Die Highlights der IAA 2009, Teil 3

Die Highlights der IAA 2009, Teil 3

— 16.09.2009

Von Kampfjets und Kombis

Reventon faahn is wie wennse fliiechst! Kann sich nur keiner leisten. Dafür gibt's praktische Autos wie den Skoda Superb Combi. Oder Elektromobile, die nicht mehr kosten sollen als ein Benziner.

Auch im Krisen-Jahr 2009 gilt: Wo die Autos stehen, die keine Otto-Normal-Autofahrer jemals fahren kann, wird es richtig voll. Sind wir eine Nation von Träumern? Ein bisschen schon. Der Lamborghini Reventon Roadster gehört zum Schnellsten und Teuersten, was auf der IAA zu sehen ist. Und mit der aufgefrischten Front à la Murcielago sieht er noch schärfer aus als das Coupé. Und natürlich ist er noch etwas teurer als das Coupé: 1,1 Millionen Euro netto rufen die Italiener auf, um 671 PS abzuliefern. Angeblich ist er bereits ausverkauft. Da fragt man sich schon, wer sich das leisten kann.

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Der König der Stiere: 15 Reventon Roadster wird Lamborghini bauen. Stückpreis: 1,1 Millionen Euro.

100 Meter weiter parkt der Italia 458 von Dauerrivale Ferrari. Persönlich eingefahren von Michael Schumacher. 570 PS, nur fünf km/h langsamer als der Lambo, aber mit seinen klassischen Kurven irgendwie leichter zu verkraften. Das V8-Kraftwerk röhrt unter Glas, damit geneigte Betrachter wie beim Vorgänger auch optisch eine Vorstellung wahrer Kraft geliefert bekommen. Das kann der Reventon auch, aber der Ferrari gewinnt den Verbrauchs-Vergleich mit 18,3 zu 21,3 Litern. Wollen Sie immer noch einen haben? Oder besser warten, bis Ferrari die Preise nennt? Sollen es vielleicht doch vier Sitze unter freiem Himmel sein, garniert mit reichlich Cavalli. Dann empfehlen wir das Maserati GranCabrio. 2,94 Meter Radstand, 440 PS aus dem bekannten V8 und einer Form, die nur spontanes Verlieben zulässt. War der Vorgänger Spyder noch 4,30 lang, kommt das GranCabrio auf fast 4,90 Meter, fährt also in einer anderen Liga. Beim Stoff-Häubchen bleibt der Italiener klassisch, Spielereien wie ein elektrisch klappendes Blechverdeck gibt es nicht. Der Preis klingt fair: 130.000 Euro sind anvisiert.

VW Golf R: Allrad-Tier für mindestens 36.400 Euro

Renault Zoe Z.E. Concept. Der französische Weg in die Elektro-Zukunft.

Aber es gibt auch den Sport fürs Volk. VW hat den Ober-Über-Golf an den Main verschifft. Statt R32 heißt er nur noch R und holt 270 PS aus dem allseits beliebten Zweiliter-TFSI. Der Tarif ab 36.400 Euro ist freilich auch kein Schnäppchen. In Reventon umgerechnet, relativiert sich die Summe aber ganz schnell: 35 Golf R gibt's für einen Super-Lambo, da ist dann auch noch Zubehör drin. Wer übrigens eine Automatik bucht, muss 38.275 Euro bezahlen, DSG kostet 2000 Euro Aufpreis. Auf Wunsch verschraubt VW auch noch ein Paket mit 19-Zöllern, abgedunkelten Scheiben hinten und dunklen Scheinwerfern. Sportschalen in Leder sind ebenfalls optional zu haben. Besonders schick: frisch gestylte Tagfahrleuchten und Rücklichter in LED-Technik.

Raumfahrt mit Renault

Renault fährt voll im Zeichen des Elektroantriebs: Gleich vier Studien, drei davon nagelneu, stehen unter Strom. Gemeinsam mit Allianzpartner Nissan bauen sie verschiedene Modelle auf zwei Plattformen, die allesamt aussehen wie vom anderen Stern. Besonders das ZOE Z.E. Concept sieht aus wie Science-Fiction pur. Alles ist rund, sogar die Sitze. Der Fluence Z.E. Concept ist an das Serienfahrzeug angelehnt, aber mit Blinkern in Regenbonfarben und Türschlössern in Rautenform mit LEDs ist auch hier viel Phantasie im Spiel. Ebenso originell: Der Twizy, ein Zweisitzer (hintereinander) mit babyblauem Interieur weckt den Mutterinstinkt. Ende 2010 sollen die ersten Stromer unsere Straßen bevölkern und mit staatlichen Subventionen bis zu 5000 Euro nicht teurer als ein vergleichbarer Benziner sein. Sehr real hingegen ist der Renault Fluence, das Stufenheck des Mégane. Laut Renault ein eigenständiges Auto ab 18.000 Euro. Zu haben ab Sommer 2010.

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Der Große: Der Ford Grand C-Max kommt mit sieben Sitzen und Schiebetüren. Familienväter sagen "Danke"!

Ford hat wenig Überraschendes parat. Das Vorserienmodell des neuen C-Max ist zu bestaunen, er steht auf der neuen Focus-Plattform und kommt auch als Grand C-Max mit zwei Schiebetüren. Die kurze Version muss auf die praktischen Pforten verzichten. Dann kommen auch die neuen Ecoboost-Motoren mit 1,6- und 2,0-Liter Hubraum sowie Turboaufladung, die zwischen 150 und rund 200 PS leisten. Details will Ford erst in Genf nennen. Der Grand schluckt wahlweise mehr Gepäck oder nimmt sieben Personen mit. In der zweiten Reihe sitzt man auf Einzelsitzen. Der mittlere Stuhl kann mit einem "ausgesprochen pfiffigen" (O-Ton Ford) Mechanismus so zusammengeklappt werden, dass er unter einem der beiden seitlichen Plätze verschwindet. Damit entsteht ein Durchgang zur hintersten Reihe mit zwei Sitzplätzen. Natürlich lassen sich die hinteren Plätze versenken, sogar mit einer Hand, sagt Ford.

Der Superb Combi wird belagert

Was einst als Maserati Spyder begann, ist jetzt ein stattlicher Viersitzer: das GranCabrio.

Noch ein heimlicher Star der IAA ist der Skoda Superb Combi. Der hat Platz bis zum Abwinken. Hinten lässt es sich lümmeln wie in einer S-Klasse, dazu packt der Tscheche 603 Liter Gepäck ein. Das kann sonst nur eine Mercedes E-Klasse. Werden die Rücksitze versenkt, passen 1835 Liter rein, davon kann ein BMW 5er Touring nur träumen. Kein Wunder, dass sich die Massen um den Superb Combi scharen wie Motten ums Licht. Wohl auch, weil der Transporter das deutlich schönere Ende als die Limousine für sich beansprucht.

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