Deutschlands bester Autofahrer 2007

Deutschlands bester Autofahrer 2007: Olivia will es wissen Deutschlands bester Autofahrer 2007: Olivia will es wissen

Deutschlands bester Autofahrer 2007

— 27.09.2007

Olivia will es wissen

Ständig hörte Olivia Samulewicz von ihrem Freund: "Du fährst so schlecht Auto." Jetzt will sie Klarheit: Stimmt das wirklich? Auf dem EuroSpeedway Lausitz tritt sie gegen 40 Frauen an.

Der Ford Mondeo macht einen Satz nach vorn und bleibt dann ruckartig stehen. Alle Blicke richten sich auf die Fahrerin. Die junge Frau steht wie auf einer Bühne, vor ihr ein Publikum, das nur auf den nächsten peinlichen Patzer wartet. Mit zittrigen Händen drückt Olivia Samulewicz noch mal den Start-Knopf und tritt vorsichtig auf das Gaspedal. Der Motor keucht, würgt – und stirbt erneut ab. "Ey, das ist ein Diesel. Du musst mehr Gas geben", quengelt Beifahrerin Doreen Hille. Olivia ist daran gewöhnt, von selbst ernannten Fahrlehrern angemacht zu werden. Doch die ständigen Nörgeleien ihres Lebensgefährten Sebastian nerven sie am meisten: "Er schimpft jedes Mal, dass ich zu weit rechts oder links fahre, dass ich in den Kurven am Lenkrad reiße, dass ich beim Schalten kein Zwischengas gebe und das Auto ruckelt." Heute will die Berlinerin der ewigen Predigt ein Ende setzen.

Sie will nicht die Beste sein, aber besser als er

Korrekte Sitzposition: Der Instrukteur erklärt Olvia, wie weit die Beine angewinkelt sein müssen.

Olivia (25) tritt in der Vorrunde der Aktion "Deutschlands bester Autofahrer" auf dem EuroSpeedway Lausitz gegen 40 Frauen an. Sie träumt nicht vom ersten Platz. Es genügt ihr schon, Sebastian zu übertrumpfen, der am Vortag den 23. Platz belegte. Die erste Übung: Vollbremsung. "Kann ja nicht so schwer sein", denkt sich Olivia und steigt ordentlich aufs Pedal. Der Instrukteur ist zufrieden, der Anfang ist gemacht. Schwieriger wird die zweite Aufgabe: ungebremster Spurwechsel, der Elchtest. Olivia scheint es auf eine Pylone abgesehen zu haben. Bei jeder Durchfahrt muss das arme Hütchen dran glauben. Olivia stört das offensichtlich nur wenig. Selbstbewusst fährt sie zur nächsten Mut-probe: Bremsen und Ausweichen auf eisglatter Oberfläche. Die Bundestagsangestellte driftet mit Bravour. Die Hütchen stehen, das Auto auch. Schließlich: Kreisbahn fahren. Klingt langweilig, ist es aber nicht. Die Straße ist nass, die Geschwindigkeit hoch. Olivia fährt schon Tempo 70, aber der Instrukteur will es noch schneller. "Ist ja wie Achterbahn fahren", strahlt sie.

"Vielleicht meckert mein Freund ja doch zu Recht"

Happy End: In Zukunft will Olivias Freund Sebastian nicht mehr so viel im Auto meckern.

Nach all den Übungen ist Olivia im Umgang mit dem Auto sicherer geworden. Die Quengelei des Freundes war doch völlig unbegründet. Oder etwa nicht? Nach dem Mittag wird es ernst. Vier Übungen sind zu meistern. Beim ungebremsten Spurwechsel ist Olivia zu schnell, reißt vier Pylonen mit. Diese verdammte Unsicherheit kehrt zurück. "Vielleicht meckert mein Freund doch zu Recht", murmelt sie. Auch Bremsen und Ausweichen will nicht mehr klappen. Wieder ist sie zu schnell und hat das Auto nicht im Griff. Jetzt muss sie die Theorieprüfung retten. Klappt auch nicht: Sie hat sich nicht vorbereitet, bekommt 25 Fehlerpunkte. Damit ist sie eine von 28 Frauen, die hier heute den Führerschein nicht bekommen hätten. Auch bei der letzten Aufgabe, Einparken in der Einbahnstraße, rasselt Olivia durch.

Endergebnis: letzter Platz. Alles nur Pech? Olivia kann sich die Unglückssträhne nicht erklären. Dagegen weiß Konkurrentin Tatjana Zakobjelski: "Prüfungsangst, ist doch klar." Und dann gibt es doch noch ein Happy End: Sebastian nimmt Olivia in den Arm und verspricht, ihr ab jetzt nicht mehr so streng auf die Finger zu gucken. Das bietet der DEKRA auf dem Lausitzring: Auf den EuroSpeedway Lausitz in Klettwitz (zwischen Dresden und Berlin) bietet der DEKRA seit 2003 auf einem eigenen Test-Oval ein Fahrsicherheitstraining an. Autofahrer lernen hier, Gefahren-situationen frühzeitig zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Speziell geschulte Trainer bereiten die Teilnehmer auf jegliche Situationen vor. An Fahrsimulatoren können die Autos in ihre Grenzbereiche gebracht werden. Das Testgelände im Einzelnen:

ABS-Strecke

Bremswirkungen des Autos werden auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen getestet. Teilnehmer lernen, kontrolliert zu bremsen.

Slalom-Parcours

Ausweichen vor Hindernissen, Beherrschen schneller Lastwechsel, Abfangen ausbrechender Autos. Kreisbahn Zum Erfahren der elektronischen Systeme wie ABS, ASR oder ESP: in Kurven, auf nasser und trockener Fahrbahn.

Test-Oval

Ein Fahrerlebnis in den im Schnitt 43 Grad überhöhten Steilkurven.

Programminhalte

• Erkennen und Vermeiden von Gefahrensituationen
• fahrphysikalische Grundlagen
• Bremsen auf unterschiedlichen Belägen und bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten
• Blickführung, richtiges Kurvenfahren
• Bremsen und Ausweichen bei unterschiedlichen Fahrbahnzuständen
• Fahren mit verändertem Schwerpunkt (im Nutzfahrzeugbereich)
• Erfahren der menschlichen und der technischen Möglichkeiten sowie der physikalischen
Grenzen

Gut zu wissen

Die Fahrsicherheitstrainings werden durch die Berufsgenossenschaft gefördert. Oft erhalten Teilnehmer einen günstigeren Tarif für die Kfz-Versicherung. Jeder erhält ein Zertifikat. Kursangebote (zwischen 125 Euro und 280 Euro) werden für Motorrad, Pkw oder Nutzfahrzeuge angeboten. Infos und Anmeldung unter www.datc.de oder telefonisch unter 03 57 54-73 44 500.

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