Die Elektroautos der London Motor Show

Die Elektroautos der British International Motor Show 2008 Die Elektroautos der British International Motor Show 2008

Die Elektroautos der London Motor Show

— 24.07.2008

Gegen den Strom

Weil die etablierten Autobauer in Sachen alternative Antriebe nicht vorankommen, können auf der Motor Show in London kreative Entwickler mit marktreifen Elektroautos punkten.

20 Weltpremieren würden in London enthüllt, verkündeten die Organisatoren der British International Motor Show stolz vor dem Messestart. Damit ist die automobile Leistungsschau an der Themse im internationalen Vergleich zwar noch ein zartes Pflänzchen, hat sich aber in den letzten Jahren prächtig entwickelt. Das Problem: die allermeisten der begehrten Premieren haben einen klassischen Verbrennungsmotor unter der Haube. Nach alternativen Antrieben muss man lange suchen. Zumindest, wenn man sich auf den Messeständen der etablierten Autobauer umschaut. In die Bresche springen kleine Hersteller, die mit viel Selbstbewusstsein und teilweise serienreifen Elektroautos die großen der Branche lässig links überholen.

Was verpasst? Hier geht es zum ersten Teil der London-Bildergalerie!

Nice ist so ein junges Unternehmen, das mit einem breiten Angebot an Elektroautos durchstarten will. Der Firmenname steht für "No internal combustion engine", was frei übersetzt schlicht "ohne Verbrennungsmotor" heißt. Die Geschäftsidee dahinter ist simpel:. Einen Teil der Entwicklung und die Produktion übernehmen Partner im Ausland. Das spart Kosten und minimiert das finanzielle Risiko. Revolutionäres darf man von Nice deshalb nicht erwarten. Die kleinen Elektromobile nutzen bewährte aber schwere Blei-Akkus und treten meist lediglich mit den allernötigsten Sicherheits-Systemen an. Was zählt, sind konkurrenzfähige Preise. 8995 Pfund, umgerechnet rund 11.400 Euro kostet der Nice MyCar – ein eigenwillig gestalteter Kleinst-Flitzer, der mit vollen Akkus gut 65 Kilometer weit kommt.

700 Strom-PS für mindestens 200.000 Euro

Deutlich mehr Platz und ein auffällig unauffälliges Design verspricht der Nice Ze-O, ein in China gebaute Mini-Van im Polo-Format. Die Kraft seiner Blei-Akkus reicht für 100 Kilometer und zieht den Fünfsitzer auf 80 km/h. Optional wird eine Lithium-Ionen-Batterie angeboten. Der Ze-O soll im Herbst 2008 für 13.995 Britische Pfund oder umgerechnet 17.700 Euro auf den Markt kommen. Peanuts, verglichen mit den Summen, die die Lightning Car Company (LCC) für ihren Electric GT aufruft. Der betont sportliche Elektro-Renner soll 2009 auf den Markt kommen und gut betuchte Schnellfahrer dafür begeistern, Strom statt Super Plus zu tanken. 50.000 Euro berechnen die selbstbewussten Engländer für eine feste Vorbestellung – ohne dabei schon Aussagen über den endgültigen Preis machen zu können. 200.000 Euro werden es aber wohl mindestens sein.

Tesla ist 2008 ausverkauft

Technisch ist das Projekt mehr als anspruchsvoll. Basis des Strom-Sportlers ist ein extrem leichtes Kohlefaser-Chassis, über das sich eine knackige Carbon-Haut spannt. Vier Radnaben-Motoren mit zusammen über 700 PS sollen den  Electric GT in vier Sekunden auf 100 km/h schieben. Die Kraft der NanoSafe-Lithium-Ionen-Akkus reicht laut LCC für rund 400 Kilometer und über 200 km/h. Klingt zu schön, um wahr zu sein. Wie steinig der Weg vom Messeauftritt zum Serienfahrzeug sein kann, mussten schon die Visionäre von Tesla erfahren, die ihren Elektro-Roadster nur mit deutlichem Zeitverzug an den Start brachten. Dem Erfolg hat es nicht geschadet. Die Produktion für 2008 ist ausverkauft. Frühestens 2009, verkünden die Amerikaner in London, dürften sich dann auch Europäer den 100.000 Euro teuren Elektro-Sportler bestellen.

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