – im Schnitt 27.390 Euro (2010: 26.030 Euro). Ein Grund für den satten Preiszuwachs bei den Gebrauchten ist der Studie zufolge, dass sich die Käufer jüngere Autos mit weniger Kilometern auf dem Tacho aussuchten. Das Fahrzeugalter lag 2011 im Schnitt bei 5,4 Jahren (2010: 6,1 Jahre), auf dem Tacho waren 74.300 Kilometer (2010: 78.800 Kilometer). Auch die Nachfrage war so groß wie seit zehn Jahren nicht. In Deutschland wurden im Jahr 2011 6,8 Millionen Gebrauchtwagen gekauft (2010: 6,4 Millionen Fahrzeuge). Die meisten davon stammten aus privater Hand.

Männer liegen bei den Ausgaben vorn

Der Durchschnittspreis für gebrauchte Autos legte 2011 im Vergleich zum Vorjahr um fast 1000 Euro auf 9740 Euro zu.

Frauen und Männer gingen ganz verschieden an den Autokauf heran, wie die Studie ermittelte. Das fing schon beim Preis an: Frauen legten für einen Gebrauchtwagen 2011 im Schnitt 7470 Euro und für einen Neuwagen 19.700 Euro auf den Tisch. Die Männer gaben deutlich mehr Geld aus: Für einen Gebrauchten zahlten sie im Schnitt 11.480 Euro und für ein neues Fahrzeug 31.520 Euro. Autofahrerinnen bevorzugten der Studie zufolge kleinere Flitzer, zwei Drittel von ihnen fuhren Klein- und Kompaktwagen. Bei den Männern lag der Anteil hier nur bei 39 Prozent. Auch bei der Ausstattung gaben sich die Frauen mit deutlich weniger Extras zufrieden und fuhren ihr Auto auch länger. Der Unterschied bei den pro Jahr gefahrenen Kilometern war dagegen nicht so groß – Frauen legten im Schnitt 12.120 Kilometer zurück, Männer 14.410.

8,8 Prozent mehr Neuzulassungen als in 2010

2011 war der durchschnittliche Gebrauchtwagenkäufer in Deutschland 38,9 Jahre alt, verdiente 2879 Euro netto im Monat und achtete besonders auf einen günstigen Preis und niedrigen Spritverbrauch. Das Thema Umweltverträglichkeit stand für ihn bei der Kaufentscheidung nicht im Vordergrund. Mit Abstand die wichtigste Informationsquelle vor dem Kauf war für ihn das Internet. Bei den Neuwagen schafften sich nach Wegfall der Abwrackprämie im vergangenen Jahr wieder mehr Fahrer größere und teurere Autos mit mehr PS an. Das trieb der Studie zufolge den Durchschnittspreis in die Höhe. Insgesamt wurden 2011 mit knapp 3,2 Millionen 8,8 Prozent mehr neue Autos zugelassen als im Jahr zuvor. Der durchschnittliche Neuwagenkäufer ließ sich 2011 am liebsten vom Verkäufer oder Händler beraten. Er war 44,9 Jahre alt und verdiente 3734 Euro netto. Wichtigstes Kriterium beim Kauf: Die Zuverlässigkeit des Autos. Erst dann folgen Design, Kaufpreis und geringer Spritverbrauch.

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