Die Folgen der Delphi-Pleite

Die Folgen der Delphi-Pleite

— 12.10.2005

General Motors am Abgrund

Nach dem Delphi-Konkurs droht auch General Motors der Bankrott. Der weltgrößte Autobauer rechnet mit elf Milliarden Dollar Belastung.

Den weltgrößten Automobilhersteller General Motors (GM) wird die Pleite des Zulieferers Delphi unter Umständen selbst in die Insolvenz treiben. Delphi-Vorstandschef Robert Miller sagte gegenüber der "Financial Times", daß eine mögliche Zerschlagung seiner Firma sich auf die meisten Autohersteller der Welt auswirken werde und "vielleicht General Motors tödlich verwundet". Analysten der Bank of America schrieben, die Wahrscheinlichkeit einer GM-Pleite in den kommenden beiden Jahren sei auf 30 Prozent gestiegen.

Seit der Ausgliederung Delphis vor sechs Jahren ist der Opel-Mutterkonzern General Motors über komplexe Lieferverträge und Bürgschaften mit der ehemaligen Konzernsparte verbunden. GM rechnet mit einer Belastung von bis zu elf Milliarden Dollar durch Pensionszusagen und andere Garantien. Laut Miller kann GM-Vorstandschef Rick Wagoner die Pleite des eigenen Unternehmens nur verhindern, wenn er bei den derzeitigen Verhandlungen mit der Automobilgewerkschaft UAW über Krankenversicherungsleistungen und auch in künftigen Tarifverhandlungen große Zugeständnisse der Arbeitnehmer erreicht.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's senkte die Kreditwürdigkeit des Detroiter Konzerns um eine Stufe von "BB" auf "BB-", was zu höheren Zinsen bei der Aufnahme neuer Schulden führt. Auch Moody's erwägt eine Abstufung. Die GM-Aktie stürzte an der Wall Street am Montag um zehn Prozent ab. Am Dienstag (11. Oktober) konnte die Talfahrt zunächst gestoppt werden. Delphi-Chef Miller macht für die Pleite seines Unternehmens unter anderem die schwere Lage von GM auf dem Heimatmarkt verantwortlich. Dort sind Buick, Cadillac und Chevrolet die wichtigsten Marken des Konzerns. GM habe die Produktion von 5,5 auf 4,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr gesenkt, wodurch Delphi Umsatzrückgänge in Milliardenhöhe habe hinnehmen müssen.

Die Abhängigkeit von der ehemaligen Mutter sei zwar von 80 Prozent des Umsatzes im Jahr 1999 auf 49 Prozent in diesem Jahr gesunken, dennoch sei der Rückgang des Geschäfts wegen hoher Fix- und Arbeitskosten nicht zu verkraften gewesen. Unter anderem habe GM nicht wie geplant 4000 Arbeitskräfte von Delphi übernehmen können, da der Autohersteller wegen anhaltender Verluste selbst Entlassungen ankündigen mußte.

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