Die Fahrer der Speed Academy

Studenten, die Gas geben Studenten, die Gas geben

Die Fahrer der Speed Academy

— 15.07.2005

Der Schnelldenker

Die Deutsche Post unterstützt im zweiten Jahr große Rennsport-Talente. AUTO BILD stellt sie vor. Diesmal: Pascal Kochem.

Vorjahressieger der Speed Academy

Pascal Kochem schüttelt ungläubig den Kopf. Es ist ein Foto aus Kindertagen, das den Formel-3-Piloten schaudern läßt. Ein Foto, auf dem Klein Pascal in Gummistiefeln und Jogginghose im Kart über die Strecke düst. "Echt hart, was wir damals alles gemacht haben", staunt er. Heute ist Pascal Kochem (18) auf dem Weg zum Profirennfahrer. Mit eigenem Overall, feuerfesten Schuhen und einem Ausbildungsvertrag der Speed Academy der Deutschen Post in der Tasche.

An Deutschlands bester Rennfahrer-Uni paukt er mit fünf weiteren Vollgas-Talenten das große Einmaleins des Motorsports. Wozu schnelles Fahren genauso gehört wie körperliche Fitness und korrekter Umgang mit den Medien. Eine Experten-Jury beurteilt die Kandidaten, ermittelt über vier Zwischenwertungen den Geamtsieger und schüttet pro Runde 60.000 Euro an die drei besten Studenten aus.

Pascal Kochem ging als Vorjahressieger der Speed Academy und mit 130.000 Euro Startkapital der Post in die Saison 2005. Als Hoffnungsträger des Formel-1-Ableger-Teams "Midland" in der Formel 3 Euro Serie. Doch es kam anders. "Als ich zum ersten Rennwochenende in Hockenheim ankam, saß plötzlich ein anderer Fahrer in meinem Cockpit", erzählt der Schumi-Fan. Trotz des Rückschlags wirkt er gefaßt, charmant und eloquent wie immer. Kochem: "Je weiter man im Motorsport kommt, desto mehr wird alles zum Geschäft."

Formel 3 Euro Serie als Sprungbrett

Eine wahre Erkenntnis. Und eine traurige zugleich. Denn bei Kochem waren es lediglich Meinungsverschiedenheiten mit dem Management, die zum Bruch mit dem Team führten. Und vielleicht auch zum Karriereknick? "Ganz sicher nicht. Ich habe ein Team in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft gefunden und fahre dort voll auf Angriff", gibt sich der 18jährige kämpferisch.

Pascal Kochem hat eine Blitzkarriere auf den Asphalt gezaubert. Mit zehn die ersten Kartrunden, mit elf der Einstieg in die Deutsche Kartmeisterschaft, mit vierzehn Deutscher Kartmeister. "Ich habe die Kart-Klassen so schnell absolviert, daß ich beim Aufstieg in den Formel-Sport wieder der Jüngste war", grinst der Brillenträger.

In der Formel-Renault-DM war er 2004 der einzige, der Formel-1-Newcomer und Red-Bull-Tester Scott Speed (USA) Paroli bieten konnte. Auch deshalb bleibt die Formel 3 Euro Serie als Sprungbrett in noch höhere Rennsportklassen das nächste Ziel. Dafür ließ sich Gymnasiast Kochem sogar von der elften Klasse beurlauben. Und sitzt jetzt jede Woche im Rennauto. Denn anders als in der Euroserie darf man in der Deutschen Meisterschaft auch zwischen den Rennen üben. Vielleicht ein entscheidender Vorteil auf dem langen und steinigen Weg in die Formel 1.

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