Deutschlands beste Autofahrer 2006

Deutschlands beste Autofahrer 2006 Deutschlands beste Autofahrer 2006

Deutschlands beste Autofahrer 2006

— 16.08.2006

Adrian kommt ganz groß raus

Die Entscheidung ist gefallen: Deutschlands bester Autofahrer ist Adrian Bernhard aus Baden-Württemberg. Im Finale in Lüneburg setzte sich der Student gegen die Besten der Besten durch.

Mit 451 Punkten souverän an die Spitze

Die Scheinwerfer und die Filmkameras sind nach vorn auf die Bühne gerichtet, doch das große Kino spielt sich hinten im Saal ab. Dort sitzt Adrian Bernhard aus Ettlingen und wird von Minute zu Minute blasser. Der 21-Jährige presst sich die Fingerknöchel gegen das Kinn. Zieht sein Sakko aus und dann wieder an und dann doch wieder aus. Atmet jedes Mal tief durch, wenn sein Name nicht genannt wird. Und wer den Studenten eine Weile beobachtet, der ahnt, was für ein Film jetzt in ihm abgeht: Es muss ein Psychothriller sein.

Es ist der große Gala-Abend bei der AUTO BILD-Aktion "Deutschlands beste Autofahrer". Zwei schwere Tage liegen schon hinter den 49 Finalisten. Zwei Tage lang haben sie als Sieger der bundesweiten Vorrunden im ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Lüneburg (Niedersachsen) ihr Können gezeigt. Gebremst, geschleudert, gelenkt und gegrübelt.

Strahlender Sieger: Adrian Bernhard (Mitte) in seinem neuen Focus ST.

Jetzt sitzen sie in der Alten Hagenbeck'schen Dressurhalle in Hamburg, der ältesten festen Zirkusmanege der Welt. Und hoffen darauf, von Gala-Moderator Oliver Hilger möglichst spät auf die Bühne geholt zu werden. Denn hier gilt: Die Letzten werden die Ersten sein. In der Reihenfolge von Platz 49 bis Platz eins ruft Hilger die Teilnehmer zu sich nach vorn. Adrian Bernhard weiß: Je länger sein Name nicht genannt wird, desto weiter vorn ist er am Ende. Hilger ist jetzt schon bei den Top Ten, und der Name Bernhard ist immer noch nicht gefallen. Der letzte Countdown: Platz fünf ist er nicht – Adrian lächelt. Platz vier ist er nicht – Adrian fasst sich an die Stirn. Platz drei ist er auch nicht – Adrian fällt Freundin Ina (20) um den Hals. Und dann kommt endlich die Entscheidung: Platz zwei (und damit ein Ford Fiesta ST) geht an Fahrlehrer Kai Gundermann (28) aus Thüringen. Jetzt ist klar: Deutschlands bester Autofahrer 2006 ist Adrian Bernhard aus Baden-Württemberg!

Sagenhafte 451 Punkte hat der Maschinenbau-Student in den elf Prüfungen gemacht, aber das bekommt er jetzt gar nicht mehr mit. Sondern schlägt sich die Hände vor den Kopf und sagt nur leise: "Ich kann das gar nicht glauben." Erst als AUTO BILD-Chefredakteur Bernd Wieland den Pokal überreicht und Ford-Marketingchef Jürgen Stackmann ihn zu seinem neuen Auto führt, einem Focus ST im Wert von 26.500 Euro, da kann der junge Sieger langsam wieder sprechen:

Die Besten der Besten: Die Finalisten mussten sich durch elf Tests kämpfen.

"Die anderen Teilnehmer in meiner Gruppe haben mich zwar auch vorn gesehen, aber dass ich hier gewinne, hätte ich nie gedacht." Freundin Ina verrät: "Er hat so von dem Hauptpreis geträumt, wollte unbedingt den Focus gewinnen. Unglaublich, dass es wirklich geklappt hat."

Wobei im Grunde ja alle Teilnehmer Sieger waren. Man muss sich das mal vorstellen: Wer es hier ins Finale geschafft hat, der hat schon mehr als 110.000 andere Teilnehmer aus dem Feld geräumt, die am ersten Theorie-Test teilgenommen haben. Die besten 2000 davon wiederum durften zu den 40 bundesweiten Vorrunden. Und jetzt beim Finale in Lüneburg traten davon die Sieger, die fünf besten Zweitplatzierten und die fünf besten Frauen an (minus einer Krankmeldung). Kurzum: Es sind die Besten der Besten. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) formulierte es bei der Gala so: "Ich möchte mich outen: Als Autofahrer lasse ich mich motivieren von Leuten, die so gut sind wie Sie." Dass die Zahl der Unfalltoten seit 1970 um etwa drei Viertel zurückgegangen ist, sei auch ein Erfolg der vielen ehrenamtlichen Helfer, die sich für die Verkehrssicherheit engagierten. Tiefensee wörtlich: "Schätzen Sie dieses Engagement nicht gering!"

Ein starkes Team: Deutschlands beste Autofahrer, AUTO BILD und die Partner.

Aus eigener Erfahrung gab Dr. Andreas Wiele den Finalisten noch einen guten Rat mit auf den Weg. Der Vorstand Zeitschriften und Internationales der Axel Springer AG verriet: "Ich bin 25 Jahre unfallfrei gefahren. Bis vor drei Wochen. Es war ein Fahrfehler von mir, und seitdem weiß ich: Können allein reicht nicht aus, man braucht im Straßenverkehr jederzeit volle Konzentration. Bitte bleiben Sie immer aufmerksam."

Schon unter diesem Aspekt hat es mit Adrian Bernhard wohl den richtigen Sieger getroffen. Nach dem Grund für seinen Erfolg gefragt, antwortet er: "Vielleicht habe ich das von meinem Vater geerbt, er ist 40 Jahre unfallfrei Auto gefahren. Ich selbst bin auch noch nie geblitzt worden und habe bisher keinen einzigen Strafzettel bekommen." Wir drücken die Daumen, dass das auch mit dem neuen Auto so bleibt – schließlich hat Deutschlands bester Autofahrer einen Ruf zu verteidigen ...



Ergebnis und Notizen vom Finale

Die zehn besten Teilnehmer waren:1. Adrian Bernhard (Ettlingen) 451 Punkte • 2. Kai Gundermann (Kleineutersdorf) 397 • 3. Albert Neuner (Bernbeuren) 386 • 4. Markus Schlosser (Reichsdorf) 373 • 5. Andreas Fischer (Seevetal) 354 • 6. Torsten Kunz (Annaberg-Buchholz) 352 • 7. Thomas Hippler (Lüneburg) 349 • 8. Andreas Unterweger (Stuttgart) 347 • 9. Sven Gerlach (Hilmersdorf) 341 • 10. Jens Stockschlaeder (Hattert) 321

Rang 11 bis 20 erkämpften sich:11. Bennet Pahl (Kiel) 315 • 12. Marc Goldbach (Cölbe) 301 • 13. Thorsten Paul (Stadtlohn) 301 • 14. Robert Nierychlo (Gelsenkirchen) 298 • 15. Rosario Montante (Wuppertal) 296 • 16. Christian Zila (Hürth) 295 • 17. Karin Westphal (Buchholz) 293 • 18. Ralf Blaschkowitz (Alpen) 293 • 19. Wolfgang Weihe (Porta Westfalica) 288 • 20. Oliver Müller (Landshut) 287

Glückwunsch auch an die Plätze 21 bis 30:21. Klaus Wippel (Jardelund) 285 • 22. Frank Heller (Haldensleben) 280 • 23. Silke Dittrich (Hartmannsdorf) 275 •

Alle Finalisten bewiesen, dass sie fantastisch Auto fahren können.

24. Daniel Lautsch (Lemgo) 274 • 25. Andreas Straub (Dusslingen) 272 • 26. Ulrich Schlawitz (Alfeld) 272 • 27. Laurian Handermann (Griesheim) 269 • 28. Christian Hartl (Flieden) 268 • 29. Walter Sanders (Ebersdorf) 265 • 30. Raimund Schiffmann (Mindelstetten) 263

Auf den Plätzen 31 bis 40 landeten:31. Michael Cantrel (Mühlacker) 246 • 32. Jens Dreyer (Mölln) 245 • 33. Franz Pak (Straubing) 241 • 34. Robert Kühne (Oberlichtenau) 239 • 35. Georg Krasenbrink (Bocholt) 234 • 36. Marco Hantke (Gammertingen) 226 • 37. Heiko Winkler (Leipzig) 224 • 38. Thorsten Hansen (Bad Hersfeld) 220 • 39. Hans-Jürgen Schippert (Heckelberg-Brunow) 217

Ebenfalls zu Deutschlands besten Autofahrern zählen:40. Thomas Rosenbaum (Schöneiche bei Berlin) 211 • 41. Sascha Fess (Quierscheid) 210 • 42. Nicol Loher (München) 208 • 43. Ralf Grohmann (Berlin) 197 • 44. Ralf Ruers (Rietberg) 194 • 45. Katrin Buchholz (Weißenburg) 191 • 46. Thomas Traub (Eichstätt) 176 • 47. Jens Gloning (Krumbach) 165 • 48. Gina Marcia Pahl (Flintbek) 157 • 49. Tim Treppenhauer (Wiesbaden) 148

Notizen vom Finale • 20 Minuten hatten die Finalisten, um die 47 Theoriefragen zu beantworten. Marc Goldbach aus Hessen gab sogar sechseinhalb Minuten vor der Zeit ab – und schaffte die Übung mit dem sechstbesten Ergebnis. • Als Geschwister schafften es Gina (20) und Bennet Pahl (25) aus Kiel unabhängig voneinander ins Finale. Als Konkurrenten sahen sie sich aber nicht. Gina:

Gute Vorbereitung ist alles: Polizist Thomas Hippler wurde Siebter.

"Wir freuen uns immer über den Erfolg des anderen." • Am zweiten Finaltag feierte Albert Neuner aus Bernbeuren seinen 35. Geburtstag. Morgens schenkte ihm Ehefrau Karin eine Armbanduhr, abends gewann der Bayer als Drittplatzierter ein nagelneues Quad.

• Drucker Marco Hantke aus Baden-Württemberg lebt auf großem Fuß: Mit (Turnschuh-)Größe 50 stand er im Focus oft gleichzeitig auf Gas und Bremse. "Als Notlösung habe ich beide Pedale dann nur noch mit dem großen Zeh bedient." • Einen guten Riecher hat Laurian Handermann aus Hessen: Der gelernte Ingenieur arbeitete zuletzt fünf Jahre als Aromen-Entwickler. Nicht ohne Nebenwirkungen: "Wenn ich etwas trinke, erkenne ich immer gleich die Geschmacksverstärker – dabei würde ich in meiner Freizeit gern einfach mal abschalten." • Polizist Thomas Hippler aus Lüneburg hatte sich vor der Qualifikationsrunde extra einen Ford gemietet, um sich mit den Fahreigenschaften und Abmessungen vertraut zu machen. Erfolg: Beim Finale wurde er Siebter.

Autor: Alex Cohrs

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