Dauertest Kelleners Sport Mini (1)

Dauertest Kelleners Sport Mini One Dauertest Kelleners Sport Mini One

Dauertest Kelleners Sport Mini (1)

— 08.03.2004

Heiße Liebe

Als der Mini bei uns eintraf, war er noch unschludig. Unberührt, ungetunt. Das hat AUTOBILD TEST & TUNING schnell geändert. Der neue Dauertestwagen bekam bei Kelleners ein Motortuning samt Auspuff und Sachs-Sportkupplung spendiert.

Zwölf Monate auf der Beautyfarm

Is it love? Vermutlich ja. Obwohl: So eine Liebesaffäre am Arbeitsplatz ist ja nicht immer ganz einfach. Doch egal, auch wir konnten nicht widerstehen und haben uns auf eine Beziehung eingelassen – mit dem Mini One Kelleners Sport. Mindestens die nächsten zwölf Monate wird der rote Herzensbrecher uns begleiten. Als Dauertest Monat für Monat, Heft für Heft. Und Sie, liebe Leser, können miterleben, wie das junge Glück wächst und gedeiht.

Allzu viel wollen wir nicht verraten, nur so viel sei versprochen: Vom Optik-Paket über Hi-Fi-Anlage und Rennsport-Know-how sind einige Highlights dabei. In der ersten Folge sorgen wir dafür, dass der Kleine nicht so schnell schlappmacht – sozusagen Viagra für den Motor.

Die rennsporterprobte Tuningfirma Kelleners Sport in Dinslaken verhilft dem serienmäßigen 90-PS-Motor (gemessen: 97 PS) mit klassischem Motortuning (Sportluftfilter, Nockenwelle, geränderte Ventilsitze, polierter Ansaugtrakt und geplanter Kopf für höhere Verdichtung) zu satten 144 PS und 178 Newtonmetern (Serie: 140 Nm). Respekt.

Kupplung wie im Porsche Turbo

Damit bei so viel Kraftzuwachs die Serienkupplung nicht ständig an der Belastungsgrenze arbeitet, muss eine Sportkupplung her. Für uns machte die Firma Sachs eine Spezialanfertigung: Das Serienteil bekam einen Spezialbelag – den gleichen wie im Porsche Turbo ... So erlaubt die Kupplung ein maximales Motordrehmoment von 220 Newtonmetern (die normale verträgt nur 170) und garantiert eine lange Lebensdauer trotz Tuningmaßnahmen.

Außerdem verliert man bei Schaltvorgängen weniger an Drehzahl, was sich positiv auf die Beschleunigung auswirkt. Einziges Problem: Der Einbau gestaltet sich extrem aufwändig. Um die Kupplungsscheibe zu tauschen, muss die gesamte Vorderachse ausgebaut werden. Bei ausreichender Nachfrage soll es demnächst übrigens auch eine Sachs-Sportkupplung für Mini One und Cooper im regulären Sortiment geben.

Cooper-S-Fahrer können auf das Know-how der Kupplungsspezialisten bereits jetzt zurückgreifen. Damit unser Mini nicht mit dem bemitleidenswerten Serienauspuff umherfahren muss, verpassen wir ihm vor Ort außerdem einen Kelleners-Sport-Endschalldämpfer. Das Ergebnis kann sich nicht nur hören, sondern auch sehen lassen. Eindrucksvoll belegt der pubertierende Zwerg seine wachsenden Kräfte auf Prüfstand und Teststrecke.

Testwerte und Kosten des Umbaus

Konnte man mit dem Mini vorher prima in der Stadt rumkurven und an jeder Ampel flirten, sammelt er jetzt auch auf der linken Autobahnspur Punkte. Die Höchstgeschwindigkeit hat die 200-km/h-Grenze locker durchbrochen: Statt zuvor gemessener 173 km/h sprintet der getunte Zwerg jetzt spitzenmäßige 209. Auch in der Beschleunigung kann die Kraftkur von Kelleners überzeugen: Von null bis 100 km/h vergehen 9,0 Sekunden (vorher 12,1 s), von null bis 160 ist der Mini One jetzt doppelt so schnell.

In der Praxis macht sich der Fahrspaß allerdings erst im oberen Drehzahlbereich bemerkbar, sprich: Für schaltfaule Genossen ist diese Tuning-Variante nicht geeignet. Beleg dafür sind die auf den ersten Blick überraschend schlechten Elastizitätswerte, die sich aber relativieren – schließlich fährt der Kelleners-Mini bei gleichem Tempo stets eine Gangstufe niedriger als das Serienpendant.

Der finanzielle Aufwand bleibt erfreulich bescheiden: Der Doppelrohr-Endschalldämpfer kostet 640 Euro (ohne Einbau). Für das komplette Motortuning-Kit veranschlagt Kelleners 2200 Euro, Umbaukosten und Prüfstandabstimmung eingeschlossen. Ein faires Angebot für 50 Prozent mehr Leistung. Unseren Finanzen kommt dies sehr entgegen – so gibt’s keinen Streit ums Geld. Obwohl: Wer frisch verknallt ist, schaut eh nicht so genau auf jeden Euro.

Tuningfirma mit Rennleidenschaft

Motorsport hat Tradition im Hause Kelleners. Vater Helmut, seit 25 Jahren Mitinhaber der BMW-Vertretung Böhm & Kelleners in Dinslaken, lieferte sich in den 70er Jahren im legendären 3.0 CSL und M1 heiße Duelle mit der Konkurrenz in Ford Capri und Porsche 935 "Moby Dick".

Sohn Ralf fährt im gleichen Profil: Nach Erfolgen in Formel 3, DTM und den 24 Stunden von Le Mans geht er zurzeit in der amerikanischen GT-Serie mit einem Ferrari 360 Modena an den Start. Parallel zur sportlichen Karriere führt er als Geschäftsführer die Geschicke der Tuningfirma Kelleners Sport, die seit 1983 existiert. "Die Rennsporterfahrung kommt natürlich auch unserem Tuning zugute", so Ralf Kelleners. Und das spricht sich herum. Vor wenigen Tagen kehrte Stellvertreter Andreas Eschenlohr zusammen mit einem Mechaniker aus Südkorea zurück. Ein reicher Geschäftsmann hatte die beiden zusammen mit einem Tuning-Kit für seinen neuen BMW Z4 einfliegen lassen, das vor Ort installiert wurde ...

Neben den aktuellen BMW werden natürlich zahlreiche Mini schneller gemacht. Schließlich hat Ralf Kelleners zu den kleinen Briten ein ganz besonderes Verhältnis: "Mein erster Wagen war ein Mini", schmunzelt er. "Leider verlor ich bei der ersten Ausfahrt gleich die Kontrolle und landete im Graben." Doch einmal Mini, immer Mini – heute fährt der 35-Jährige einen selbst getunten Cooper S mit 218 PS.

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