Deutschlands bester Autofahrer

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Deutschlands bester Autofahrer

— 20.06.2007

Na, Herr Backes: Alles im Griff?

Europas größte Sicherheitsaktion geht zum 19. Mal auf Tour. Beim Auftakt am Nürburgring bewies Teilnehmer Peter Backes: Manchmal helfen auch alte Tricks.

Von Anastasia Iksanov Es ist warm, nein, es ist heiß. Ach was, es ist kaum noch zum Aushalten! Hier am Nürburgring drücken bestimmt 30 Grad im Schatten. Die 50 Teilnehmer der Aktion Deutschlands bester Autofahrer ziehen alles aus, was sie nicht unbedingt am Leib tragen müssen, die überflüssige Kleidung landet auf dem Boden des ADAC-Fahrsicherheitszentrums. Nur Peter Backes aus Nonnweiler (Saarland) zieht nichts aus. Im Gegenteil: Bevor er sich ins Auto setzt, schlüpft der 56-Jährige in ein paar Lederhandschuhe. Glücksbringer? Falsch. Backes kennt es nicht anders: "Früher hatten die Autos glitschige Lenkräder (Bakelit; Anm. d. Red.). Ohne Handschuhe hatte man die nicht im Griff." Seine Kalbslederhandschuhe sind fast zehn Jahre alt. Bis heute haben sie ihn sicher auf Kurs gehalten. Auch jetzt, bei der ersten Runde, sollen sie eine Schutzschicht zwischen Lenkrad und den feuchten Händen bilden.

Falsche Sitzeinstellung, Reflexe und der Elchtest

Ungebremster Spurwechsel: Wer die Pylonen trifft, der verliert Punkte.

Leser aus allen Teilen der Republik hatten sich um eine Teilnahme bei Deutschlands bester Autofahrer beworben. Peter Backes ist einer von ihnen. Er hat zuvor alle Prüfungsfragen richtig beantwortet, sicher auch ein bisschen Glück gehabt, und will nun als einer der Ältesten dieser Runde gegen deutlich Jüngere antreten. Doch bevor die Teilnehmer in die 26 bereitgestellten Ford C-Max und Mondeo einsteigen dürfen, wird es grundsätzlich: "Entscheidend für die Fahrsicherheit ist die richtige Sitzposition", erklären die Instruktoren, "falsche Sitzeinstellung ist oft Ursache für gebrochene Beine oder Hüften". Also: Beine und Arme leicht anwinkeln, Kopfstütze justieren. Was folgt, ist die Praxis. Übungen, die den Ernstfall simulieren. Als erstes: ungebremster Spurwechsel, im Volksmund auch Elchtest genannt. Manche Teilnehmer umkurven die rot-weißen Hütchen ganz lässig, Peter Backes aber begräbt die Pylonen anfangs unter sich. "Mit dem Alter lassen die Reflexe nach. Gegen einen 30-Jährigen komme ich nicht mehr an", seufzt er.

Doch die Sitzkorrektur und weiteres Training liefern ein überraschendes Ergebnis: Backes wird besser, das Selbstvertrauen wächst. Auch wenn er an den Sieg nicht glaubt, weiß er: Das, was er hier lernt, kann ihm keiner mehr nehmen. Die nächste Übung, Bremsen und Ausweichen, läuft wie am Schnürchen. Peter Backes gibt kräftig Gas. Bei knapp 60 km/h Vollbremsung auf glatter Oberfläche – und die Hütchen bleiben stehen. Als der 56-Jährige aus dem C-Max steigt, spenden die jüngeren Teilnehmer anerkennend Beifall. Letzte praktische Übung: rückwärts einparken in einer Einbahnstraße.

Für Backes eine leichte Übung: Der Betriebswirt meistert die Prüfung in nur 27 Sekunden – weit besser als der Durchschnitt. Erst vor der Theorieprüfung kehren die Selbstzweifel zurück: "Den letzten Fragebogen habe ich 1969 bei der Führerscheinprüfung gesehen." Ergebnis heute: 19 Fehlerpunkte. Am Ende landet Peter Backes auf Platz zwölf – und ist zufrieden: "Nächstes Jahr komme ich wieder. Bis dahin beschäftige ich mich mit der Theorie. Für mich als älteren Fahrer war sie hier das größte Problem."

Im Finale geht es um einen Ford Mondeo Turnier Titanium

Verena Brust (vorn) hat sich für das Finale am Lausitzring qualifiziert.

Szenenwechsel. Gleicher Ort, ein Tag später. Heute sind die Frauen dran – und zwar nur die Frauen. Zum ersten Mal in der 19-jährigen Wettkampf-Geschichte kämpfen die Damen direkt gegeneinander. 30 sind erschienen. Sie geben sich kämpferisch und motiviert. "Die Chance, ins Finale zu kommen, ist jetzt für uns Frauen viel höher", sagt Verena Brust. Die 21-jährige Studentin aus dem saarländischen Wadern nutzt die Chance: Sie gewinnt alles – den Elchtest, den Bremstest, die Ausweichübung. Ergebnis: Tagessieg am Nürburgring. Damit hat sich die Studentin für das Finale am 28. und 29. September am Lausitzring qualifiziert. Dort wetteifern Frauen und Männer wieder gemeinsam um den Hauptpreis, einen Ford Mondeo Turnier Titanium im Wert von 38.500 Euro. Und vielleicht spielt am Ende ja auch eine Frau ganz vorn mit. Die größte Schwäche aus der ersten Runde müssen die Damen bis dahin allerdings noch behoben haben – das Einparken ...

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