Deutschlands bester Autofahrer

Deutschlands bester Autofahrer 2009

— 13.07.2009

Wer hat das Lenkrad besser im Griff?

Der ewige Kampf der Geschlechter: Wer fährt besser Auto? AUTO BILD hat bei der Sicherheitsaktion "Deutschlands bester Autofahrer" mal zwei jungen Kandidaten über die Schulter geschaut.

Klischees – wie arm wäre unsere Welt ohne sie? Sie sind der ideale Treibstoff für jeden Stammtisch. Und das zündfähigste Gemisch ergibt sich noch immer aus dem ewigen Geschlechterkampf. Mann gegen Frau. Was kann ER, was SIE nicht kann? Vielleicht Auto fahren? Die Statistik von "Deutschlands bester Autofahrer" spricht jedenfalls dafür. In den 20 Jahren unserer Aktion konnte nicht einmal eine Frau den Titel holen. Tatsache, kein Klischee. Bei der vierten Vorrunde zur diesjährigen "Meisterschaft" treffen wir auf dem Testgelände des DEKRA in Klettwitz eine junge Frau, die ganz entschieden was gegen unseren klischeebehafteten Geschlechterk(r)ampf hat. "Mir geht es hier doch nicht um Mann oder Frau", sagt Geertje Märtins (25) aus Cottbus, "ich will vor allem sicherer Auto fahren lernen, die Grenzen ausloten."

43 Kandidaten kämpfen bei gefühlten 35 Grad um ihr Sicherheitsdiplom

Dank der Sponsoren können in 30 Vorrunden 1500 Leser am Sicherheitstraining teilnehmen.

Ihr Antrieb hat einen ernsten Hintergrund. Mit 18 Jahren hatte die Studentin der Soziologie einen schweren Unfall. Eine Sekunde nicht aufgepasst, Überschlag, viel Glück gehabt. "Ich will wissen, wie ich in extremen Situationen richtig reagiere." Das unterscheidet sie nicht von ihrem männlichen Counterpart an diesem Tag. Kevin Berndt (21) aus Ohorn bei Dresden, ebenfalls Student und passionierter Auto(Bild)-Fan, würde natürlich "gern hier gewinnen", aber allein "dabei zu sein ist schon richtig cool". Der fast zwei Meter große angehende Wirtschaftsingenieur nimmt die Sache ernst. Genau wie die anderen 43 Kandidaten, die bei gefühlten 35 Grad heute in der Lausitz-Sauna ihr Sicherheits-Diplom ablegen.

Wer hat das Lenkrad besser im Griff? ER ist etwas besser als SIE

Hauptgewinn in voller Fahrt: Der Gesamtsieger 2009 erhält so einen 200-PS-Kuga, der Zweite einen Fiesta 1.6 Sport.

Was auffällt, ist, dass unser gemischtes Doppel alles andere als zaghaft an die Sache herangeht. "Normalerweise fahren Frauen die Übungen zunächst übervorsichtig", erklärt Tournee-Leiter Michael Weykopf, "Männer hingegen glauben, schon alles zu können und prügeln die Autos sofort durch den Parcours." Diese Erfahrungen passen hier nicht. Geertje und Kevin fahren beide selbstbewusst, forsch, aber sicher, fast wie alte Hasen. Noch mal Weykopf: "Jüngere Frauen wollen heute vorwärtskommen, fahren härter, nähern sich in ihrer Fahrweise den Männern an." Stimmt. Und genau das kostet Geertje später wertvolle Punkte.

Beim Slalom auf Zeit drückt sie zu sehr auf die Tube und lässt ein Tor aus. Vergeigt! Aus der Traum vom Finale. Kevin Berndt darf ihn noch ein wenig länger träumen. Super-Ergebnis in der Theorieprüfung, Top-Platz beim Slalom – und dann der Aussetzer beim gebremsten Ausweichmanöver, dem Elch-Test. Das war's. Aus die Maus. Die zwei landen schließlich im Mittelfeld. ER etwas besser als SIE. Die Enttäuschung hält sich trotzdem in Grenzen. Denn beide nehmen etwas mit. Egal ob Mann oder Frau, besser oder schlechter – Sicherheit am Steuer ist lernbar. Und noch etwas: Klischees, die gehören an den Stammtisch – und nicht auf die Straße.

Michael Weykopf (55), Tourneeleiter DbA:

"Männer hören nicht zu, Frauen können nicht einparken"

Nach 21 Jahren "Deutschlands bester Autofahrer" kenne ich meine Pappenheimer. Vor allem den Unterschied zwischen ihr und ihm. Er hört den Instruktoren nur teilweise zu. Kann ja schon alles und ist eigentlich nur noch mal zur Auffrischung hier. Sie saugt alle Infos ein. Ist später dann aber zu zaghaft. Bei Vollbremsungen treten Frauen meist nicht stark genug in die Eisen, fahren eher zu langsam durch die Übungen als zu schnell, sind vom Wesen nicht so aggressiv und dynamisch. Beim Einparken braucht sie in der Regel mehrere Versuche, das räumliche Denken ist womöglich anders ausgeprägt als bei Männern. Die Kerle gehen meist mit ganz breiter Brust ins Rennen. Sie nähern sich dem möglichen Optimum eher von oben als von unten. Man kann's ja schließlich. Dabei fahren sie oft über dem gesetzten Limit, reagieren in Notsituationen zu abrupt und lenken bei Ausweichmanövern zu hektisch.

Autor: Tomas Hirschberger

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