Der Restwert-Check

Wo ist ihr Geld gut angelegt? Wo ist ihr Geld gut angelegt?

Der Restwert-Check

— 02.10.2003

Wo ist ihr Geld gut angelegt?

Jedes Auto verliert an Wert. Wir sagen Ihnen, welche Typen Ihr Erspartes verbrennen, und welche Modelle die Restwert-Könige sind.

Beim Kauf an den Restwert denken

Wenn Sie Ihr Auto mit heißem Herzen kaufen, blättern Sie einfach um: Für Sie spielt der Wertverlust bei ihrem Alfa, Cadillac oder MG sowieso keine Rolle. Weiterlesen sollten aber alle, die den Kauf mit kühlem Kopf angehen: Scharfe Rechner denken beim Neukauf grundsätzlich auch an den Restwert. Schließlich ist das ja meist die Anzahlung für das nächste Auto.

Dafür bieten unsere Tabellen einen guten Überblick: Aufgeteilt auf zwölf Klassen, zeigen wir hier jeweils die fünf Autos mit dem höchsten Restwert und die fünf mit dem niedrigsten, berechnet auf drei Jahre. Die Übersicht wurde erarbeitet von der renommierten Agentur Bähr & Fess Forecasts aus Saarbrücken.

Und so lesen Sie die Tabellen: In der ersten Spalte steht die Platzierung nach Restwert-Prozenten. Aus Platzgründen konnten wir nur die fünf besten und fünf schlechtesten Autos jeder Klasse aufführen. Beispiel Kleinstwagen: Sieger ist hier der Smart mit einem Restwert von 71 Prozent nach drei Jahren. Der Smart & Pure CDI steht in diesem Fall stellvertretend für die gesamte Baureihe. Smart & Pulse, Smart & Passion und so weiter liegen ähnlich gut.

Die nächsten Spalten, also Leistung, Hubraum und Preis, beziehen sich auf den Neuwagen. Dann folgt der Restwert in Prozent: grün umrandet bei den Guten, rot umrandet bei den Schlechten. Die nächste Spalte enthält, als Zusatzinformation, den Wertverlust in Euro. Und in der letzten Spalte die Rangfolge dieses Euro-Wertverlustes.

Statistik hat immer zwei Seiten

Beispiel: Der Honda Jazz hat nach drei Jahren einen Restwert von 62 Prozent – Platz zwei hinter dem Smart & Pure CDI (71 Prozent). Andererseits hat er nach drei Jahren 5750 Euro seines Neupreises von 15.120 Euro verloren – liegt damit relativ schlecht (Platz 32), weit hinter dem Smart, der 2890 Euro verloren hat (Platz 2). Noch etwas: Diese Prognose ist kein Urteil über Qualitäten oder Design der bewerteten Autos, sondern nur eine Einschätzung der Marktentwicklung.

Und: Eine günstige Restwert-Prognose nicht gleichbedeutend mit wenig Geld-Verlust sein. Denn: Teure Autos mit geringem Wertverlust kosten in Euro und Cent nicht selten mehr, als günstige Autos mit hohem Wertverlust. Anders gesagt: Wer beim Kauf viel geld auf den Tisch blättert, verliert auch bei einem hohen Restwert mehr Geld.

Die Spezialität des 1998 gegründeten Unternehmens Bähr & Fess Forecasts in Saarbrücken sind Wertverlust-Prognosen für Autos. Es geht dabei nicht um die Erfassung aktuell erzielter Preise, sondern um die möglichst präzise Voraussage von Gebrauchtwagenpreisen in der Zukunft. In unserem Fall also in drei Jahren, möglich sind natürlich auch andere Zeiträume. Solche Wertprognosen können für alle auf dem Markt befindlichen Autos erstellt werden.

Die Voraussagen stützen sich nicht etwa auf Hellseherei oder Vermutungen, sondern sind das Ergebnis umfangreicher Recherchen, Datensammlungen und Berechnungen. Dabei wird eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt, die für den Wert eines Autos in der Zukunft eine Rolle spielen, wie zum Beispiel die allgemeine Lage der Volkswirtschaft, Konkurrenten und "Persönlichkeit" des Autos. Solche präzisen Restwert-Voraussagen sind besonders wichtig für Autobanken, Versicherungen und Leasinggesellschaften. Zu den Kunden von Bähr & Fess zählen unter anderen General Motors, VW und Porsche.

Kleinst- und Kleinwagen

Beim Smart gibt es keine zwei Meinungen: relativ und absolut ist er der günstigste Mini, geringer Wert- und Geldverlust liegen dicht beisammen. Eindeutig auch die Verlierer bei den Kleinwagen – schlechter Restwert, hoher Verlust.

Kompakte und Kompaktvans

Guter Restwert für den Audi A3, aber Fahrer eines Daewoo Lanos verlieren trotz schlechter Platzierung weniger Geld. Hoher Preis und schlechter Restwert ziehen den Mercedes Vaneo in den Keller.

Microvans und Maxi-Vans

Erstaunlich: Der Hyundai Atos landet auf dem letzten Restwert-Platz – aber sein Besitzer verliert am wenigsten Geld. Bei den Vans ist das Bild einheitlicher, gute Restwerte bedeuten meist auch wenig Wertverlust.

Mittelklasse und obere Mittelklasse

Der BMW 330 Cd hat einen tollen Restwert, verbrennt aber viel Geld. Kaufen sollte man dagegen einen Kia Magentis. Sein kleiner Preis macht ihn zum Hit in der Euro-Verlust-Liste, mehr Geld lässt sich bei keinem anderen sparen.

Luxusklasse und Sportwagen

Exoten haben meist einen hohen Wertverlust, das zeigen die Tabellen. Doch wegen günstiger Neupreise lassen sie weniger Federn in der Verlustrechnung. Ausnahme: Toyota Celica. Und unterm Strich schneiden Alfa, Nissan und Hyundai besser als Porsche ab.

Cabrios und Geländewagen

Bei den Geländewagen und Cabrios passt die Regel, hoher Wertverlust gleich hoher Geldverlust. Trotzdem gibt es Ausreißer wie das extrem teure Porsche 911 Carrera Cabrio: Top Five beim Restwert, aber zweitteuerster Kandidat beim Geldverbrennen.

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