Die Highlights der IAA 2009, Teil 2

Die Highlights der IAA 2009, Teil 2

— 15.09.2009

Alte Bekannte, neue Freunde

Luftiger ist es geworden in den IAA-Messehallen. Aber nur ein bisschen. Viele kleine Hersteller haben ihre Stände erweitert. Klein, schnell, sparsam oder visionär – die zweite Garde kommt.

Wenn Mercedes zur Pressekonferenz ruft, dann platzt die Halle. Das T-Modell der E-Klasse (Start ab November), diverse Öko-Studien (F-Cell, E-Cell Plus) und natürlich der neue Flügeltürer saugen die Presse in die Festhalle der Frankfurter Messe. Die Regeln der alten Auto-Ordnung funktionieren also noch immer. Wenn die Großen trommeln, stehen die Medien parat. Perfekte Show, Auto-Prominenz und schöne Bilder. Was will man mehr? Echte Typen zum Beispiel. Und Leidenschaft. Gibt es ein paar Hallen weiter. Bei Melkus. Die im Vergleich mit den Global Playern mikroskopisch kleine Manufaktur hat den RS 2000 mit nach Frankfurt gebracht. Den Nachfolger des legendären RS 1000 auf Wartburg-Basis, der in der DDR die Rennstrecken dominierte. Der Melkus-Stand hat aus der Mercedes-Perspektive die Größe eines Abstellraums. Hinterm Tresen steht Junior-Chef Sepp Melkus und strahlt mit den Megawatt-Lampen unter der Hallendecke um die Wette.

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Benzinmotor küsst Elektro-Antrieb: Der Mercedes E-Cell BlueZero schafft 600 Elektro-Kilometer, ist aber nur eine Studie. Noch.

Es läuft rund in Dresden. Die ersten RS 2000 sind verkauft, die Sympathiewerte für den 270-PS-Renner aus dem Osten gewaltig. Ein bisschen Technik von Lotus, modernes Design, viel Herzblut und jede Menge Handarbeit. Das kommt bei den Fans gut an. Trotz der 107.500 Euro, die für so eine Ost-Perle fällig werden. Was geht, zeigt Melkus in Frankfurt mit einem knallorange lackierten RS 2000. Neues Fahrwerk, neue Felgen, neue Farbe – die Basis für eine Rennversion, von der die Dresdner bis zu 320 Stück verkaufen wollen. Preis: nicht unter 120.000 Euro. Dafür könnte man auch bei Lotus einkaufen. Eine Elise zum Beispiel. Oder zumindest einen Evora anzahlen. Neu in Frankfurt: Die Rennversion Evora Endurance Racer Type 124, mit der die Engländer 2010 das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring aufmischen wollen. Je nach Klassement quetschen die Briten über 400 PS aus dem V6.

Brabus hat mehr Autos auf dem Stand als Opel

Kleinst-SUV mit Mildhybird-Herz: Der Hyundai iX-Metro soll 2012 in ganz ähnlicher Form zu uns kommen.

Schneller Wechsel zum nächsten Sportwagenbauer. Porsche gehört jetzt zur VW-Familie und zeigt sich in Frankfurt von seiner angriffslustigen Seite. GT3 RS, 911 Turbo und Turbo Cabrio sowie Panamera ziehen friedlich ihre kreisförmigen Bahnen – vom gemeinen Messe-Volk durch einen kniehohen Glaszaun abgeschirmt. Der gleiche Grabbel-Schutz begrenzt auch den Stand von Mercedes-Tuner Brabus. Aber was heißt hier Stand. Die Firma von Bodo Buschmann belegt inzwischen eine halbe Halle und hat mehr Autos auf dem Stand als Opel. Eines davon ist der Brabus EV12 – ein schwarzes E-Klasse-Ungetüm mit verkleideten Hinterrädern. 6,2-Liter-V12, 800 PS, 1100 Newtonmeter. Ein "Auto für Familie Batman", meint Fotograf Aleks und ist schon beim nächsten Brabus: dem zitronengelben High Voltage. Ein Smart fortwo mit dem Herz des Tesla Roadster. 100 Kilometer Reichweite, 280 Newtonmeter Drehmoment, von null auf 60 km/h in 3,7 Sekunden. Noch Fragen? Ja, wann kommt der Zauberwürfel? "In zehn bis elf Monaten", sagt Brabus-Pressemann Sven Gramm. "Wenn wir ihn wirklich bauen."

Gute Laune bei Fiat

Ein paar Meter weiter kreiselt der ganze Stolz der Sportwagenmanufaktur Wiesmann. Der neue MF5 Roadster hat einen 507 PS starken BMW-V10 unter der unverschämt langen Haube und gibt erst bei 310 km/h Ruhe. Sehr cool. Und sehr exklusiv. 55 Stück wollen die Wiesmänner bauen. 15 sind bereits verkauft. Auf der Messe sollen 20 Bestellungen hinzukommen. Luxus geht immer. Zurück in die Realität. Hallo Fiat. Schön bunt hier. Passt prima zum frischen Punto Evo – dem Nachfolger des Grande Punto. Neue Nase, neues Cockpit, neues Selbstbewusstsein. Die Italiener sind wieder da. Gut so. Nicht zu übersehen ist auch der Stand von Hyundai. Die Koreaner zeigen den Nachfolger des braven Tucson, der als ix35 gegen VW Tiguan und Mercedes GLK antreten soll. Bisschen Geduld muss aber noch sein. Zu den Händlern kommt der kompakte Wühler erst im April 2010. Besonders stolz sind sie bei Hyundai auf die neuen Dieselmotoren, die mit dem ix35 debütieren. 136 beziehungsweise 184 PS stark und wie das ganze Auto in Europa entwickelt. Schräg gegenüber kreiselt der iX-Metro – eine Micro-SUV-Studie mit Mildhybrid-Herz, die 2012 in ganz ähnlicher Form den Weg zu uns finden soll. Mutig, mutig.

Alle Autos: Die neuen Markenwelten von autobild.de

Einliter-Auto reloaded: VWs L1 schafft 1,38 Liter auf 100 Kilometer. Serienstart: nicht vor 2013.

Zum Schluss schnell den Kopf bei VW reinstecken und nach der Krise suchen. Keine da. Dafür eine ganze Halle voll mit geballtem Konzern-Stolz: VW, Audi, Bentley, Lamborghini, Bugatti, Skoda und Seat – alle unter einem Dach vereint. Heißt für uns: kurze Wege zwischen den Weltpremieren. VW L1, Seat Ibiza IBZ, VW Golf R, Audi R8 e-tron, Skoda Superb Combi, Bentley Mulsanne. Alle friedlich vereint. Da lacht das Herz des Konzern-Schmieds Ferdinand Piëch. Fehlt nur noch Porsche. Kommt ja. Spätestens beim nächsten Mal

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