Die CO2-Steuer kommt
— 02.04.2009Alles zum Thema CO2
CO2-Sünder werden demnächst kräftig zur Kasse gebeten: Den Spritsparern gehört also die Zukunft! Hier erfahren Sie, was CO2 eigentlich ist – und was es für Auswirkungen auf die Autobranche hat.
ANZEIGE
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum CO2-Ausstoß
Giftiges Kuchenstück: 2004 gingen 13 Prozent der bundesweiten CO2-Emissionen auf die Kappe des Pkw-Verkehrs.
2. Sind die CO2-Abgase beim Einatmen schädlich? Bei den geringen Mengen, in denen CO2 aus dem Auspuff kommt, können wir Entwarnung geben. Gefährlich wird es erst, wenn sich mehr als fünf Prozent in der Atemluft sammeln. Das kann z. B. durch Gärprozesse in Weinkellern passieren.
3. Was ist CO2? Die Summenformel für Kohlenstoffdioxid, umgangssprachlich auch Kohlendioxid genannt. Die chemische Verbindung aus Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O) ist ein farb- und geruchloses Gas. Es entsteht bei der Verbrennung von Kohlenstoff und auch bei der Atmung.
Da guckt Kuh: Unser liebes Milchvieh atmet jede Menge CO2 aus und pupst hinten auch noch Methangas in die Atmosphäre.
5. Wie hoch ist der Anteil von CO2 am Treibhauseffekt? Die schädlichsten Treibhausgase sind Wasserdampf, CO2, Methan und Ozon. Das CO2 liegt hier mit neun bis 26 Volumen-Prozent auf Platz zwei, gleich hinter dem Wasserdampf. CO2 zu verteufeln wäre aber falsch. Wir verdanken ihm eigentlich unser Leben. Entstanden ist es in grauer Vorzeit durch viele Vulkanausbrüche, die das CO2 in die Atmosphäre schleuderten. Nur durch CO2 und den sogenannten positiven Treibhauseffekt konnte sich die Erde erwärmen. Ohne CO2 hätten wir durchschnittlich minus 18 Grad Celsius auf der Erde. Bibber!
ANZEIGE
7. Wie kann ich den CO2-Ausstoß bei meinem alten Gebrauchtwagen berechnen? Wenn sie den Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometern für Ihren Wagen kennen, lässt sich der CO2-Ausstoß ganz einfach ausrechnen. Bei Benzinern wird der Verbrauch mit 23,69 multipliziert, für Diesel gilt der Multiplikator 26,58. Das Rechenbeispiel für ein Auto mit einem Benzinverbrauch von sieben Litern: 7,0 l/100 km multipliziert mit 23,69 ergeben einen CO2-Ausstoß von 166 g/km.
9. Welcher Antrieb erzeugt am wenigsten CO2? Der Elektroantrieb. Während der Fahrt versorgen Batterien den Elektromotor mit Energie. Dabei entstehen keine Abgase, also auch kein CO2. Allerdings müssen die Akkus an einer Steckdose geladen werden. Hier ist entscheidend, wie der Strom produziert wird. Kommt er aus Wind- oder Sonnenenergie, fährt das Elektroauto nicht nur sauber, sondern rein.
Ganz ohne CO2 wär's aber auch doof: Die Gas-speienden Vulkane haben einst dafür gesorgt, dass unser Planet bewohnbar wird.
11. Wie wird der Flottenausstoß ermittelt? Dieser Wert errechnet sich aus dem CO2-Ausstoß aller in der EU verkauften Autos eines Herstellers pro Jahr. Dabei müssen ab 2012 erst 65 Prozent der Autos die Grenze von 120 Gramm erfüllen. Dieser Wert lässt sich noch durch umweltfreundliches Zubehör leicht erhöhen. 2013 müssen 75 Prozent die 120 Gramm erfüllen, 2014 sind es 80 Prozent, 2015 dann alle Autos. 2020 wird der Wert auf 95 g/km gesenkt.
12. Wie berechnet sich die Strafsteuer? Für das erste Gramm werden fünf Euro fällig, das zweite Gramm kostet 15 Euro, das dritte Gramm 25 Euro Strafe. Ab vier wird es mit 95 Euro pro Gramm richtig teuer. Ab 2018 gilt die höchste Strafe ab dem ersten Gramm.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens
Öko-Autos sind im Trend. Wirklich? Fakt ist: Gekauft werden sie bisher nicht. Woran es liegt? Die Extrem-Spardosen sind einfach nicht sexy. Bei Freunden und Nachbarn punktet eher das schicke und teure SUV als der schlichte CO2-Zwerg. Schwindende Ölreserven und steigende Erderwärmung machen aber ein Umdenken nötig. Die Strafsteuer für CO2-Sünder ist ein Anstoß. Ob es der richtige ist? Oder führt er uns gar erst recht in die Absatzkrise? Risiko. Da scheint mir die Berechnung der Kfz-Steuer nach CO2-Ausstoß erfolgversprechender. Denn nur wenn der Autofahrer im Alltag direkt belohnt wird, kauft er Spardosen. Aber diese Steuer muss schnell kommen. Damit wir alle wissen, was uns der Spaß am Autofahren in Zukunft kostet.
Mehr zum Thema
Social Media
Diesen Artikel
Diesen Artikel