Deutschlands beste Autofahrer 2010

Deutschlands beste Autofahrer Deutschlands beste Autofahrer

Deutschlands beste Autofahrer 2010

— 18.06.2010

Redakteur Walther im Selbsttest

1989 feierte die Aktion Deutschlands beste Autofahrer Premiere. AUTO BILD-Redakteur und Mitinitiator Joachim R. Walther wagt nach 22 Jahren den Selbsttest. Es geht um die Ehre.

Bestanden! Ich glaub' es nicht! Ich habe tatsächlich bestanden! Pardon, Sie wissen ja gar nicht, worum es geht. Es geht um Deutschlands beste Autofahrer, Deutschlands größte Sicherheitsaktion von AUTO BILD. Ich war dabei. Natürlich außer Konkurrenz, denn "Mitarbeiter und deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen". Wenn man's genau nimmt, bin ich nicht nur Mitarbeiter, sondern sogar Mitinitiator. Auf die Schweizer Ricola-Frage "Wer hat's erfunden?", müsste auch ich mich melden. Aber das ist über 22 Jahre her. Und in den vergangenen zehn Jahren hatte ich mit der Aktion so viel zu tun wie die Finnen mit der Erfindung der Schweizer Lutschbonbons. Lange nicht gesehen und doch wiedererkannt. Das gilt vor allem für einige Fragen aus dem Führerschein- Fragebogen.

Rückblick: Das ist Deutschlands bester Autofahrer 2009

Skeptischer Blick: Joachim R. Walther setzt sich mit Fragebogen Nummer 47 auseinander.

Wer die Fragen erfunden hat, würde ich auch gern mal wissen. Aber das ist ein anderes Thema. Die Theorie gehört natürlich dazu, wenn man Deutschlands bester Autofahrer werden will. Sie ist eine von vier bewerteten Übungen, die darüber entscheiden, wer Tagessieger wird und damit ins große Finale Anfang September einzieht. 46 Frauen und Männer sind heute angetreten, auf der Fahrtechnikanlage Wüschheim im Hunsrück. Einige mit dem olympischen Ziel "Dabei sein ist alles". Andere mit dem Ziel zu siegen und die Chance auf die Hauptpreise zu wahren: einen Ford Focus und einen Ka. Die kriege ich sowieso nicht, egal wie gut ich mich schlage. Und deshalb geht's für mich im Wettbewerb nach den Übungsfahrten auch nicht um Leben oder Tod. Es geht um mehr. Es geht um die Ehre. "Du hast die Geschichte Ende der 80er-Jahre gestartet, da darfst du dich doch jetzt nicht blamieren", denke ich noch, da liegt er auch schon vor mir. Der Fragebogen Nummer 47 mit 30 Multiple-Choice-Fragen.

Überblick: Alle Tests und News zum Ford ST

Zum 22. Mal sucht AUTO BILD Deutschlands beste Autofahrer.

Mit jedem falsch gesetzten Kreuz fängst du dir drei, vier oder fünf Fehlerpunkte ein. Und mit zwei Fünfern wirst du nicht versetzt. Das ist wie in der Schule. Na, das kann ja lustig werden. Aber einige Aufgaben sind zum Glück von anno dazumal. Da kommt immer noch der alte blaue Frontlenker-Lkw bei nach links abknickender Vorfahrt von rechts. Und ich will mit meinem blauen Auto, das optisch so breit ist wie die ganze Straße, bei nach rechts abknickender Vorfahrt links abbiegen. Und dann ist da noch der entgegenkommende rote Pkw, der die Knickvorfahrt tangential trifft und quer einsteigen will. Frage: "Wer muss blinken?" Klingt kompliziert. Ist es aber gar nicht! Blöder finde ich die Frage: "Wie können Sie auf der Autobahn Hilfe anfordern?" Notrufsäulen? Ja, klar! Kreuz! 112 und 110? Ja, klar! Kreuz! Über Autobahnraststätten? Mmh? Das ist doch albern, oder? Dann könnten ja auch Brieftauben oder Kurierdienste aufgeführt werden. Kein Kreuz. Fehler! Drei Miese stehen auf dem Konto. Zum Glück kommt nur noch ein weiterer Lapsus dazu. Mit sechs Punkten und der Ausfüllzeit von neun Minuten und 46 Sekunden lande ich auf Platz zwölf. Das ist toll. Viel wichtiger: Ich hätte die theoretische Führerscheinprüfung bestanden! Jetzt kann es ja nur noch besser werden.

Jetzt kommt die Praxis: Slalom, Bremsen/Ausweichen und der Elchtest. Das kann doch nicht so schwer sein. Oder? Denkste! Was im richtigen Leben die Schrecksekunde, stört hier der Wettbewerbsstress. Beispiel Slalom: Stoppuhr starten, einsteigen, anschnallen, losfahren – das dauert in der Hektik bei mir schon zwölf Sekunden. Zu viel, um vorn dabei zu sein: Rang 23. Neue Übung, neues Glück: Elchtest. Auch ungebremster Spurwechsel genannt. Der soll möglichst zügig – ohne Pylonenberührung und ohne auf die Bremse zu treten – durchfahren werden. Zwei Versuche sind gestattet. Also: alles oder nichts. Und es klappt. Mit 72,0 km/h rauscht der Focus durch die hohle Gasse, wackelt mit dem Heck, die Bridgestone-Gummis ächzen, aber die Lübecker Hütchen bleiben stehen. Das reicht für Platz zwei gegen 46 Konkurrenten.

Deutschlands beste Autofahrer 2010: Duell der PS-Profis

Kevin Riemschoß ist 2010 im Finale dabei. Glückwunsch!

Es keimt wieder Hoffnung. Vielleicht geht ja doch noch was. Letzte Übung, letzte Chance. Die Aufgabe: Vollbremsung mit ABS, einem Hindernis ausweichen und zurück in die eigene Spur fahren. Alles, ohne die Bremse zu lösen. Das klingt leicht, denke ich und rausche mit über 50 km/h auf die Piste. Die ist aus Stahl, wird bewässert und bietet so viel Halt wie ein Tablett Eier in der Kurve. Dem Hindernis weiche ich gerade noch aus, aber dann gibt es kein Zurück. Der Ford Ka rutscht quer in die imaginäre Gegenfahrbahn. "Super", ruft Moderator Werner Klotz ironisch, "du warst der Schnellste." Danke – wer den Schaden hat ... Tja, das war's dann wohl. Aus der Traum von Deutschlands bestem Autofahrer. Den kann Kevin Riemschoß aber noch träumen. Er machte es besser, fuhr auf die Plätze 4, 12, 4 und 5 und damit ins Finale. Glückwunsch!

Autor: Joachim R. Walther

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