Der Parkassistent im Praxistest

Park Assist von VW Park Assist von VW

Der Parkassistent von VW im Praxistest

— 21.07.2008

Juhu, ich kann einparken!

Der "Park Assist" soll VW-Fahrern das Rückwärtseinparken abnehmen. Wie gut er zu bedienen ist und wo seine Grenzen liegen, haben zwei Frauen mit Einpark-Hemmungen für AUTO BILD getestet.

Sechs Meter groß ist die Lücke zwischen dem roten Audi und einem schwarzen Passat. "Da komme ich ja vorwärts rein", sagt Patricia Artz (30), die ein paar Schritte entfernt steht. Das will was heißen. Denn immerhin meint die Frau aus Heide (Schleswig-Holstein): "Einparken kann ich nicht." Einen Augenblick später rollt ein roter VW Tiguan an der Lücke vorbei. Am Steuer sitzt die Hamburgerin Victoria (28). Auch sie sagt: "Einparken? Nicht mein Ding." Perfekt, denn die beiden Damen testen für AUTO BILD den Park Assist von VW. Mit ihm, so der Hersteller, finde das Auto passende Lücken – und steuere den Wagen selbst hinein. Der Fahrer müsse nur noch Gas geben und bremsen.

Die Abstandssensoren schlagen lautstark Alarm

Das Lenkrad loslassen? Das fällt am Anfang jedem schwer.

Ein paar Meter weiter stoppt Victoria das Auto. Kurz zuvor hat ihr der Parkcomputer per Anzeige im Cockpit signalisiert: Diese Lücke ist groß genug. Ausgemessen hat das ein Ultraschallsensor im Kotflügel. Die Hamburgerin legt den Rückwärtsgang ein und rollt langsam zurück. Plötzlich dreht sich das Lenkrad wie von Geisterhand. Unsere Testerin reißt erschrocken die Arme hoch, geht auf die Bremse. Sie muss sich zwingen, das Steuer nicht wieder selbst in die Hand zu nehmen. "Das Lenkrad loslassen? Das geht gar nicht!" Muss es aber. Denn wer selbst am Volant dreht, schaltet den Assistenten sofort aus. Je weiter der Tiguan in die Lücke rollt, desto lauter schlagen die Abstandssensoren Alarm. Jeder in einer anderen Tonlage. "Das nervt!", klagt Victoria. Aber das Auto ist drin, muss nur noch gerade gestellt werden. Dafür legt unsere Pilotin den ersten Gang ein. Wieder dreht sich das Lenkrad, dieses Mal in die andere Richtung. Schließlich passt alles. Nicht schlecht.

Manchmal landet das Auto trotz Park Assist auf dem Kantstein.

Fahrerwechsel, Patricia Artz ist an der Reihe. Und wir verkleinern den Abstand: 5,90 Meter. Auch diese Lücke nimmt der VW, und die zweite Pilotin hat bei der Bedienung des Assistenten kein Problem. Dafür aber der Tiguan, der mit dem rechten Hinterrad auf den Kantstein rollt. Erst im zweiten Versuch steht das Auto parallel zum Bordstein. 5,90 Meter, das sind rund 1,40 Meter mehr, als das Auto misst. In Innenstädten schon eine große Lücke. Aber aktuell die Grenze des Möglichen, so VW. Und tatsächlich: Als wir den Abstand zwischen den beiden parkenden Autos abermals verkleinern, rollt der Tiguan an der Lücke vorbei, ohne auf eine Parkmöglichkeit hinzuweisen. "Schade, dass er nur so große Plätze erkennt. Da komme ich ja so rein", sagt Victoria, die den Beweis nicht schuldig bleibt – und das 4,46 Meter lange Auto ohne elektronische Hilfe fast problemlos einparkt.

Noch mehr Freiraum benötigt der 4,84 Meter lange Skoda Superb. 6,20 Meter muss laut Hersteller die Lücke groß sein. Wir stellen die anderen Autos entsprechend auseinander. Doch es passiert nichts, als das Auto an der Lücke vorbeirollt. Nach und nach vergrößern wir den Abstand. Erst bei 7,10 Metern traut sich der Skoda, selbst in die Lücke zu rangieren. Siebenmeterzehn! Das ist so viel wie zwei Fiat 500. Und eine Erfahrung, die man auch schon bei Skoda gemacht hat. Man forsche derzeit an der Ursache, heißt es beim Hersteller. Zwischen 685 und 765 Euro kostet der Park Assist bei VW. Beim Superb werden nur 390 Euro fällig. Mit dabei sind Parkpiepser vorn und hinten. Die zweite Generation des Systems soll mehrfach vor- und zurücksetzen können, um in kleinere Lücken zu kommen. Wann? Das weiß VW noch nicht. Am Ende des Tages hat der Park Assist einen Fan mehr. "Den würde ich sofort nehmen", sagt Patricia. Kurz zuvor vergingen zweimal je 35 Sekunden, bis sie den Superb in die Bucht gelenkt hat – einmal mit und einmal ohne elektronische Hilfe.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Roland Niederlich

Noch ist der Park Assist eine technische Spielerei. Zu groß die nötigen Lücken, zu oft muss man eingreifen. Doch er zeigt, was möglich ist. Und für Menschen mit Einpark-Phobie und großen Lücken vor der Tür ist das System schon jetzt eine Erleichterung. Ich bin gespannt auf die zweite Generation, die in mehreren Zügen auch in kleinste Lücken kommt.
In diesen Modellen gibt es die Einparkhilfe
VW Tiguan 685 Euro
Touran/Cross Touran 685 Euro (Highline: 320)
Passat/Passat Variant 765 Euro
Passat CC 755 Euro
Skoda Superb 390 Euro
(nur Ambition und Elegance)
Audi A3/A3 Sportback 790 Euro

Autor: Roland Niederlich

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