Müdigkeit am Steuer

Debatte um Müdigkeit am Steuer

— 19.03.2009

Strafe für Schlafmützen?

Sekundenschlaf kann tödliche Folgen haben. Jetzt erwägen deutsche Politiker die Einführung von Bußgeldern bei Übermüdung am Steuer. Ein sogenannter "Pupillomat" soll die Sünder überführen.

Müdigkeit am Steuer kann künftig teuer werden – auch wenn nichts passiert. Nach Informationen von AUTO BILD planen Politiker ein Bußgeld für müde Autofahrer. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion möchte sogenannte Pupillomaten in Deutschland erproben und zwar "insbesondere bei Berufskraftfahrern im Schwerlast- und Busverkehr", wie CDU-Verkehrssicherheitsexperte Gero Storjohann das Vorhaben gegenüber AUTO BILD präzisiert. Ein solches Gerät misst per Infrarotlicht und Kamera über einen Zeitraum von elf Minuten die Bewegungen der Pupille, woraus sich auf den Müdigkeitsgrad der Versuchsperson schließen lässt. Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Fünftel aller Unfälle mit Todesfolge von übermüdeten Fahrern verursacht werden.

Sekundenschlaf neu als Delikt im Verkehrsgesetz

Hintergrund sind neue Erkenntnisse aus Österreich. Dort testeten Experten 1200 Fahrer von Lkw und Bussen mit dem Pupillomat. Fazit: Jeder dritte Lkw-Fahrer war demnach im Grenzbereich unterwegs und jeder fünfte zeigte sogar Anzeichen von völliger Übermüdung. Damit nicht genug: Mehr als hundert Personen schliefen während des Tests ein. Auch Pkw-Fahrer nahmen an der Untersuchung teil und selbst hier war jeder achte übermüdet. Österreich zieht daraus nun Konsequenzen und ergänzt noch 2009 sein Straßenverkehrsgesetz um das Delikt "Sekundenschlaf/Übermüdung". "Wir müssen nur noch die Grenzwerte erarbeiten", erklärt Erich Haider (SPÖ), Verkehrsexperte und stellvertretender Landeshauptmann von Oberösterreich gegenüber AUTO BILD.

Mehr zum Thema in AUTO BILD 12/2009 (ab Freitag am Kiosk)

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