Darum halten diese Autos ewig

Darum halten diese Autos ewig

Dauertest: VW Golf und Mercedes A-Klasse

Darum halten Golf und A-Klasse ewig

Ein Golf und eine A-Klasse haben als Dauertester jeweils 250.000 Kilometer abgespult. Das zeugt von Qualität. AUTO BILD erklärt ihr Erfolgsgeheimnis.
➤ Mit Köpfchen kaufen
➤ Penibel pflegen
Wartungsintervalle einhalten
➤ Viel fahren

Video: VW Golf vs Mercedes A-Klasse (2018)

Kompakte im Dauertest

Ein VW Golf 1.4 TSI Highline mit DSG und ein Mercedes A 180 fahren seit 2013 bei AUTO BILD im Dauertest. Sie haben jeweils satte 250.000 Kilometer abgespult und dabei ihre Qualität bewiesen. AUTO BILD verrät, was Sie tun können, um ihren Autos ebenfalls hohe Laufleistungen zu ermöglichen.

Beim Kauf sollte der Kopf entscheiden

Der VW Golf ist insgesamt das praktischere Auto, ärgerte AUTO BILD aber mit einigen Technik-Zicken.

Die Vorbereitungen für ein langes Autoleben beginnen genau genommen schon vor dem Kauf.Wer nüchtern kalkuliert statt aufs Bauchgefühl oder die Markenvorliebe zu hören, erspart sich möglicherweise Ärger. Der Golf zum Beispiel erfreut zwar mit seinen praktischen Talenten, konnte sich ein paar Technik-Zicken (z. B. rund um die Klimaanlage) aber nicht verkneifen. Oder muss das komplexe Doppelkupplungsgetriebe sein? Reicht auch die einfachere, manuelle Schaltbox?        

Penible Pflege erhält die Freude

Beide Testfahrzeuge, Golf und A-Klasse, stehen nach 250.000 Kilometern optisch gut da. Der Lack glänzt, die Inneneinrichtung ist nicht verwohnt, weder hier noch dort klappert es. Das liegt an hochwertigen Materialien, die VW und Mercedes verwendet haben und an der guten Verarbeitungsqualität. Eine wichtige Rolle spielt aber auch die Pflegeroutine: Nach jedem Einsatz werden beide Autos gewaschen und gesaugt. In größeren Abständen erfolgen Innenraumreinigung und Politur. Schlussendlich freuen sich beide über Garagenstellplätze.

Wartungsintervalle sind wichtig

Alle 30.000 Kilometer muss der VW Golf zur Inspektion, alle 25.000 Kilometer die A-Klasse. AUTO BILD hält sich genau an diese Intervalle und bringt die Fahrzeuge auch bei Problemen gleich zum Experten. Das sichert reibungsloses Fahren.

Viele Kilometer schützen vor Schäden

VW Golf und Mercedes A-Klasse stehen wenig und fahren lange Strecken, auch bis nach Rumänien (Bild).

"Autos stehen sich kaputt", weiß der Volksmund. Ebenfalls schlecht fürs Auto ist permanentes Kurzstreckenfahren. Beides droht VW Golf und Mercedes A-Klasse im Testbetrieb bei AUTO BILD nicht. Durchschnittlich fahren sie jeweils pro Jahr 50.000 Kilometer. Das hält die beweglichen Teile in Bewegung und gibt Standschäden sowie Kondenswasser-Rost keine Chance.
Auch der VW Amarok von Spediteur Hans Renger frisst Kilometer um Kilometer. 688.725 (!) lautete der Kilometerstand 2017 beim Treffen mit AUTO BILD. So garantiert der Bayer seinem Zugbullen ein möglichst langes Leben: 

Spediteur Hans Renger mit seinem VW Amarok zu Besuch bei AUTO BILD in Hamburg.

➤ Kaum Kurzstreckenfahrten
➤ Maximal 100 km/h
➤ Keine Standzeiten, kaum Kaltstarts
➤ Regelmäßiger Service
➤ Vorausschauendes Fahren
➤ Keine hohen Drehzahlen
Im März 2014 kaufte Hans Renger den Amarok als Neuwagen. Er ist seither im Schnitt mehr als 500 Kilometer pro Tag gefahren und wurde nie auf der Kurzstrecke bewegt. Zum Fototermin mit der AUTO BILD-Redaktion spulte Rieger auf dem Weg aus Bayern nach Hamburg 630 Kilometer ab!

VW Transporter im autobild.de-Gebrauchtwagenmarkt

 

Maximal im Lkw-Tempo unterwegs

Renger transportiert edle Sportwagen und wertvolle Klassiker durch die Republik. Eine Corvette C1 von 1959, neue Porsche, alte Mercedes, Supersportler von Lamborghini oder Bentley. Sportlich ist allerdings nur die Fracht. Renger fährt immer im Lkw-Tempo, selbst wenn kein Hänger am Amarok hängt. Also maximal Tempo 100!

Mehr als 700.000 Kilometer und kein Stillstand

Der 2.0 TDI in der Farbe "Honey Orange" ist schon der zweite Amarok an Rengers Seite – der erste forderte bei 295.000 Kilometern einen zweiten Motor, der wiederum bei 750.000 den Dienst quittierte. Beim zweiten standen binnen zweieinhalb Jahren 580.000 Kilometer auf dem Tacho, Ende Oktober 2017 700.000! Ein Ende ist nicht absehbar.

Tipps für ein langes Autoleben

Ölwechsel findet im Halbjahrestakt statt

Kleine Inspektion: Auch von unten macht der Amarok eine gute Figur.

Rengers Wagen läuft und läuft und läuft. Abgesehen von einem Schaden am Automatikgetriebe, das VW bei Tachostand 371.000 auf Garantie tauscht, geht in den Jahren außer Verschleißteilen nichts kaputt. Und selbst diese halten ungewöhnlich lange. Erst zwei Mal hat Renger die Bremsscheiben erneuert, der letzte Satz Reifen war erst nach 245.000 Kilometern runter. Zudem ist der Bayer sparsam. Seit Ablauf der Garantie macht er den Ölwechsel nur noch halbjährlich. Klingt gut, bedeutet in diesem Fall aber: alle 100.000 Kilometer. Den teuren Rußpartikelfilter erneuert er nur einmal, seitdem lässt er ihn alle 200.000 Kilometer für einen Bruchteil des Geldes freibrennen.

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Vorausschauende Fahrweise und Tempomat

Selbst an der Zapfsäule denkt Renger wirtschaftlich, tankt selten voll und nur dann, wenn es wirklich billig ist. Den Verbrauch hält er trotz schwerer Anhänger im Schlepptau mit vorausschauender Fahrweise und hohem Tempomateinsatz bei unter neun Litern. Das schont zusätzlich das Material. Federn, Dämpfer, Buchsen, Gelenke, Lenkung: alles noch erste Garnitur. Genau wie Batterie, Auspuff, Kühler und Kopfdichtung. Weder Steinschläge an der Front noch Sitze, Pedale oder Lenkrad lassen Rückschlüsse darauf zu, dass dieser Wagen rechnerisch mehr als 16-mal die Welt umrundet hat.

Nie höher als 2000 Touren gedreht

Immer schön gemütlich: Der TDI des orangefarbenen VW muss nie mehr als 2000 Touren drehen.

Der Lack glänzt, die Polster sind noch ganz. Nur die vorderen Felgen fallen auf, sie haben sich im Laufe der Zeit unter der Hitze verfärbt. Der Zweiliter-TDI knurrt vertrauenerweckend vor sich hin. Mehr als 2000 Touren musste er noch nie drehen. Der Ölverbrauch lag schon immer um 0,2 Liter auf 1000 Kilometer und ist auch nicht gestiegen. An die etwas dürftige Geräuschdämmung hat sich Hans Renger längst gewöhnt, auch als aufgerüschter "Canyon" bleibt der Amarok ein Nutzfahrzeug.

Darum halten diese Autos ewig

Autoren: Malte Büttner,

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