Der etwas andere Leistungsvergleich

Der etwas andere Leistungsvergleich Der etwas andere Leistungsvergleich

Der etwas andere Leistungsvergleich

— 11.11.2002

Wo gibt es die meisten PS fürs Geld?

Wie viel Euro kostet ein PS? Wir haben den Begriff Preis-Leistungs-Verhältnis einmal wörtlich genommen – und sind zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Was kosten Ihre PS? Rechnen Sie selbst

Alles dreht sich um Leistung, Leistung, Leistung. Besonders in unserer modernen Gesellschaft. Daher auch ihr Name: Leistungsgesellschaft. Wir bezahlen stets für eine Sache: Leistung. Egal welcher Art. Ob Serviceleistung, Dienstleistung oder, um beim Auto zu bleiben, eben auch für die Motorleistung.

Doch wie viel kostet sie eigentlich? Zahlen wir für ein PS im Golf genauso viel wie im Smart oder in der S-Klasse? Oder sind in Wirklichkeit die bullenstarken Boliden vom Format Ferrari, AMG-Mercedes oder BMW M5 in Euro/PS gerechnet Sonderangebote? Weil sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten? Unvorstellbar eigentlich, Umfragen unter den Kollegen ergaben Zweifel und grobe Schätzungen, manch einer wähnte die genannten PS-Boliden im Mittelfeld, keiner indes tippte wirklich richtig.

Also raus mit dem Taschenrechner. Wir sind die unendlich langen Neuwagenlisten mit Sorgfalt durchgegangen. Natürlich reden wir hier von gängigen Serienmodellen, nicht von irgendwelchen Exoten oder gar Eigenbauten. Auf jeden Fall vermittelt die Tabelle einen klaren Eindruck darüber, wer hier plötzlich vor und neben wem auftaucht, wenn es um die Maßeinheit Euro pro PS geht. Dahinter steht noch eine zweite Größe, die Einheit Euro/Drehmoment, die aber nicht gesondert geordnet, sondern als Ergänzung gedacht ist. An welcher Stelle Ihr eigenes Auto liegt, können Sie mit unserem Online-Rechner ganz einfach selbst herausfinden.

Unschlagbar: 87 Euro für ein Lada-PS

Dass ein 200-PS-Civic-Type-R für 22.465 Euro ein ganz heißer Siegerkandidat sein würde, war schnell klar. Doch leider wurde die Rechnung ohne den Lada gemacht. Wenn auch nur spärlich im deutschen Markt vertreten, er wird angeboten. Und dies zu sensationellen 7920 Euro. Geteilt durch 91 PS, kommt er auf 87. Unschlagbar. So gesehen, kann eben auch mal ein Lada einen Vergleich gewinnen.

Interessant auch, dass viele Grundmodelle im Verhältnis teurer sind als ihre hochkarätigen Topversionen. Ein Audi RS6 kommt auf die Zahl 192 Euro/PS, der normale Zweiliter-A6 auf immerhin 223. Das Gleiche gilt für den Golf. Selbst seine Pferde sind mit 199 Euro/PS teurer erkauft als die im R32 (133 Euro/PS).

Unverschämt teuer: der Beetle RSI mit 309. Das liegt zwischen Mercedes SL und BMW Z8. Noch heftiger und eigentlich weit über Gebühr: Smart Crossblade (348) und Toyota Prius, dessen Hybridantrieb-Konstruktion ihn in den Bereich eines Ferrari 360 Modena katapultiert. Da soll noch einer behaupten, der Zwölfzylinder-Phaeton wäre unverhältnismäßig teuer, zumindest gerechnet zum Phaeton V6. Denkste. Beide sind nahezu gleich: 235 zu 233 Euro, ebenso im Drehmoment (179 zu 181).

Schauen Sie sich die Tabelle in Ruhe an. Sie werden immer wieder neue Überraschungen entdecken. Ein biederer Fiesta 1.4 mit 80 PS liegt hinter einem vor Kraft strotzenden BMW M3. Und hätten Sie gedacht, dass der "günstigste" Golf die 204-PS-Variante 4Motion V6 ist, und bei Mercedes das PS-Schnäppchen C 32 AMG heißt? Und wo liegen die hochkarätigen offenen Sportwagen? Uneinholbar auf der Pole-Position: die Chevrolet Corvette von GM. Mit der Ziffer 174 fährt sie weit, weit vor Mercedes SL 500 (308) und BMW Z8 (313). Motto: Leistung muss wieder bezahlbar werden. Die Amis haben verstanden.

Wahrer Luxus: 830 Euro pro Bentley-PS

Drehen wir den Spieß einfach mal um: Wer will das meiste Geld für ein PS? Falsch geraten, nicht der Maybach 62, der mit 759 Euro/PS schon kräftig hinlangt. Dafür hat er mit 550 PS zu viel Kraft. Nein, es geht noch etwas teurer: Bentley Azure Mulliner. Hier bezahlt der Kunde für jedes der 426 PS umgerechnet stolze 830 Euro, fast zehnmal so viel wie beim Lada 110. Würden die Russen so viel verlangen, der Lada dürfte nur noch 9,5 PS haben.

Zum Schluss noch eine kleine Spielerei zum Thema Vmax: Welches ist das günstigste Auto, das die magischen 250 km/h schafft? Die Antwort: Es ist nicht der Golf R32 (241 km/h), nicht der Alfa 147 GTA (246 km/h), auch nicht der Honda S2000 (241 km/h), sondern der BMW 330i für "nur" 34.750 Euro. Manch andere Autos sind mehr als doppelt so teuer. Und fahren auch nicht schneller.

Diesel-Vergleich: TDI vor CDI

Wie sieht die Situation bei den Dieselmotoren aus, heute allesamt leistungsfähiger denn je? Generell: Das Diesel-PS kostet nach wie vor mehr als die benzinerzeugte Pferdestärke. Absoluter Spitzenreiter ist hier der 130 PS starke Seat Ibiza 1.9 TDI mit 134 Euro/PS. Mehr Leistung kann man in Relation zum geforderten Autopreis nicht kriegen. Auf dem letzten Platz: die Luxusklasse. 307 Euro pro PS zahlt der Eigner eines S 400 CDI.

Bewusst haben wir alle Golf-Diesel in die Tabelle mit aufgenommen. Denn wer hätte gedacht, dass die Saugversion mit 68 PS unverhältnismäßig viel teurer ist als die leistungsstarken Turbo-Pumpe-Düse-Versionen? Und schaut man quer hinüber zum Mercedes S 350 mit einem Drehmoment von 350 Newtonmetern, liefert das der Golf TDI mit 310 Nm fast auch. Nur zu weniger als einem Drittel an Geld.





Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.