Automarken-Wertrangliste 2016

Der Brexit und seine Folgen

— 30.06.2016

Keine Angst vor der Insel-Reise

Großbritannien hat für den Brexit gestimmt. Während die Folgen für die deutsche Autoindustrie noch unabsehbar sind, ändert sich für Autoreisende im Fall eines Unfalls erst mal gar nichts.

Der EU-Unfallbericht ist in Großbritannien weiterhin die beste Möglichkeit zur Schadenserfassung.

Deutsche Autofahrer, die in Großbritannien unterwegs sind oder kurz vor dem Start in den Insel-Urlaub stehen, sollten trotz der Brexit-Entscheidung im Vereinigten Königreich ruhig Blut bewahren und weiterhin den EU-Unfallbericht mit sich führen (hier kann man ihn beziehen). Darauf hat der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hingewiesen. Er sei weiterhin die beste, präziseste und gleichzeitig einfachste Möglichkeit ist, den Schaden zu erfassen. Gleiches gelte auch für Unfälle mit in Großbritannien zugelassenen Fahrzeugen auf deutschen Straßen. "Zusätzlich", so eine Sprecherin des GDV, "ist die Mitnahme der Grünen Karte gerade wegen möglicher Verunsicherungen der Autofahrer in diesen Wochen sinnvoll. Jeder Autofahrer erhält die Grüne Karte von seiner Versicherung."

Wissmann ruft zur Besonnenheit auf

Die möglichen Folgen für die deutsche Automobilindustrie sind nach wie vor unabsehbar. Der Dachverband VDA hatte nach dem positiven Votum der Briten für einen Austritt aus der EU vollen Einsatz gefordert, um die negativen Folgen zu minimieren. "Nach einem EU-Austritt sollte niemand Interesse daran haben,

VDA-Chef Wissmann sagte nach Brexit: "Jetzt muss Europa erst recht zusammenstehen."

mit Zollschranken zwischen Großbritannien und dem Festland den internationalen Warenverkehr zu verteuern", sagte Präsident Matthias Wissmann. Jetzt sei Besonnenheit gefordert. Nach VDA-Angaben ist Großbritannien für die deutsche Automobilindustrie das weltweit größte Exportland. 2015 wurden 810.000 Pkw, die in Deutschland vom Band liefen, nach Großbritannien ausgeführt. Der britische Pkw-Markt erreichte vergangenes Jahr ein Rekordniveau mit 2,6 Millionen Neuwagen – jeder zweite davon zählte zu einer deutschen Konzernmarke.

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Ifa-Chef: Handelsschranken unwahrscheinlich

"Die enge Anbindung der Briten an Europa wird erhalten bleiben", vermutet Ifa-Chef Willi Diez.

Nach Einschätzung des Chefs des Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa), Willi Diez, hat der Brexit auf lange Sicht keine negativen Folgen für die deutschen Autobauer. Nach einem kurzfristige Kurseinbruch werde das britische Pfund wohl stärker werden und dadurch den Absatz deutscher Autos in Großbritannien ankurbeln, erklärte er: "Für die deutsche Automobilindustrie wird es nur kurzfristig schwieriger. Die Sorgen vor Handelsschranken zwischen Kontinentaleuropa und dem Vereinigten Königreich hält Diez für unbegründet. Weder der EU noch Großbritannien sei an solchen Hemmnissen gelegen.

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BMW: "Phase der Unsicherheit beginnt"

Der deutsche Automobilbauer BMW verkaufte 2015 jedes zehnte seiner Autos in Großbritannien.

BMW reagierte betont zurückhaltend auf das Votum. "Die Konsequenzen dieser Entscheidung sind heute noch nicht absehbar. Klar ist, dass nun eine Phase der Unsicherheit beginnt", teilte der Autokonzern am Freitag in München mit. "Wir erwarten jedoch zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Aktivitäten in Großbritannien.“ Die Insel ist für BMW nach China und den USA der drittgrößte Auslandsmarkt. Der Konzern verkauft bislang mehr als zehn Prozent seiner Autos in Großbritannien, im vergangenen Jahr 236.000 Fahrzeuge. Außerdem baut BMW in England jährlich mehr als 200.000 Minis und Rolls-Royce-Limousinen und beschäftigt dort 24.000 Mitarbeiter.

Cabrio-Neuheiten bis 2020

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VW sieht sich gerüstet

VW sieht sich angesichts seiner internationalen Präsenz gut aufgestellt, um sich "an sich verändernde wirtschaftliche und politische Umstände anzupassen", so ein Sprecher. Der Wolfsburger Konzern werde eng mit seinen britischen Gesellschaften zusammenarbeiten, an denen er unverändert festhalte. Im vergangenen Jahr gingen sechs Prozent des weltweiten VW-Absatzes nach Großbritannien. Die Insel ist zudem Heimat der britischen Konzernmarke Bentley Motors. Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes setzt auf Kontinuität: "Wir haben unsere bestehenden Investitionspläne nicht geändert und werden dies auch nicht tun, solange keine klarer Handlungsbedarf besteht."

Abwarten bei Audi, Opel und Porsche

Für Audi ist Großbritannien nach Deutschland der zweitgrößte Markt in Europa: "Wir respektieren das Ergebnis des EU-Referendums und werden uns eng mit unseren britischen Partnern abstimmen, zu denen wir fest stehen", betonte ein Audi-Sprecher in der Automobilwoche. Es sei noch zu früh, die vollständigen Auswirkungen auf das Unternehmen zu bewerten. Ähnlich äußerte sich ein Opel-Sprecher: "Für Opel/Vauxhall ist es wichtig, dass Verhandlungen über die künftige Beziehung des Vereinigten Königreichs zur EU zeitnah abgeschlossen werden. Genauso wichtig ist es, dass der Handel während dieses Zeitraums weiter vom freien Verkehr für Waren- und Personen profitiert." Auch laut Porsche ist es noch zu früh, um über mögliche Auswirkungen zu sprechen. Grundsätzlich richte man sich immer nach den aktuellen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes, sagte ein Unternehmenssprecher. Mit 12.238 verkauften Fahrzeugen in Großbritannien war 2015 ein Rekordjahr für Porsche auf diesem Markt.

Coupé-Neuheiten bis 2021

Audi A7 Illustration Mercedes E-Klasse Coupé Illustration

Conti: Kaum Konsequenzen, aber schlechtes Signal

Reifenhersteller und Autozulieferer Continental erwartet nach dem Brexit nur geringe Konsequenzen für sein Geschäft. Nach Angaben von Unternehmenschef Elmar Degenhart mache Conti derzeit weniger als drei Prozent des Umsatzes in Großbritannien. Auch als Produktionsstandort ist Großbritannien mit 1400 Mitarbeitern für Conti eher unbedeutend. Mit Blick auf den Zusammenhalt in Europa sei das Ergebnis aber beunruhigend. Bosch-Chef Volkmar Denner sagte der Automobilwoche: "Wir bedauern die Entscheidung für einen Ausstieg Großbritanniens aus dem größten Binnenmarkt der Welt sehr." Die langfristigen Folgen für die Wirtschaft würden erst nach und nach erkennbar. "Wir haben bereits Vorsorgemaßnahmen getroffen. Beispielsweise haben wir unsere Sicherungsquoten deutlich erhöht, um der Abwertung des britischen Pfundes entgegen zu wirken."

Oberklasse-Neuheiten bis 2022

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