Die neue Modefarbe

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Die neue Modefarbe

— 30.05.2008

Weiß steht nicht jedem

Reines, klares Weiß gilt bei Neuwagen als Modefarbe – als das neue Schwarz. Achtung Fettnapf: Manche Autos sehen damit peinlich aus. Weiß hat seine dunklen Seiten.

Ein Blick auf die Straße genügt: Weiß kommt als Autofarbe zurück. Nach weißen Showcars, weißen iPods und weißen Möbeln haben die Hersteller reagiert. Jüngste Prospekte (Audi A3, BMW 1er)  zeigen strahlend weiße Autos. Die Farbauswahl wächst – vom sanften Cremeton bis zum harten Neon-Schimmer. Die Kunden springen an. Oder besser: auf. Innerhalb eines Jahres hat sich der Weiß-Anteil bei Neuwagen fast verdoppelt – auf 2,9 Prozent (2007). Aber Achtung, hier lauert der Fettnapf: Weiß hat eine dunkle Seite. Die Trendfarbe steht nicht jedem Auto. Ein arktisweißer Twingo? Geht doch, angesichts der bunten Historie des Kleinen.

Kleine, sportliche Modelle gewinnen

Ein Carrera-weißer Porsche GT2 erinnert dagegen an seine sportlichen Wurzeln.

Aber ein Audi Q7 in Ibisweiß versprüht niemals die "natürliche Frische", die Psychologen mit der neuen Lackmode verbinden, sondern trägt eher zu dick auf ("weißer Riese"). Ein Carrera-weißer Porsche GT2 erinnert dagegen an seine sportlichen Wurzeln, schließlich glänzte schon der Heckspoiler des Carrera 2.7 RS am schönsten in Weiß. Die Tradition als deutsche Rennfarbe (Mercedes SSK) erklärt womöglich, dass in den 80er-Jahren weiße Volks-Sportler wie Golf GTI, Manta oder Scirocco (unvergessen: Sondermodell White Cat) so vorzeigbar waren wie das helle Sakko von Miami-Vice-Ermittler Sonny Crockett. Danach bekleckerten weiße Vertreter-Kombis oder weiße Sprinter, die gern in zweiter Reihe parken, das blütenreine Image der Farbe. Bis jetzt, zum Comeback von Weiß, das nun unsichere Trittbrettfahrer anlockt, die leider ähnlichen Stilbruch begehen wie mit der letzten Trendfarbe Schwarz.

Ein weißer Bentley Continental erinnert an ältliche Dinner-Jackets, während ein Mercedes SLK ausgerechnet in Weiß seine peinliche Formel-1-Nase betont. Eine Grundregel lautet: Auffällige Autos, die gefühlt schon auf der Bühne stehen, kippen in Weiß herunter. Kleine, sportliche Modelle gewinnen. Ihnen gelingt die Assoziation mit "umweltfreundlicher Technik", die Weiß an geblich hervorruft, viel leichter. Farbdesigner rücken von Weiß schon wieder ab: Als Weiß von morgen gilt Grün oder Blau.

Autor: Joachim Staat

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