Deutsche Post Speed Academy

Deutsche Post Speed Academy Deutsche Post Speed Academy

Deutsche Post Speed Academy

— 08.06.2005

Der Mix macht den Rennfahrer

Sechs junge Talente in der Sonderausbildung. Sie lernen auf der Piste, im TV-Studio und sogar im Chemielabor.

Renn-Studenten zu Gast bei Aral

"Welchen Sender hört Alfred denn am liebsten?", fragt Christian Vietoris, einer der beiden Newcomer der Speed Academy der Deutschen Post AG. Spaß muß sein – auch bei Deutschlands bester Rennfahrerschule. Diesmal zu Gast bei Aral in Bochum. Und zu Aral gehört eben auch dieser Alfred. Alfred ist ein Roboter und sitzt stumm hinterm Steuer eines uralten Golf III. "Der gibt Gas, kuppelt und schaltet präziser als jeder Mensch", erklärt Dr. Ulrich Pfisterer. Der ist hier im Aral-Forschungszentrum der Chef aller Prüfstände. Sämtliche gängigen Pkw-Typen absolvieren hier stehend ihre Testfahrten. Warum? Die Benzin- und Ölspezialisten von Aral tüfteln hier tagein, tagaus, um Abgaswerte, Verbrauchsmengen oder Klimaeigenschaften zu optimieren.

Die sechs "Studenten" der Speed Academy machen große Augen hinter den XXL-Schutzbrillen. Damit ist auch das Ziel dieses Lernabschnittes erreicht. Denn die Teilnehmer der Vollgas-Talentförderung sollen neben ihrer Ausbildung am Steuer auch das gesamte Umfeld des Motorsports genau kennenlernen.

Maximilian Götz (19), Marc Hennerici (23), Nicolas Hülkenberg (17), Pascal Kochem (18), Adrian Sutil (22) und Christian Vietoris (16) werden so in der Speed Academy zu soliden Botschaftern ihres Sports erzogen. Die über aktuelle Entwicklungen der Automobiltechnik genausogut Bescheid wissen müssen wie über beste Trainingsmethoden für ihre Körper und korrekten Umgang mit den Medien. Der richtige Mix aus Talent, Wissen und Benehmen macht eben den erfolgreichen Rennfahrer.

Brummende Motoren und beißender Duft

Das Forschungszentrum von Aral ist bereits die dritte Lernstation außerhalb des Cockpits des Jahrgangs 2005. Ein Interviewtraining und ein Fitneßcheck wurden bereits absolviert. Doch hier bei Aral, zwischen all den brummenden Motoren und dem beißenden Duft von Sprit und Schmiere in der Luft, fühlt sich das schnelle Sextett am wohlsten. Die Jungs haben eben Benzin im Blut. Auch wenn sie in ihren weißen Kitteln eher ausschauen wie beflissene Chemiestudenten.

"Es ist schon erstaunlich, was da alles dranhängt, bis der Sprit an die Tankstelle kommt", zeigt sich Pascal Kochem beeindruckt. Er durchläuft wie Maximilian Götz und Marc Hennerici sein zweites Speed-Academy-Jahr. Die drei alten Hasen kümmern sich besonders um Christian Vietoris und Nicolas Hülkenberg, die beiden Neulinge. Die halten mit ihren 16 und 17 Jahren auf der Rennbahn zwar fast jeden drängelnden Gegner nervenstark hinter sich, aber hier zwischen all den schlauen Herren Forschern und den feinen Damen vom Marketing werden sie etwas zappelig. Das aufgeschnittene Modell einer Zapfpistole, das sie verlegen und kichernd bestaunen, gibt zum Glück Halt in dieser für sie so ungewohnten Lage. Doch auch die übt.

"Ich habe wieder soviel mitgenommen", sagt Pascal Kochem, "rund um die Rennen verstehe ich nun vieles besser." Zum Beispiel: daß nur ein einziger Tropfen einer Spritsorte eine andere "verseucht". Daß dies mittels Gaschromotographie, also durch Zerlegen des Benzins in rund 300 Einzelbestandteile, ruck, zuck nachweisbar ist. Daß so unerlaubte Brennstoffe im Motorsport nie unentdeckt bleiben. Also immer fair bleiben – auch ein wichtiges Lernziel der Speed Academy!

Der Studienplan 2005

Fast wie richtige Studenten: Neben der Praxis auf der Piste standen und stehen für die "Akademiker" zwar keine Vorlesungen, aber viel Theorie auf dem Programm.

Medientraining: Die Hände in den Hosentaschen, die Augen an der Decke – beim Medientraining im Siegfried-Vögele-Institut der Deutschen Post im hessischen Königstein haben die sechs Vollgas-Talente gelernt, daß man sich so ganz sicher nicht verhalten darf.

Fitneßtraining: Wer schnell sein will, muß leiden: Beim Fitneßtest im Trainingszentrum des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen mußten die Jungs ihre Konzentration, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer beweisen. Dafür gab's individuelle Trainingspläne für die Saison.

Aral-Labor: Wie schlechter Sprit Motorteile angreifen kann, war eine gewonnene Erkenntnis in Bochum. Eine andere: daß Diesel klar wie Wasser sein kann und kaum noch wie Diesel riechen muß. Die Produkte namens "Ultimate" hat Aral hier erfunden.

Technikkurs: Nur wer sein Rennauto genau passend zur jeweiligen Piste einstellt, kann gewinnen. Geübt werden hier Theorie und Praxis der Fahrwerktechnik.

Finanztest: Auch in Geldangelegenheiten muß ein Racer fit sein. So beim Finden der besten Sponsoren, Versicherungen und Anlagemöglichkeiten.

Fahrsicherheitstraining: Selbst bei viel Pistenpraxis müssen die Nachwuchspiloten alle möglichen Gesetze und vor allem Grenzen der Physik im wahrsten Wortsinn "erfahren". Und das hilft natürlich später im Job.

Schnellkurs Fernsehen: RTL, der deutsche Motorsport-TV-Sender Nummer eins, lädt ein zum Kennenlernen der Fernsehwelt. Interessante Technik und Menschen warten.

Auto-/Reifentest: Rennfahrer müssen nicht nur schnell, sondern auch mit Gespür am Lenkrad arbeiten. Und das Gespürte kurz, knapp und klar beschreiben können.

Pressearbeit: Der Umgang mit den Medien entscheidet heute mit über den Erfolg von Profisportlern. AUTO BILD MOTORSPORT zeigt in seiner Redaktion hautnah, wie Journalisten "ticken".

Autor: Leopold Wieland

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.