Der neue Fiat Panda

Der neue Fiat Panda Der neue Fiat Panda

Der neue Fiat Panda

— 05.09.2003

Schafft Fiat wieder ein "kleines Wunder"?

Topolino, 500er, Panda – die Volks-Wagen von Fiat machten ganze Nationen mobil. Jetzt müssen die Turiner Autobauer um das eigene Überleben kämpfen. Und bemühen dazu wieder den Namen Panda.

Kleiner Südländer mit großem Namen

Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, der muss aufpassen, dass sie ihm nicht unterm Allerwertesten dahinwelken. So wie Fiat es mit seiner Kleinwagen-Tradition erlebt hat. Jahrzehntelang waren die Turiner hier ganz groß, machten Italien mobil und schickten ihre Picolos in die ganze Welt. Dass sich die Erdenbürger zuletzt eher an Smart und Mini als an Cinquecento und Seicento erwärmen konnten war für Fiat, die Mutter aller pfiffigen Kleinwagen, ein Schlag ins Gesicht.

Vorbei, Geschichte. Ab dem 27. September wollen die Italiener zurückschlagen. Dann rollt ein neuer kleiner Südländer mit großem Namen an den Start, der Panda. Richtig gelesen: Panda. Genau wie jene Kult-Kiste, die 1980 auf die Welt kam und am 5. September 2003 im Werk Mirafiori das letzte Mal vom Band läuft.

Praktisch zeitgleich startet im südpolnischen Tychy die neue Panda-Generation, die nicht nur den bei uns schon Ende 1996 eingestellten Panda I, sondern zusätzlich auch den Seicento (wird für andere Märkte noch weiter gebaut) ersetzen soll.

Der Panda 1.1 8V startet bei 8290 Euro

Keine leichte Aufgabe und ganz sicher ein schweres Erbe – dem sich Panda II ab 27. September mit seinem knuffigkastigen Design aber selbstbewusst stellt. Kann er auch, denn neben den optischen Reizen bezaubern auch sein Platzangebot und vor allem die Preise.

Der Panda 1.1 8V startet bei 8290 Euro, kostet also etwa so viel wie der erste Panda – in D-Mark. Doch mit dem zweitürigen Blechkistchen mit Segeltuchsitzen und Minimalausstattung hat der neue außer dem Namen so viel gemeinsam wie ein Common-Rail-Diesel mit den ersten TDI. Viel interessanter erscheint da doch, dass selbst der billigste Smart 530 Euro mehr kostet. Noch günstiger können Sie nur mit Daewoo Matiz, Daihatsu Cuore, Lada 110 oder Suzuki Alto fahren. Billiger, aber nicht unbedingt besser.

Denn auf gerade mal 3,52 Meter Außenlänge bietet der Viersitzer im Lupo-Format (Fünfsitzer optional) ein überraschend erwachsenes Raumangebot. Vorn kommen trotz fehlender Längsverstellung fürs Lenkrad selbst Zweimeterriesen noch klar, hinten fühle ich mich mit meinen 1,97 Metern nicht mehr ganz so wohl. Verständlich.

Cockpit-Zentralmassiv aus grauem Plastik

Im Heck bleiben dann immerhin noch 206+ Liter Kofferraum, die sich mit der um acht Zentimeter verschiebbaren Rückbank (250 Euro, ab Dynamic) auf 230 Liter erweitern lassen. Klingt nicht unbedingt nach Lastesel, lässt aber jeden Lupo-Lenker (130 Liter) vor Neid erblassen. Warum allerdings nur die Fondlehne und nicht die ganze Hinterbank geteilt umlegbar ist, bleibt uns ein Rätsel. Selbst der Ur-Panda war flexibler, der maximale Stauraum bleibt so auf 775 (Lupo 830) Liter begrenzt.

Eine gewisse Lieblosigkeit verrät das Cockpit-Zentralmassiv aus grauem Plastik – schon ein paar Farbspritzer könnten hier Wunder wirken. Immerhin glänzt der Innenraum mit guter Funktionalität, einer ordentlichen Joystick-Schaltung und guter Rundumsicht. Nur schade, dass Fiat die manierlich ansprechende Servolenkung (elektrisch) plus Höhenverstellung fürs Lenkrad in der Basisversion mit 470 Euro extra berechnet.

Weitgehend unbeeindruckt bleibt das Fahrwerk von Kurven-Kapriolen und Fahrbahn-Fehlern. Ein leichtes Untersteuern kündet vom nahenden Grenzbereich, die letzte Sicherheit folgt Anfang 2004 in Form eines ESP (500 Euro, ab Dynamic), der Komfort darf angesichts bescheidener 2,30 Meter Radstand als durchaus zufrieden stellend gelten. Wer den neuen Panda im direkten Vergleich mit dem alten fährt, spürt jedenfalls jedes einzelne der 23 Jahre, die zwischen diesen Verwandten liegen.

Technische Daten, Preise und Ausstattungen

Auch der Antrieb deckt schonungslos auf, dass sich in den letzten Jahren einiges getan hat. Die 60 PS des 1,2-Liters bringen die eine Tonne Panda ausreichend flott in Fahrt, bleiben dabei zumeist gelassen und geizig (5,6 Liter sollen es sein). Als Alternative steht zunächst ein 1,1-Liter mit 54 PS und ab Januar der spritzig-sparsame 1.3 JTD-Diesel mit 70 PS zur Verfügung. Schließlich wird es ja auch höchste Zeit für Fiat, sich frische Lorbeeren zu verdienen.

Autor: Gerald Czajka

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