Die Monster-SUV der USA
— 23.11.2009
Mehr SUV geht nicht
In den USA sind sie die perfekten Reise-Kutschen für endlose Strecken auf endlosen Highways: SUV. Ausufernde Beinfreiheit, riesige Laderäume und enorme Zugkraft verwöhnen die amerikanische Großfamilie.
Erschrecken Sie nicht, wenn Sie in Ihrem nächsten USA-Urlaub an der Ampel aus dem Fenster des gemieteten
Ford Mustang oder der
Corvette schauen und eine verchromte Einstiegsleiste mit den Lettern Yukon oder
Suburban auf Augenhöhe sehen. Neben Ihnen steht dann mit ziemlicher Sicherheit ein Full-Size-SUV oder ein riesiger Offroader made in USA. Meistens in Schwarz mit verdunkelten Scheiben, die, verursacht durch dumpf-hämmernde Basstöne aus dem Innenraum, leicht vibrieren. Auch das wirkt auf den ersten Blick irritierend, ist aber in einer amerikanischen Großstadt völlig normal. Diese mobilen Hochburgen extremer Zuladung, unendlichen Komforts und Entertainments lassen jeden
BMW X5,
Porsche Cayenne oder
Mercedes ML wie einen
Kompaktwagen aussehen. Um ihre Potenz zu verdeutlichen, haben sie kraftstrotzende Namen wie Armada (Nissan), Navigator (
Lincoln) oder Expedition (Ford).
Der GMC Yukon ist der Zulade-Champion. Bei umgeklappten Sitzreihen gehen maximal 3891 Liter in den Kofferraum.
Ein solches Monstrum in seinem Fuhrpark zu haben, ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fast schon Pflicht. Der knackige
Roadster für die Mama, die
übermotorisierte Edel-Limousine für den Papa, das riesenhafte
SUV für die ganze Familie. Jawoll – die ganze Familie. Denn in ein großes US-SUV passt mehr ein als eine deutsche Durchschnittsfamilie, die aus Mama, Papa und 1,37 Kindern besteht. Sieben Sitze sind Standard, viele der Kolosse sind jedoch mit neun Sitzplätzen ausgestattet. Damit zusätzlich zu den sieben Sprösslingen auch noch der halbe Hausrat mitgenommen werden kann, haben die Packesel Ladevolumen von bis zu 3891 Litern, wie im
Cadillac Escalade ESV, oder eine maximale Anhängelast von 4,4 Tonnen (Chevrolet Suburban). Da können auf dem Hänger der Roadster von Mama und die Limo von Papa locker auch noch mit. Oder aber zwei
Audi Q7 (Leergewicht 2,2 Tonnen). Die nötige Kraft für die gern fünfeinhalb Meter langen und 2,5 Tonnen schweren Ladelümmel bringen fast ausnahmslos V8-Triebwerke zwischen 4,6 und 6,2 Litern Hubraum auf die Piste. Zu haben sind viele der dicken Brocken bereits knapp unter 40.000 Dollar (rund 27.000 Euro).
5,66 Meter lang, 6,2-Liter-V8, acht Sitze, 409 PS, 2,7 Tonnen Leergewicht. Gestatten – Cadillac Ecalade.
Im Segment der Full-Size-SUV haben sich in den USA heimlich, still und leise auch vier asiatische Hersteller breit gemacht.
Toyota wagt mit
Land Cruiser (der ist auch bei uns zu haben) und Sequoia gleich einen Doppel-Aufschlag, zudem bietet Edel-Ableger
Lexus den LX 570 an.
Nissan wirft den gewaltigen Armada ins Rennen, Nobel-Tochter
Infiniti rockt mit dem baugleichen QX56 die Super-SUV-Klasse. Auch hier an der Tagesordnung: fette Motoren, riesige Laderäume und – typisch japanisch – Hightech ohne Ende. Sie haben angebissen? Dann kann es in Ihrem übernächsten USA-Urlaub passieren, dass Sie, in Ihrem bulligen Miet-Escalade sitzend, neben sich ein bedrohliches Grummeln vernehmen, aber nichts sehen. Wahrscheinlich steht dann neben Ihnen an der Ampel eine
Corvette oder ein
Ford Mustang.
Dieser Artikel hat nicht den Anspruch, alle SUV zu zeigen, die in den USA unterwegs sind. Wir haben lediglich eine Auswahl der für uns wichtigsten Modelle getroffen. Diese finden Sie in der Bildergalerie! Sollten Sie ein Fahrzeug vermissen, schreiben Sie uns gern einen Kommentar!
Kommentare zum Artikel (67)
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Den Cadillac Escaldae gibt es meines wissens nach sogar in Deutschland! Zumindest als Import!
Gegen die Amikisten sehen deutsche SUVs immer noch wie Spielzeug aus.
@ Redaktion :
Ihre Angaben stimmen nicht ganz, denn weder der Tahoe noch der Suburban bzw. deren Schwestermodelle Yukon/Yukon XL und Escalade sind 8 bzw. wie von Ihnen auch noch beschrieben 9 Sitzer. Alle Modelle haben nur bis zu sieben Sitzen Platz. Je nach Ausführung der zweiten Sitzreihe auch nur als Sechssitzer zu haben, falls die zweite Sitzreihe mit Captainchairs ausgestattet ist.
MfG
Navigator oder Suburban find ich schon ziemlich geil....da wird unsere Spielstrasse mal so richtig eng hehe ;-)
Mir wird schlecht von dieser deutschen "Bildung". So einen Schmarrn hab' ich schon lange nicht mehr gelesen. Wetten, dass nicht einer dieser Schwätzer jemals drüben war? Was will denn ein Amerikaner mit unserem Popelkram dort anfangen, wenn er Transportaufgaben zu erledigen hat? Genau dafür sind diese Fahrzeuge gemacht und diese sind - oh Wunder - wirschaftlicher als unsere Sardinenbüchsen. Warum? Weil sie auf lange Lebensdauer ausgelegt sind. Aber das begreifen, wie man sieht, nur wenige.