DDC Mexiko 2004 (10. Tag)

Dunlop Drivers Cup 2004 Dunlop Drivers Cup 2004

DDC Mexiko 2004 (10. Tag)

— 31.03.2004

Das große Finale

Am letzten Tag durften die Finalisten noch mal richtig die Brocken fliegen lassen: Mit mexikanischen Rallye-Autos ging es querfeldein und zum abschließenden Fight of Champions.

Drift-Challenge und Erdschollen-Weitflug

Es ist soweit. Der letzte Tag. Heute wird noch mal um Punkte gekämpft. Von allen. Denn für alle geht es um was: Die weiter hinter Liegenden wollen noch ihre Platzierung verbessern, die weiter vorn Stehenden den Sprung aufs Treppchen schaffen und die drei führenden Teams natürlich um jeden Preis ihre Plätze verteidigen. Trotz Engagement und Ehrgeiz – es geht hart, aber herzlich zu. Teamgeist ist in den vergangenen Tagen aufgekommen, von verbissener Stimmung um den Sieg keine Spur.

Trotzdem müssen alle erstmal die Zähne zusammenbeißen und geduldig sein – eine Stunde trockene Rallye-Theorie mit Manfred Hiemer steht auf dem Morgenprogramm. Bei dem Mann, der für Armin Schwarz im WRC die Ansagen macht. Der mit geheimnisvollen Kommentaren aus seiner Mitschrift wie "in-rechts-zwei-Kuppe-sofort-vier-voll" den schnellsten Weg zwischen zwei Streckenpunkten beschreibt. Genau das lernen die Finalisten von ihm. Ein Crash-Kurs im Roadbook-Schreiben. Genau das sollen sie kurze Zeit später selber machen.

Und dann geht endlich die Post ab. Ein letztes Mal dürfen die 15 Teams mit ihren Dunlop-Reifen in der rotbraunen mexikanischen Erde graben. Und sie tun es gründlich. Stellenweise muss für die nächste Aussaat nicht mehr gepflügt werden, so sehr legen sich die Fahrer und Fahrerinnen beim Drift-Challenge, Rallye-Stage und Fight of Champions ins Zeug. Da fliegen Erdschollen meterweit und Staubwolken verdecken die Mittagssonne. Hossa! Es einmal so richtig krachen zu lassen, da hatten alle höllischen Spaß dran.

Das Öl, der Lappen, die Nockenwelle

Höllenspaß bedeutet nicht selten auch mörderischer Verschleiß. Davon gibt es heute nicht zu knapp. Oder anders gesprochen – der Finaltag entwickelt sich zur Materialschlacht. Erster Verlust: der bärenstarke Ford Lobo Pickup mit V8 und Heckantrieb. Der pflügt zwar wundervoll bei der Drift-Übung um die Kurven. Leider gerät der puderzuckerfeine Sand zwischen Felgen und Dunlop-Reifen – zischschsch, da verflüchtigt sich die Luft. Zweiter Ausfall: Ein Opel Frontera überhitzt im Champions-Kampf und muss sich im Schatten abkühlen. Späterer Trick: Ließ man ihn im Stand weiterlaufen, blieb er dank Ventilator-Kühlung im Rennen.

Dritter Ausfall: die mexikanischen Rallye-Autos, fünf Golf III und ein Peugeot 206+. Auf einer knüppelharten Strecke sollen die Teilnehmer maximal Tempo 20 bis 30 fahren und Roadbook schreiben. Wie am Morgen gelernt. Tempo 20, wenn man mächtig Power im Rallye-Wagen unter sich hat? Die meisten lassen es krachen. Das tut es dann auch, die Ausfallquote steigt schnell auf 50 Prozent.

Die Instruktoren improvisieren fieberhaft um. Statt Drift gibt es eine Irrgarten-Übung zwischen Verkehrshütchen im Gelände. Da können auch die Jeep Wrangler noch mal im Staub wühlen. Die Champion-Ausscheidung soll auf den verbliebenen Rallye-Autos gefahren werden. Gute Idee, doch wieder einmal macht uns die mexikanische Mentalität einen Strich durch die Rechnung. Einen fehlenden Öleinfülldeckel ersetzt der Mechaniker mit einem Lappen – der genau drei Runden lang an seinem Platz verweilt, bevor ihn die Nockenwelle ins Motorinnere saugt. Aus. Auch die anderen beiden Tuning-Gölfe überleben den Sportsgeist der Teams nicht.

Abschlussparty am Palacio Bellas Artes

Finale. Keine der drei angesetzten Übungen kann komplett gefahren werden. Es bleibt nur der Irrgarten. Nicht zu ändern, wir sind in Mexiko. Da ticken die Uhren nicht nur acht Stunden hinterher, da kann auch nicht alles klappen. Schon gar nicht unter so harten Bedingungen wie beim Dunlop Drivers Cup.

Spaß hat es trotzdem gemacht. Sehr viel Spaß. Nicht nur den Siegern vom Opel-Team, die seit drei Etappen in Führung lagen, sondern allen Teilnehmern. "Ihr seid alle Sieger", erklärte Dunlop-Geschäftsführer Christian Stein, der eigens fürs große Finale nach Mexiko gekommen war. Mehr als 16.700 Bewerbungen hatte es gegeben, wer zu den 30 Finalisten zählt, hat auf jeden Fall überdurchschnittlichen Sportsgeist bewiesen.

Und der wurde am Ende noch mal richtig gefeiert. Mit einer Siegesparade auf dem Zocalo, dem Stadtplatz von Mexiko City – angeblich dem größten der Welt. Und einer Abschlussparty am Palacio Bellas Artes, bei dem es die Teams ein zweites Mal an diesem Tag richtig krachen lassen konnte. Viva Mexiko!

Letzter Tagessieger: Team 5/Ungarn mit Zsolt Bakki und Viktor Szöke



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