Die Autos der 70er-Jahre: Japaner

— 12.10.2011

Made in Japan

Der Reis ist heiß: In den 70er-Jahren drängen die Japaner verstärkt auf den europäischen Markt. Cherry, Corolla und Co rücken vor allem der gutbürgerlichen Küche von Ford, Opel und VW auf die Wurstpelle.

Deutschland in den frühen 70ern: Die Namen unserer Stereoanlagen klingen noch vertraut, Sushi ist weit davon entfernt, Mode-Fastfood zu sein und Auto-Importe kommen aus Italien oder Frankreich. Doch auf einer Inselkette vor der Ostküste Asiens tut sich was. Schon bald pushen die Herren Toyoda & Co. die Industrienationen der restlichen Welt zu höchster Produktivität: Achtung, die Japaner kommen! Der Datsun Sunny (Baureihe B110, ab 1970) ist eines der ersten japanischen Autos, die ab 1972 in großen Stückzahlen nach Europa kommen. Im selben Jahr nehmen die britischen Hardrocker von Deep Purple eines der besten Live-Alben aller Zeiten auf: "Made in Japan".

Die Autos von Åland: Die Insel der alten Japaner

Im Januar des Jahres 1967 treffen die ersten Honda S800 im Hamburger Hafen ein.

Bereits im Januar 1967 treffen die ersten Honda S800 im Hamburger Hafen ein. Die quirligen Zwergen-Roadster aus Suzuka sind die Vorhut der ersten großen Japan-Invasion. Trotz solider Verarbeitung, ausreichend sportlicher Qualitäten seines 67 PS starken 800-Kubik-Motörchens (Spitze: 165 km/h) und seinem günstigen Preis reicht es in Deutschland für Honda aber nicht zum Durchbruch. Heute sind sie eine bezahlbare Rarität: Nur wenige S800 haben überlebt, trotzdem kosten sie im guten Zustand nur selten mehr als 20.000 Euro.

Youngtimer: Toyota Supra 3.0i Turbo

So sehr uns Mazda Cosmo und Toyota 2000 GT auch betören: Ihren erfolgreichen Aufstieg auf den Auto-Olymp haben die Japaner erschwinglichen, unkomplizierten Autos zu verdanken. Der Corolla ist so ein Erfolgstyp. 1971 bietet Toyota die zweite Generation seines Bestsellers auch in Deutschland an, zunächst als Limousine und Coupé, später auch als Kombi. Der konservative Corolla zielt vor allem auf Ford Escort und Opel Kadett-Interessenten. Inzwischen ist die Modellbezeichnung Corolla die meistverkaufte in der Geschichte des Automobils.

Erfolgsfrüchtchen: Datsun Cherry

Als begehrenswerte Klassiker haben sich die Japaner in der alten Welt noch nicht etabliert. Taucht mal ein gepflegter Datsun Cherry in knalligem 70er-Jahre-Orange aus Erstbesitz eines ehemaligen Datsun-Händlers auf, bringt er selten mehr als 4000 Euro. Teuerer sind die volksnahen Sportler Mazda RX-7 und Toyota Celica, für die bereits Liebhaberpreise gezahlt werden. Cherry, Corolla und Co. sind dagegen als ungeliebte Verbrauchsautos im Erinnerung geblieben. Zeit, endlich zuzuschlagen? Wir meinen: Ja, denn die meisten Nippon-Klassiker bieten bezahlbaren Spaß abseits des Mainstream.

Sehen Sie oben in der Bildergalerie die japanischen Autos der 70er!

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