Deutsche Bahn

Deutsche Bahn: Pro und Kontra

— 08.12.2010

Die Bahn kommt – aber wann?

Das Image der Deutschen Bahn ist ramponiert: Die Züge sind überfüllt, das Personal meist unfreundlich und ständig kommt es zu Verspätungen, sagen Bahn-Hasser. Zu Recht?

"Gut, dass es noch eine andere Bahn gibt – die Autobahn", findet Martin Puthz.

Eigentlich müsste man sie lieben: Die Bahn ist umweltfreundlich, sicher und bequem. Besonders jetzt, im Winter, scheint alles für den Zug zu sprechen. Wer rutscht schon gern im Auto durch die Kasseler Berge, wenn er sich's stattdessen mit einer Tasse Tee im ICE gemütlich machen kann? Leute, vergesst es. Das bisschen Eis und Schnee ist ein Witz gegen der Ärger und den Stress in der Bahn.

Angenehme Fahrt?

Redakteur Martin Puthz.

Dass der Schaffner via Lautsprecher ein "plässent dschörnie" wünscht, habe ich mal für einen netten Zug gehalten. Inzwischen klingt die Durchsage wie blanker Sarkasmus. Angenehme Fahrt? Kann ich mich nicht dran erinnern. Von Pünktlichkeit gar nicht zu reden. Stattdessen: Frust in vollen Zügen. Gerangel, Gestank, missgelaunte Mitmenschen, penetrante Handy-Telefonierer, kreischende Kinder. Lesen? Arbeiten? Ausruhen? Wie denn, wenn alle fünf Minuten der Lautsprecher plärrt: "Im Bordrestaurant ist jetzt der Kaffeetisch für Sie gedeckt." – "In Göttingen ist unser mobiler Brezelverkäufer zugestiegen ..." Danke schön, ich möchte weder Kuchen noch Brezeln. Ich will ankommen. Und zwar pünktlich, wenn's geht. Und für den teuren Ticketpreis erwarte ich Komfort – mehr zumindest als bei einem Viehtransport. Doch leider kostet Zugfahren nicht nur eine Menge Geld, sondern noch mehr Nerven. Gut, dass es in Deutschland noch eine andere Bahn gibt: die Autobahn.

Redakteur Hendrik Dieckmann.

"Die Bahn ist besser als ihr Ruf. Was nervt, sind die Bahnreisenden", meint Hendrik Dieckmann.

Ich liebe Bahnfahren. Diesen Moment steigender Spannung, wenn 84 Tonnen E-Lok mit einer endlosen Wagenschlange in den Bahnhof rollen und die Tür meines Waggons genau vor meiner Nase zum Halten kommt. Denn was nun folgt, sind Stunden der Muße – aus dem Fenster sehen, Kaffee trinken, lesen und manchmal auch ein wenig arbeiten. Nie käme ich auf die Idee, mein Auto und mich auf Langstrecken von unseren maroden Autobahnen durchprügeln zu lassen. Umgeben von Höhlenmenschen mit Führerschein, die ausschließlich mit der Lichthupe kommunizieren, oder Tagträumern, die vor mir ihr Gaspedal suchen. Nein danke, da sitze ich doch lieber bei Tempo 200 gemütlich im Abteil und komme entspannt an. Und selbst wenn der Zug mal Verspätung hat – angekommen bin ich noch immer. Auch, weil ich Streckennetz und Anschlusszüge kenne.

Gut für Vielfahrer

In großen Bahnknoten wie Hannover, Mannheim oder Würzburg weiß ich genau, auf welchem Gleis welcher Zug abfährt; den Fahrplan hab ich im Kopf. Bahnpersonal brauch ich nur zum Kaffeeholen. Was ich an der DB jedoch nicht schätze, ist ihr Hang zu Großraumwagen. Flugzeugähnliche Röhren auf Rädern, in denen ein Blödmann und ein Handy ungestraft 80 Leute irre machen können. Auch Gepäck im Gang oder WC-Vandalen regen mich auf. Aber nur kurz, denn kaum zu Hause, freue ich mich schon auf die nächste Reise mit der Bahn. Nur zum Bahnhof, da fahre ich meist mit dem Auto.

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