Deutsche-Spritspar-Meisterschaft 2002

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Deutsche-Spritspar-Meisterschaft 2002

— 10.10.2002

Sprit sparen macht Lust auf mehr

Deutschlands beste Spritsparer trafen sich zum großen Finale bei VW. 32 Knauser-Könige, die niemals gute Freunde unseres Finanzministers werden dürften.

"Wahnsinn! 4,77 Liter auf 100 Kilometer – bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 49,6 km/h –, das ist eine wahre Meisterleistung." So lobte bei der Siegerehrung in Wolfsburg Detlef Wittig, Markenvorstand VW, den Knauser-Erfolg des Berliners Peer Niederländer. Eine Leistung, die mit dem Titel Deutschlands Spritspar-Meister 2002 gekrönt wurde. Knapp 35.000 Leser hatten sich in diesem Jahr bei der 5. Spritspar-Meisterschaft von AUTO BILD in Zusammenarbeit mit VW, dem ZDK und Veedol beworben. 286 Leser konnten schließlich in den acht bundesweiten Vorausscheidungen ihr Knauser-Talent vorführen.

And the Winner IS – Peer Niederländer

Maßarbeit: Wer das Pedal-Spiel im Golf FSI beherrschte, lag am Ende vorn. Sieger Peer Niederländer kam mit 4,77 Liter auf 100 Kilometer aus.

Die jeweils vier besten Geizhälse, also insgesamt 32, fuhren dann Ende September auf dem VW-Testgelände Ehra-Lessien um den Titel – und einen VW Golf FSI (Wert 25.000 Euro). Im Mittelpunkt stand die hohe Kunst des Spritsparens. Und Vorbilder gab es auch. So konnten sich die Teilnehmer im Vorwege ihres Ausritts neueste Informationen rund um das Ein-Liter-Auto einholen und staunten nicht schlecht, als die Hightech-Zigarre auf der Dynamikfläche zügig ihre Runden drehte.

Dass der eine oder andere auch vom neuen VW Phaeton träumte, zeigte das rege Interesse an Testfahrten in den Pausen des Wettbewerb-Tages. Dass mit so einem Luxus-Dickschiff keine Sparrekorde zu brechen sind, ist klar. Doch die Teilnehmer waren sich einig: "Den kriegen wir auch deutlich unter zehn Liter."

Zwei Kandidaten blieben unter fünf Liter

Wir glauben es gerne. Denn was die Sparmeister hier mit dem Golf FSI anstellten, war wirklich beeindruckend. Alle unterboten den Testverbrauch von AUTO BILD (8,7 Liter) deutlich. Aus den "Top Ten" knackten sogar zwei die Fünf-Liter-Marke. Und der Spaß kam dabei auch nicht zu kurz.

Bei trockenen zehn Grad hatten die Finalisten beste Voraussetzungen zum Sparen auf höchstem Niveau. Und jeder machte es auf seine Art. Es gab Teilnehmer, die das ideale Tempo schriftlich durchkalkulierten. Andere notierten sich die Maximalzeit auf dem Handballen, um sie ja nicht zu vergessen. Und viele diskutierten untereinander über alle nur denkbaren Faktoren, die auf den Spritverbrauch Einfluss haben: Wind, Klimaanlage, Luftdruck, Scheibenwischer und, und, und ...

Das 1-Liter-Auto von VW in Aktion: Bei seiner Jungfernfahrt von Wolfsburg nach Hamburg verbrauchte es genau 0,99 Liter auf 100 Kilometer.

Doch was letztlich zählte, war das richtige Gefühl im Fuß – und perfektes Zeitmanagement. Denn wer die vorgegebene Maximalzeit von 27 Minuten nicht optimal ausnutzte, war zu schnell unterwegs und hatte damit unnötig mehr Benzin durch die Brennräume gejagt. Und wer die Zeit überschritt, wurde mit 0,01 Liter Aufschlag pro Sekunde bestraft.

Ergebnisse: Deutschlands Spritsparer 2002

Also: Die Gaspedalstreichelkür war angesagt. Immer bei 1500 bis 2000 Umdrehungen hochschalten, schnell den höchstmöglichen Gang wählen, Schwung mitnehmen und vorausschauend fahren. Bei längeren Stopps sofort Motor aus! All das spart mindestens 20 Prozent des wertvollen Betriebsstoffs. Bleibt nur zu hoffen, dass einem das so Ersparte nicht durch Benzinpreis- und Steuererhöhungen gleich wieder abgenommen wird.

Zukunft und Gegenwart

Rekordhalter in puncto Verbrauch ist das 1-Liter-Auto von VW. Bei seiner Jungfernfahrt von Wolfsburg nach Hamburg verbrauchte der 8,5 PS starke Einzylinder-Saugdiesel genau 0,99 Liter auf 100 Kilometer. Im Gegensatz zu den Vorausscheidungen zur DSSM kamen beim Finale Ottomotoren mit FSI-Technologie (Fuel Stratified Injection = geschichtete Benzindirekteinspritzung) zum Einsatz.

Beim FSI wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch mit einem aufwendigen Verfahren direkt um die Zündkerze geschichtet. Damit spritzt der FSI-Motor nur so viel Kraftstoff in den Brennraum ein, wie er gerade benötigt. Er kann so im Teillastbereich deutlich sparen, ohne im Volllastbetrieb auf seine Sportlichkeit zu verzichten. Bis zu zehn Prozent Verbrauchsvorteil zu herkömmlichen Ottomotoren sind mit sensiblem Gasfuß realisierbar.

Einziges Problem zurzeit: Das schwefelarme bzw. -freie Benzin wird in Europa noch nicht flächendeckend angeboten. Diesen benötigt der FSI-Motor jedoch, um sein volles Spar-Potenzial auszuschöpfen. Denn Schwefel ist Gift für den Kat. Es lagert sich an dessen Oberfläche ab und muss bisweilen in Minutenabständen durch Anfetten des Gemischs wieder abgebrannt werden. Dadurch steigt jedoch der Verbrauch wieder an.

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