Deutsche Post Speed Academy

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— 03.08.2005

Auf Kurs bringen

Grenzen erfahren – Nachhilfe für die sechs Renn-Fahrschüler der Speed Academy der Deutschen Post in Sachen Fahrzeugbeherrschung.

Ein bißchen Spaß muß sein ...

"Du bremst wie eine Oma!", übertreibt Instruktor Christian Menzel ganz bewußt bei der Ansage per Funkgerät. Denn Adrian Sutil (22), Pilot in der Formel 3, steigt bei seinem Porsche schon mächtig in die Eisen. Es geht eben rauh zu beim Fahrdynamiktraining der Speed Academy der Deutschen Post im Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring. Und Christian Menzel, selbst Pilot im Porsche Supercup, hat einen Heidenspaß, den knallharten Lehrer zu spielen.

Nächster Durchgang, diesmal Maximilian Götz (19) am Steuer des 911ers. "Abteilung Euro Serie", spöttelt Menzel, "das Pedal in der Mitte soll man beim Bremsen treten! Ihr seid ja unser Oma-Doppel!" Ein bißchen Spaß muß halt sein ...

Denn die sechs Rennschüler des Förderprogramms der Deutschen Post wissen schon, wie man mit einem Auto schnell über die Piste prescht. Und doch erleben sie eine echte Lehrstunde in Sachen Fahrzeugbeherrschung. Dabei haben sie auf dem Hindernis-Parcours in der Eifel ähnliche Probleme wie mancher Otto Normalfahrer.

Die Aufgaben lauten: Bremsen bei unterschiedlichen Bedingungen, Ausweichen vor Wasserfontänen, Driften im Kreisverkehr und das Auto abfangen nach der Schleuder-platte. "Unsere Jungs müssen alles mühsam erlernen wie jeder andere Autofahrer", so Coach Menzel. "Wir sind auch keine Übermenschen", verteidigt sich Nicolas Hülkenberg(17), Seriensieger und Spitzenreiter in der Formel BMW ADAC.

Achtung, Wasserfontäne voraus

Die angeborenen Reflexe überlisten – das ist das Ziel der Spezialschulung. Zu erkennen, daß sich das Auto mit blockierenden Rädern nicht steuern läßt. Zu spüren, daß sich der Bremsweg auf glattem Untergrund bei doppelter Geschwindigkeit sogar vervierfacht. Zu lernen, wie man einen Rennsportwagen in einen Drift zwingt.

Christian Vietoris (16) fährt mit Tempo 70 auf die Wasserfontäne zu. "Bremsen!", kommandiert Menzel und fordert im nächsten Moment: "Lö, lö, lö, lö, lösen". Vietoris aber bleibt auf dem Stopp-Pedal und rauscht voll in den Wasserstrahl, statt ihn zu umkurven. "Ich dachte, ich hätte das Auto besser unter Kontrolle", staunt das Nesthäkchen.

Der Instruktor Menzel macht erneut den Hardliner. "Ihr hört so schlecht! Warum könnt ihr euch nicht einfach auf das konzentrieren, was ich sage?", tadelt er. Besonders die Formel-Fahrer haben mit den Tücken des Sportwagens zu kämpfen. Denn: "Ein Rennauto wie mein Formel BMW würde nie so quer kommen wie der Porsche", erklärt Hülkenberg. "Im Formel-Auto hätte ich mich da längst im Kiesbett wiedergefunden." Der Tourenwagen-WM-Pilot Marc Hennerici (23) ist beim Driften ganz souverän. Er glänzt mit professionellem Gegenlenken bei ausbrechendem Heck. "Ich sitze ja auch die ganze Zeit in so einem Boliden", gibt er sich bescheiden.

Manche der Übungen erscheinen überflüssig, weil sie wenig mit der Rennpraxis zu tun haben. "Aber man erfährt, wo die Physik Grenzen setzt", weiß Hennerici. Adrian Sutil ergänzt: "Du wirst durch so ein Training nicht gleich 'ne Sekunde schneller, aber man kann in bestimmten Situationen besser reagieren."

Und die Fahrschüler beginnen bereits am zweiten Tag, die Erfahrungen in kleinen Schritten umzusetzen. "Über Nacht haben die Jungs einen großen Schritt nach vorn gemacht", lobt Fahrlehrer Menzel schließlich. Fazit: So manche Extremsituation ist auch für die hoffnungsvollen Renntalente noch Neuland. Aber sie lernen, wie sie fahren: schnell.

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