Die 24 Stunden von Le Mans 2007

Die 24 Stunden von Le Mans 2007 Die 24 Stunden von Le Mans 2007

Die 24 Stunden von Le Mans 2007

— 05.06.2007

Vier gegen Audi

Auch 2007 trifft Favorit Audi in Le Mans auf harte Konkurrenz – Peugeot zum Beispiel. Hier gibt's alle Infos zum 24-Stunden-Rennen.

Mannschaften aus 13 verschiedenen Ländern, 55 Autos, 41 Teams – die Konkurrenz um den Sieg beim prestigeträchtigsten 24-Stunden-Rennen der Welt ist groß. 16 Prototypen starten allein in der stärksten Klasse (LM P1). Favorit ist wieder einmal Vorjahressieger Audi. Deren Diesel-R10 wird diesmal vom nagelneuen Peugeot 908 herausgefordert, dem zweiten Dieselrenner der LM P1. Aber: Die Regelhüter haben den Vorteil der spritsparenden Selbstzünder eingebremst. Das Tankvolumen der Diesel wurde auf 81 Liter begrenzt. Die Benziner dürfen weiter 90 Liter tanken. Die Chance für die beiden Pescarolo-Judd, die brandneuen Courage-AER und die Lola, die Diesel von Audi und Peugeot zu besiegen. Der Creation-Judd, der Zytek 07S und der Dome-Judd S101 haben nur Außenseiterchancen.

Gegner Nummer 1: Peugeot 908

Peugeot 908 HDi: Der große Gegenspieler des Audi R10 TDI. Gleicher Treibstoff, gleiche Leistung, aber kann er 24 Stunden durchhalten?

Zwei Siege in den ersten beiden Rennen der Le Mans Series: Größter Audi-Gegner ist der neue Peugeot 908 HDi – wie der Audi R10 ein Diesel. Der Zwölfzylinder-Turbomotor mit HDi-Direkteinspritzung und FAP-Partikelfilter leistet ähnlich wie der Audi-V12-TDi 650 PS. Allerdings ist das Cockpit des komplett neu konstruierten Franzosen geschlossen. "Wie Formel 1 – nur mit Dach und Dieselmotor", klotzt Peugeot. Einzige Schwachstelle ist die Zuverlässigkeit. Bei der letzten Testfahrt, dem 1000-Kilometer–Rennen in Valenica, fiel ein 908 mit defekter Kupplung aus. Der andere gewann. Fahrer: Pedro Lamy, Stéphane Sarrazin, Sébastien Bourdais sowie Nicolas Minassian, Marc Gené und Jacques Villeneuve.

Gegner Nummer 2: Pescarolo Judd

Pescarolo Judd: Der Bolide aus der Nachbarschaft hat auch noch Probleme mit dem Stehvermögen.

Das Traditionsteam aus Le Mans geht 2007 mit zwei komplett in Eigenregie entwickelten Neubauten an den Start. Die blau lackierten Pescarolo 01 lösen die Courage-Chassis ab und werden weiter vom Judd-V10-Benziner (5 Liter Hubraum, 650 PS) angetrieben. Ganz so erfolgreich wie der Vorgänger – immerhin Gesamtsieger der Le Mans Endurance Series 2006 – ist das Auto allerdings noch nicht. Beim LMS-Rennen in Valencia kam der beste Pescarolo nur auf Platz vier ins Ziel. Fahrer: Jean-Christophe Bouillon, Emmanuel Collard, Romain Dumas sowie Harold Primat, Christian Tinseau und Benoit Treluyer. Das Team liefert zudem Kundenchassis an die Mannschaften von Rollcentre (LM P1) sowie Kruse (LM P2).

Gegner Nummer 3: Courage AER

Ebenfalls in Le Mans ansässig, schickt die Mannschaft von Yves Courage, Courage Competition, zwei brandneue LC70 ins Rennen. Befeuert wird der offenene LM P1–Prototyp von einem neuen 3,6–Liter–Achtzylinder–Biturbo von AER (Advanced Engine Research). Von Audis vier großen Gegnern hat der Courage derzeit jedoch die wenigsten Erfolge vorzuweisen. Beim 1000-Kilometer-Rennen in Monza belegte der Bolide nur Platz fünf – hinter dem Peugeot und dem Pescarolo. In Valencia fiel der Courage wie schon so oft im vergangenen Jahr aus. Fahrer: Jonathan Cochet, Alexander Frei, Bruno Besson sowie Guillaume Moraeu (Aufsteiger aus der Formel 3 Euro Serie) und Jean-Marc Gounon.

Gegner Nummer 4: Lola Judd

Lola Judd B07-17: Erfolgreiche Piloten und eine tolle Speed machen den Lola zum Geheimfavoriten.

Der Lola Judd B07-17 vom Team Charouz ist der Geheimtipp dieser Saison. Das brandneue Auto wird unter anderem vom tschechischen Charouz-Racing-Team eingesetzt und hat beim 1000-Kilometer-Rennen in Valencia mit Platz zwei schon bewiesen: Es ist richtig schnell. Neben Ex-Formel-1-Pilot Alex Yoong und Teamchef Jan Charouz dreht erstmals der Ex-DTM-Pilot Stefan Mücke in Le Mans am Steuer. Ein weiterer Lola B07-10 wird vom Schweizer Team Swiss Spirit eingesetzt. In dessen Heck faucht allerdings der 3,6-Liter-Biturbo-V8-FSI-Motor aus dem Audi R8. Achtung! Die Fahrer Marcel Fässler, Jean Denis Deletraz und Iradj Alexander belegten bei ihrem ersten Einsatz in Valencia gleich Platz drei.

Die Rennklassen in Le Mans

Le Mans Prototyp 1 (LM P1) Typ: Prototyp, kein Serienmodell als Basis, Gewicht: mindestens 925 kg, Zylinderzahl: frei, Leistung: ca. 550–700 PS. Die Königsklasse der Sportwagen lässt den Ingenieuren viel Spielraum und bietet den Herstellern die Möglichkeit, neue Technologien einzusetzen. Erlaubt sind Motoren mit Turbo (max. 4,0 Liter Hubraum), Turbodiesel (max. 5,5 Liter) und Sauger (max. 6,0 Liter). Starter z.B. Audi R10, Peugeot 908 HDi.

Le Mans Prototyp 2 (LM P2) Typ: Prototyp, kein Serienmodell als Basis, Gewicht: mindestens 775 kg, Zylinderzahl: max. 8, Leistung: ca. 450–550 PS. Vom ACO (l’Automobil Club de l’Ouest) vor allem für Privatteams geschaffen. Unterschied zur P1-Klasse: schmalere Reifen, geringeres Gewicht, kleinerer Luftmengenbegrenzer. Turbodiesel-Triebwerke sind verboten. Erlaubt sind Saugmotoren (max. 3,4 Liter Hubraum) und Turbos (max. 2,0 Liter). Starter z. B. Courage LC 75, Zytek 07S.
Le Mans Grand Tourisme 1 (LM GT1) Typ: umfangreiche Modifikationen gegenüber dem Serienmodell erlaubt, Gewicht: mindestens 1100–1300 kg, Zylinderzahl: wie beim Serienmodell, Leistung: ca. 600 PS. Basis sind Supersportwagen, die stark modifiziert werden dürfen. Turbodiesel-Aggregate sind verboten. Erlaubt sind Saugmotoren (max. 8,0 Liter Hubraum) und Turbos (max. 4,0 Liter). Die Autos werden primär von Werksteams eingesetzt. Starter z. B. Aston Martin DBR9, Corvette C6-R, Ferrari 550, Saleen S7R.
Le Mans Grand Tourisme 2 (LM GT2) Typ: seriennahe Produktions-Sportwagen, Gewicht: mindestens 1100–1300 kg, Zylinderzahl: wie beim Serienmodell, Leistung: ca. 450–500 PS. Basis sind wie in der GT1-Klasse Sportwagen, die allerdings weniger stark modifiziert werden dürfen. Turbodiesel sind verboten. Erlaubt sind Saugmotoren (max. 8,0 Liter Hubraum) und Turbos (max. 4,0 Liter). Starter z.B. Porsche 911 GT3 RSR.

24 Stunden von Le Mans – Der Klassiker der Langstrecke

Die 24 Stunden von Le Mans sind seit über 80 Jahren das größte Langstreckenrennen der Welt. Alles Wissenswerte – Technik, Fahrer, Geschichte und vieles mehr finden Sie im aktuellen Heft Nr. 11 von AUTO BILD MOTORSPORT an ihrem Kiosk. Hier sind die wichtigsten Infos zum Klassiker für 2007.

Zeitplan

Sonntag, 3. Juni, 9:00 bis 13:00 Uhr: 1. Vortest – 14:00 bis 18:00 Uhr: 2. Vortest. Montag, 11. Juni, 14:30 bis 18:00 Uhr: Öffentliche technische Abnahme auf dem Place des Jacobins. Dienstag, 12. Juni, 8:30 bis 17:00 Uhr: Öffentliche technische Abnahme auf dem Place des Jacobin. Mittwoch, 13. Juni, 16:00 Uhr Driver´s Briefing, 19:00 bis 21:00 Uhr: 1. Qualifikation, 22:00 bis 0:00 Uhr: 2. Qualifikation. Donnerstag, 14. Juni, 17:30 bis 18:30 Uhr: Training der Le Mans Legenden, 19:00 bis 21:00 Uhr: 3. Qualifikation, 22:00 bis 0:00 Uhr: 4. Qualifikation. Freitag, 15. Juni, 10:00 bis 20:00 Uhr Pitwalk, 18:00 bis 19:00 Uhr: Fahrerparade im Zentrum von Le Mans. Samstag, 16. Juni, 9:00 bis 9:45 Uhr: Warm-up, 10:15 Uhr: Rennen der Le Mans Legenden, 14:22 Uhr: Beginn der Startprozedur, 15:00 Uhr: Start. Sonntag, 17. Juni, 15:00 Zieleinlauf und Siegerehrung.

Ankunft und Unterkunft

Flughäfen: Paris (200 km), Tours (90 km). Auto: Von Paris Autobahn A11 bis zur Ausfahrt Nr. 7 (Le Mans Nord) oder Bundesstraße N23. Aus Tours Bundesstraße N138. Die Rennstrecke liegt am südlichen Stadtrand von Le Mans zwischen der N138 (nach Tours) und der D147 (nach Angers). Zug: Von den Bahnhöfen Paris Montparnasse und Roissy zum Bahnhof von Le Mans. Dauer: etwa eine Stunde. Vom Bahnhof Le Mans verkehrt ein Shuttleservice zur Rennstrecke. Hotelreservierungen unter Telefon 0033/ 243 20 07 00, Fax: 0033/ 243 20 07 70 oder per E-Mail: lemanshotelreservation@wanadoo.fr. Für Camper gibt es 13 verschiedene Plätze. Die Preise liegen zwischen 18 und 154 Euro für die Zeit von Mittwoch bis Sonntag. Wenn Sie noch länger bleiben wollen, zahlen Sie einen Zuschlag von 8 bis 10 Euro pro Tag. Weitere Infos finden Sie im Internet unter www.lemans.org/ticket.

Tickets

Eintrittskarten gibt es nur beim veranstaltenden Automobilclub L´Ouest. Adresse: ACO, Booking Office, Circuit des 24 Heures du mans, 72019 Le Mans Cédex 2/France. Telefon: 0033-892 69 72 24, Fax: 0033-243 84 47 13, E-Mail: ticket@lemans.org oder im Internet unter www.lemans.org/ticket. Eintrittspreise (nur Zutritt zu den freien Teilen der Strecke): 25 Euro (Testtag und Qualifying), 39 Euro (Rennsontag), 61 Euro (Testtag und Rennwoche). Ein Platz auf einer der 13 Tribünen kostet zusätzlich zwischen 60 (Stehplatz) und 102 Euro (nummerieter Sitzplatz). Ein Parkticket kostet je nach Entfernung zur Rennstrecke 18 bis 32 Euro.

Autor: Bianca Garloff

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