Deutschlands beste Autofahrer: Finale

Deutschlands beste Autofahrer: Finale 2011

— 09.09.2011

Ein echtes Herzschlag-Finale

Die 23. Ausgabe von "Deutschlands beste Autofahrer" endet mit einem Wimpernschlag-Finale. Erst nach dem Stechen kann sich Student Paul Mgel aus Dresden den Titel sichern. Der Weg dahin war nicht immer meisterlich.

Zunchst einmal mchten wir fr eine oft missverstandene Gattung die Lanze brechen: fr den Mann. Da sage noch einer, dieses haarige Steinzeitwesen sei unzuverlssig. Wir behaupten glatt das Gegenteil und teilen mit: Das erste Mal in der 23-jhrigen Geschichte von "Deutschlands beste Autofahrer" erscheinen am Vorabend des Finales alle 40 Teilnehmer pnktlich zum Briefing. Was schon mal historisch ist. Da sich diesmal ausschlielich Mnner fr die Endrunde qualifiziert haben, erlauben wir uns, die schweigende Minderheit der Bevlkerung mal ausdrcklich zu loben. Jungs, wir sind stolz auf euch.

Als Hauptgewinn winken zwei nagelneue Ford Focus

Es ist faszinierend, am Abend vor dem Finale den Burschen in die Augen zu blicken. Kann man das Sieger-Gen eigentlich erkennen? Wer wird die Nerven im Zaum haben und morgen seine Bestform abrufen? Die jungen, unbekmmerten Hpfer oder die alten, erfahrenen Hasen? Einen Vorteil hat die jugendliche Rasselbande diesmal auf jeden Fall. Erstmals suchen wir nicht nur den Besten von allen, sondern auch den besten Nachwuchsfahrer (bis 23 Jahre). Es werden am Ende also zwei Teilnehmer mit einem Ford Focus nach Hause fahren. Ein junges Talent und ein reiferes Semester.

Die Finalisten mssen durch die harte Schule

Die Sponsoren von "Deutschlands beste Autofahrer" vergeben Titel und Preise im Gesamtwert von ber 120.000 Euro.

Zuvor jedoch haben sich AUTO BILD und die Instruktoren des DVR (Deutscher Verkehrssicherheitsrat) noch ein paar nette Gesellschaftsspiele ausgedacht. Sie werden auf dem LuK Driving Center bei Baden-Baden ber gute und sehr gute Autofahrer entscheiden. Denn so schnell, meine Herren, kommt ihr nicht an die Beute. ber sieben Brcken mssen die Finalisten diesmal gehen, sieben praktische und theoretische Prfungen bestehen. Angefangen bei der Theorie, die es in sich hat. 30 Hammerfragen rund ums Auto. Der Autor wsste nicht die Hlfte. Tobias Reich (35) aus Brandis (Sachsen) setzt sein Kreuzchen berall richtig. Als Einziger.

Dafr patzt der Ingenieur beim Elchtest so richtig, nur Platz 37. Diesen ungebremsten Spurwechsel wiederum hat Klaus Herbrik (35) aus dem badischen Bruchsal am besten drauf. Er fhrt mit 72,64 km/h in die Gasse, bewltigt das Manver, ohne eine Pylone abzurumen. Damit kann er sich glatt bei AUTO BILD bewerben. Insgesamt aber reicht es fr den IT-Berater nur zu Platz 24. Ja, das ist wirklich auffllig beim Schlussakkord 2011. Es gibt diesmal keinen berflieger, keinen Mister Zuverlssig, der in allen Kategorien eine Topplatzierung einfhrt.

Auch die spteren Sieger zeigen Formschwankungen

Diese bung kann Leben retten: bremsen/ausweichen vor einem Hindernis. Titeltrger Mgel war hier Bester.

Nehmen wir zum Beispiel Robin Rothmann (22), Informatiker aus Dresden. Zwischenzeitlich klar auf Poleposition, als Einziger bei fnf bungen unter den Top Ten, eine Hand schon am Pott und dann vergeigt er den Elchtest (Platz 38) und hat anschlieend einen Blackout beim Handling auf der Kreisbahn (Platz 26). Am Ende wird er Fnfter. Selbst die spteren Sieger brillieren mit Formschwankungen. Fr Chef-Instruktor Jrgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) keine berraschung: "So ein Finale geht an die Nerven. Den ganzen Tag mssen die Jungs die Konzentration hochhalten das knnen die wenigsten."

Bente ist ein alter Hase im Geschft. Seit 23 Jahren dabei, hat er Tausende Autofahrer in Sicherheitstrainings geschult und ist stolz darauf, dass die Zahl der im Verkehr getteten Personen Jahr fr Jahr nach unten geht. Sicher auch ein Verdienst der immer mehr verbreiteten Assistenzsysteme (ESP, ABS), der Gurtstraffer und Airbags, aber eben auch eine Folge gezielter Schulungen wie "Deutschlands beste Autofahrer". Eine Vorbildfunktion, die bei der feierlichen Preisverleihung am Abend im Malersaal des Dorint-Hotels ausdrcklich vom Schirmherrn der Veranstaltung gewrdigt wird. Stellvertretend fr seinen Chef, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, lobt der Parlamentarische Staatssekretr Andreas Scheuer (ein bekennender Oldiefan) das Engagement von AUTO BILD.

Ob auf dem Weg zu weniger Verkehrstoten noch mehr Reglementierung und Kontrolle der Autofahrer ntig sei, wird anschlieend leidenschaftlich von den Vertretern der Sponsoren diskutiert. Whrend die Geschftsfhrerin des DVR, Ute Hammer, erhhte Kontrolle und eine Null-Promille-Grenze fr "zwingend notwendig" hlt, erteilt Robert Rademacher, Prsident des ZDK, beispielsweise einem strikten Tempolimit eine klare Absage: "Warum? Wir haben doch die Richtgeschwindigkeit, das ist in der ganzen Welt einmalig." Diese Ansage wird im Saal mit Beifall bedacht. Natrlich, mchte man sagen. Da sitzen ja schlielich Autofans.

Michael Furchner, Sachbearbeiter aus Wolfsburg, wird knapper Zweiter und freut sich ber eine Ford Focus Limousine.

Schmunzeln mssen die 40 Finalisten knapp die Hlfte von ihnen unter 23 Jahren , als Ford-Marketingdirektor Carl-Philipp Mauve ankndigt, die Klner wrden demnchst einen programmierbaren "Eltern-Schlssel" auf den Markt bringen. Mit ihm knnen Mama und Papa bei den Autos ihrer Zglinge das Tempo vorgeben, die Lautstrke der Anlage beschrnken oder verhindern, dass das ESP deaktiviert wird. Brauchen wir das wirklich? LuK-Entwicklungsvorstand Peter Gutzmer ist skeptisch: "Wir mssen die Menschen erziehen, nicht berregulieren."

Am Ende liegt der Youngster hauchdnn vor dem Routinier

Student Paul Mgel (21) macht das Rennen und gewinnt einen nagelneuen Ford Focus Turnier.

So engagiert die Diskussion gefhrt wird, so ungeduldig rutschen mittlerweile die eigentlichen Stars des Abends von einer Pobacke auf die andere. Kurz vor elf lassen wir schlielich die Katze aus dem Sack. Besser gesagt: die Katzen. Wie es sich fr ein spannendes Finale gehrt, laufen die beiden besten Finalisten punktgleich im Gleichschritt ber die Ziellinie. Erst das Stechen entscheidet. Und da hat Youngster Paul Mgel (21) aus Dresden sein freches Brtchen vorn, gewinnt hauchdnn vor Routinier Michael Furchner (39) aus Wolfsburg. Ausschlag gab das bessere Ergebnis im direkten Vergleich. berraschend cool nimmt Mgel anschlieend Glckwnsche und den Ford Focus Turnier entgegen. Obwohl sich der Mechatronik-Student das Kunststck leistete, in der Theorie Drittletzter zu werden, hat er "eigentlich schon damit gerechnet, vorn zu landen". Das htte eine Frau nie gesagt. Mnner!

Autor: Tomas Hirschberger

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