DEA-Tankstellen verschwinden vom Markt — 06.03.2003
Aus DEA wird Shell
Die Tage der DEA-Tankstellen sind gezählt. Bundesweit werden rund 1000 Stationen neu beflaggt – mit dem Muschel-Logo von Shell.
Nach dem Verkauf von rund 600 Tankstellen nach Auflagen des Kartellamts sei die zunächst ins Auge gefasste Zwei-Marken-Strategie nicht mehr tragfähig, sagte Shell-Sprecher Klaus Picard. Der Aufwand für eine nationale Marke sei nur dann zu rechtfertigen, wenn ein enges Tankstellennetz überall Präsenz gewährleiste. Das sei nicht mehr gegeben. Shell/DEA hat die Fusionsauflagen des Kartellamts bislang erst zu 70 Prozent umgesetzt. Das Netz, das gegenwärtig rund 2600 Stationen umfasst, wird nochmals um rund 300 Tankstellen kleiner.
"Vor diesem Hintergrund konnte es nur eine Entscheidung geben", sagte Waltl. "Wir konzentrieren alle Kräfte auf eine Marke, mit der wir zunächst an zweiter Stelle stehen." Nachhaltiges Wachstum sei aber nur mit einer internationalen Marke möglich. Um die Nummer eins zu werden, müsse Shell den Autofahrern Innovationen anbieten. Auf die Zahl der Arbeitsplätze im Shell/DEA-Konzern soll die Entscheidung keinen Einfluss haben.
Shell hatte DEA vor zwei Jahren übernommen und zunächst angekündigt, beide Marken zu erhalten. Nachdem der Konkurrent BP die Aral gekauft hatte und das Kartellamt beide Fusionen nur unter Auflagen genehmigte, setze jedoch ein Umdenken bei Shell ein. Künftig werden nach vorläufigen Schätzungen Aral/BP mit 22 Prozent Marktanteil vor Shell mit rund 20 Prozent die beiden führenden deutschen Tankstellenfirmen sein. Mit deutlichem Abstand auf dem dritten Rang folgt mit elf Prozent Marktanteil ExxonMobil.

































