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Deutsche Rallye Meisterschaft

— 04.11.2016

Der große Autotausch

Ein Test mit Seltenheitswert. Für ABMS tauschen der neue Rallye-Meister Fabian Kreim und Vize Christian Riedemann ihre Autos.

Auf der Rallyepiste sind sie erbitterte Gegner. Doch abseits der Wertungsprüfungen verstehen sich Fabian Kreim (24) und Christian Riedemann (29) prima. Was auch für ihre Teams gilt. Und so zögerten Skoda und Peugeot nicht eine Sekunde, als AUTO BILD MOTORSPORT eine in anderen Rennkategorien undenkbare Idee aus dem Hut zauberte – einen Autotausch zwischen dem frisch gebackenen Deutschen Meister Kreim und Vize-Champion Riedemann.

Einen Tag nach der Drei-Städte-Rallye, die mit dem sechsten Saisonsieg und dem Meistertitel für Kreim endete, treffen sich beide auf einem vom ADAC Südbayern extra für diesen Zweck gesperrten Wirtschaftsweg. Kreim klettert ins Cockpit des Peugeot 208, während ein paar Meter weiter Riedemann den Skoda Fabia entert. Beide Boliden sind mit einem 1,6 Liter-Turbomotor ausgestattet. 285 PS Leistung bieten die Renner der Deutschen.

Kreim (rechts) und Riedemann (links) im Peugeot 208

Problem: Riedemann, der in der Saison 2016 zwei DM-Läufe gewann, ist einen Kopf größer als Kreim. Während sich der Norddeutsche hinter dem Skoda-Lenkrad kaum bewegen kann, bräuchte der Odenwälder die aus dem Kartsport bekannten Klötzchen auf den Peugeot-Pedalen. Doch die Mechaniker von Baumschlager Rallye&Racing (Skoda) und RoMo Motorsport (Peugeot) sind auf Zack. Kurz wirbeln Ratschen und Schraubenschlüssel, dann sind die Schalensitze so positioniert, dass beiden Gastfahrern der fremde Bolide beinahe wie angegossen passt.

Um Strecke und Auto kennenzulernen, fahren Kreim und Riedemann zunächst eine langsame Runde – mit dem jeweils anderen auf dem Beifahrersitz. Auch das gab’s noch nie.

Perspektivenwechsel: Kreim testet den Peugeot 208

Der Meister darf schließlich als Erster Gas geben, jetzt ohne Fahrlehrer. „Mein Skoda ist viel leiser als der Peugeot. Der kreischt, als ob ein Düsenjet loslegt“, ist sein erster Eindruck. Auch die Anordnung der wichtigsten Bedienelemente ist leicht anders als im gewohnten Cockpit. Kreim: „In einer Kehre habe ich statt der Handbremse den Schalthebel erwischt."

Die Geräuschkulisse ist auch der größte Unterschied für Riedemann, der wie Konkurrent Kreim im fremden Auto nach erstaunlich kurzer Eingewöhnungszeit in schneidigem Renntempo unterwegs ist. „Im Peugeot schalte ich im Prinzip nach Gehör. Im Skoda muss ich die Ganganzeige im Auge behalten. Dafür ist die Kommunikation zwischen Fahrer und Copilot einfacher."

Riedemann rast im Skoda Fabia von Kreim

Auch in Sachen Bremsbeläge und Sitzposition haben die beiden von AUTO BILD MOTORSPORT unterstützten Piloten unterschiedliche Vorlieben. „Im Peugeot ist die Bremse viel aggressiver als im Skoda“, stellt Riedemann fest. „Christian sitzt tiefer und weiter hinten als ich. Die Sicht nach vorne wäre mir zu stark eingeengt“, bemerkt Kreim.

Doch das sind nur Nuancen. Insgesamt hinterlassen beide Autos bei den Testern einen gleichwertigen Eindruck. Vielleicht sollten Fabian Kreim und Christian Riedemann mal eine komplette Rallye mit vertauschten Rollen gegeneinander fahren. Na ja, ist nur so eine Idee.

Autor: Christian Schön

Fotos: E. Fleischmann

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