Dauertest-Report SKN-Golf (1)

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Dauertest-Report SKN-Golf (1)

— 17.12.2002

Chiptuning - wie lange hält der Motor?

Ob ein Elektronikeingriff und damit 20 Mehr-PS auf Dauer schädlich sind, prüfen wir gemeinsam mit dem Tuner SKN, der für seine Arbeit garantiert. Wir haben noch viel vor mit dem Golf 1.9 TDI.

Das optimale Versuchskaninchen

Der erste Kaufversuch war ein Reinfall. New Beetle, TDI-Motor, nur 56.000 Kilometer gefahren, eineinhalb Jahre alt – das klang zwar gut. Doch schon auf den ersten Blick mutierte das Angebot zur Luftblase: restlos abgewetzte Pedalgummis, verschlissene Sitze – da hatte wohl jemand den Tacho um 100.000 Kilometer zurückgedreht... Doch der zweite Anlauf geriet zum Volltreffer: VW Golf 1.9 TDI "Generation", im September 1999 zugelassen, echte 53.000 Kilometer auf der Uhr. Das optimale Versuchskaninchen. Denn wir wollen in den nächsten Monaten klären, ob das ewig junge Stammtischthema stimmt, dass chipgetunte Motoren nicht halten und schon bald nach der Kraftkur auseinander fallen.

Renommierte Veredler geben Garantie auf ihre Arbeit (unbedingt auf das Kleingedruckte im Vertrag achten!), da den meisten Autoherstellern Tuning-Maßnahmen an ihren Motoren nicht geheuer sind. SKN zum Beispiel (Tel. 0 51 53-94 10-0; www.skn-tuning.com) verspricht eine Gewährleistung bis zu 100.000 Kilometer Gesamtlaufleistung, wenn das Auto beim Tuning nicht mehr als 60.000 Kilometer auf dem Buckel hat.

So liegt es nahe, gemeinsam mit SKN die Probe aufs Exempel zu machen. Ganz praxisnah: an einem durchschnittlichen, viel gefahrenen Modell (wie eben dem Golf TDI mit 90 PS) in der Annahme, dass Diesel-Fahrer vielleicht 50.000 Kilometer lang Spaß an ihrem Auto haben, nun aber doch mehr Leistung spüren möchten, ohne gleich den ganzen Wagen austauschen zu müssen. Und das für einen akzeptablen Preis: Der Chip-Umbau kostet bei SKN 819 Euro inklusive Mehrwertsteuer für bis zu 25 zusätzliche PS.

20 PS mehr bei 0,9 Litern Mehrverbrauch

Zuerst haben wir den "Generation"-Golf zum Sicherheitscheck durch den TÜV gebracht, obwohl der noch nicht fällig war. Keine Probleme. Dann war die erste Leistungsprüfung (vor dem Elektronik-Eingriff) dran. Überraschung: Der Motor erreichte satte 73 kW (99 PS) bei 3780/min (223 Nm bei 2040/min), obwohl er ab Werk mit nur 66 kW (90 PS) angegeben wird. Durch Zufall haben wir also ein starkes Stück erwischt. Nach dem Tuning weist der Motor genau 20 Mehr-PS auf: Er schafft 88 kW (119 PS) bei 3790/min. Auch das Drehmoment hat kräftig zugelegt: 286 Nm bei 1850/min.

Am Ende der Dauertest-Distanz werden wir prüfen, ob das so geblieben ist. Natürlich haben sich auch die Fahrleistungen kräftig geändert: Benötigt der Werks-TDI-Golf von null auf 100 km/h gemessene 12,7 Sekunden, schafft der getunte SKN-Golf das in 10,7 Sekunden. Besonders im Stadtverkehr mit vielen Beschleunigungsphasen wird das spürbar und erhöht die Souveränität. Weniger deutlich ist der Unterschied in der Endgeschwindigkeit – der 90-PS-Basis-TDI rennt 180 km/h, nach der Kraftkur schafft es die Tachonadel auch nicht bis zur 200er-Marke.

Mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,8 Litern nach dem Eingriff kann man gut leben, auch wenn die Basisversion mit 5,9 Litern auskommt. Dazu kommt, dass man die neue Sprintwilligkeit gerne ausreizt, was nicht zum Brennstoffsparen beiträgt, aber gehörig Spaß macht.

Damit unser neues Redaktionsmitglied nicht bis zum Dauertestende immer auf Probefahrten verschwindet, werden wir den Wagen jeden Monat mit einer weiteren – nicht den Motor betreffenden – Tuningstufe ausbauen. Wir werden ihn außen und innen im Laufe der Zeit verschönern und die Arbeiten dazu im Bild festhalten und erläutern, welche Kosten anfallen, welche Arbeiten man selber machen kann und was man lieber dem Fachmann überlassen sollte. Also – auf in eine hoffentlich störungsfreie Zukunft.

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