Deutschlands beste Autofahrer 2010

Deutschlands beste Autofahrer 2010 Deutschlands beste Autofahrer 2010

Deutschlands beste Autofahrer 2010

— 28.05.2010

Duell der PS-Profis

Das Rennen um Deutschlands beste Autofahrer 2010 geht weiter. Auf der DEKRA-Teststrecke in Klettwitz zeigten 43 Leserinnen und Leser ihr Können. Darunter: Mario (26) und Marcel (29).

Der eine ist Pizzabote aus Ludwigsfelde und fährt in seinem kleinen, flinken Seat Leon jedes Jahr 25.000 Kilometer. Der andere kommt aus Ketzerbachtal im Landkreis Meißen und reißt als Fernfahrer mit seinem 40-Tonner knapp 100.000 Kilometer ab. Mario Gellhorn (26) und Marcel Hoier (29). Zwei Männer, jeden Tag für uns im Einsatz. Bei Deutschlands beste Autofahrer zeigen sie, was sie draufhaben. "Autofahren ist, was ich kann, was ich will", sagt Mario. Seit drei Jahren fährt der gelernte Bürokaufmann hauptberuflich Pizzas aus. Vorher arbeitete er als Zeitarbeiter in der Produktion bei Daimler. Doch dann kamen Geldprobleme und damit der Zweitjob bei World of Pizza. Als die Bedingungen bei Daimler schlechter wurden, kündigte er. Sein Motto für den Wettkampf: Was dazulernen und Spaß haben.

Rückblick: Das ist Deutschlands bester Autofahrer 2009

Volltreffer: Gleich vier Kegel nietet Marcel beim Elchtest um.

Marcel ist eigentlich schon Profi. Vor drei Jahren wurde der Berufskraftfahrer zu Sachsens bestem Autofahrer gekürt. Jetzt will er sich die bundesweite Trophäe holen. Seine Chancen sieht Marcel gemischt: "In der Fahrpraxis bin ich gut, in der Theorie hakelt es." Mit leuchtenden Augen sitzt Mario im 225 PS starken Ford Focus ST: "Ein geiles Auto. Zum Pizza-Ausfahren viel zu schade." Dann gibt er Gas zur ersten Übung: Vollbremsung bei 30 km/h. Schüchtern wie beim ersten Date streichelt er nur zart das Bremspedal. Instrukteurin Alfina Baha korrigiert: "Du musst mehr ausholen beim Bremsen." Bei Marcel sind nicht die Bremsen, sondern die Pylonen das Problem. Gleich vier Kegel nietet er beim Elchtest um. "Da habe ich mich wohl überschätzt", gesteht er kleinlaut. Deswegen gibt es ja diese Übungen.

Überblick: Alle Tests und News zum Ford ST

Zum 22. Mal sucht AUTO BILD Deutschlands beste Autofahrer.

Die Grenzen der Fahrphysik testen, darum geht es hier. Nur wer sein Auto in Extremsituationen erlebt hat, kann im Ernstfall richtig reagieren. Manchmal bleibt aber auch die Angst. Marcel spürt sie beim Ausweichmanöver auf glatter Fahrbahn. Die Übung erinnert ihn an einen schlimmen Unfall. "Auf einer verregneten Landstraße hat es mich mal aus der Kurve gehauen. Totalschaden." Nun will er sich konzentrieren, nur nicht hektisch werden. Nach dem Mittag wird es ernst. Jetzt geht es um Punkte, um die Qualifikation für das Finale Anfang September. Erste Disziplin: Slalom fahren auf Zeit. Mario macht den Anfang und gleich einen dummen Fehler. Er verreißt mit dem kleinen Ka die Pylone an der Startposition. Das macht fünf Strafsekunden. Auch rauchende Reifen und gekonntes Parcour-Wedeln reißen da nichts mehr raus: über 50 Sekunden. Bei Marcel läuft es besser: Er fährt den Slalom in bewundernswerten 41,73 Sekunden. Reicht aber auch nicht. Der Beste braucht nur 38,92 Sekunden.

Nun geht es zur Theorie, einem vierseitigen Fragebogen. Mario: "Det is der Punkt, an dem ick sage: Ick werde nicht Erster. Die Formel für den Bremsweg? Ick stehe, wenn ick stehe." Im Raum hört man nichts außer konzentrierter Stille. Plötzlich klingelt ein Handy. Genervte Gesichter. "Telefonjoker?", fragt einer. "Nee, mein Bewährungshelfer", witzelt ein anderer. Mario reibt sich nervös die Stirn. Die Frage über Kindersitze macht ihm zu schaffen. Marcel grübelt über die Mindestprofiltiefe der Reifen. Nach drei Minuten und 47 Sekunden gibt der Erste ab. Mario und Marcel brauchen acht Minuten länger. Am Ende haben nur 16 der 43 Teilnehmer weniger als zehn Fehlerpunkte. Unsere PS-Profis sind nicht dabei (beide 19 Fehler).

Durchblick: Zur neuen Suchfunktion von autobild.de

Letzte Prüfung: Mit mindestens 40 km/h auf nasser, glatter Piste bremsen und ausweichen.

Übung drei: der ungebremste Spurwechsel. Pizzabote Mario brettert mit 70 km/h durch die Pylonengasse. Und lässt es krachen: Die Hütchen fliegen wie Geschosse durch die Gegend. Mit Prüfungsstress, so sagt er, könne er nicht gut umgehen. "Beim Formel 1-Bowling mit den Kumpels werfe ich immer Strikes. Nur nicht, wenn es darauf ankommt." Marcel tanzt durch die Gasse, als mache er nie etwas anderes. Trotz strammer 66,28 km/h kippt keine Pylone. Letzte Prüfung: Mit mindestens 40 km/h auf nasser, glatter Piste bremsen und ausweichen. Konzentriert und mit ruhiger Hand schlittert Marcel mit knapp 55 km/h über die Fahrbahn. Am Ende reicht es trotzdem nur für Platz zwölf der Gesamtwertung. Immerhin 29 Plätze vor Mario. "Macht nichts", meint dieser. "Dabei sein ist alles, und ich habe viel gelernt."

Autor: Daniela Pemöller

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.